Feb 27 2020

Coronavirus – Fakten und TCM

von Dr. Raphael Hochstrasser

Monatliche Anzahl weltweiter Todesfälle pro Ereignis (aufgerechnete und ungefähre Werte):

  • 40’000 Coronavirus
  • 38’000 „Normale“ saisonale Grippe
  • 49’000 HIV
  • 90’000 Auto
  • 200’000 Iatrogen
  • 750’000 Hunger
  • 1’000’000 Herzkreislaufversagen

Wenn wir diese Zahlen betrachten, weshalb wird das Coronavirus trotzdem selbst von Fachpersonen so sehr gehypet? – Einerseits wegen der höheren Ausbreitungsrate (R0 = ca. 2.2% bzw. 1.4-5.47) als bei saisonalen Grippen (ca. 1.3%), doch vor allem wurde in den Ländern, wo das Virus zuerst detektiert wurde, ein rund 10x tödlicherer Ausgang gemessen (Mortalität = 2.2%; saisonale Grippen = ca. 0.2%). Allerdings bildet dieser Wert aus verschiedenen Gründen nicht die Realität ab! Hier die Gründe:
1. Mittlerweile weiss man, dass die meisten registrierten Coronatoten nicht an Covid-19 gestorben sind, sondern mit! Oft ist einfach die Rede von Coronatoten, wobei nicht unterschieden wird, ob die Menschen an oder mit Covid-19 gestorben sind. Wissenschaftlich wäre, Covid-19 erst dann als Haupttodesursache zu verzeichnen, wenn es hauptsächlich dafür verantwortlich ist, und die Vorerkrankungen eine kleinere Rolle spielen.
2. Es sind überwiegend Menschen gefährdet, die auch ohne das Virus gefährdet sind, also etwa mit stark vorgeschädigten Atemsystemen (Rauchen, Luftverschmutzung), mit mehrfacher Vorerkrankungen, sehr schwachem Immunsystem oder Menschen, die besonders alt sind oder unter prekären Bedingungen leben. Unter normalen oder guten Lebensbedingungen, wie etwa in der Schweiz, liegt die Sterblichkeitsrate des Coronavirus (SARS-CoV-2) wesentlich tiefer, schätzungsweise bei 0.2%! (Hierzu ein sachlich-wissenschaftlicher Bericht [1])
3. Die Sterblichkeitsrate ist und bleibt ein Schätzwert, solange keine durchgehende Tests (Screening) stattfinden. Wie oft wurdest Du bei einer Grippe statistisch erfasst? – So ist es auch beim Coronavirus, wo vorwiegend die symptomatischen und schweren Fälle erfasst werden, bei denen die Prognose naturgemäss schlechter ist. In Südkorea, dem Land mit der vorübergehend höchsten Zahl von Infizierten, wurden prozentual auch am meisten Menschen getestet. Entsprechend niedrig war (<.5%) die Sterberate. Am 19. März wurde gar eine grosse französische Studie [2] veröffentlicht, bei der die Mortalität normaler Coronaviren mit der von Covid-19 getestet wurde (kein Unterschied!). von Nota bene: Bei jeder saisonalen Grippe sterben mehr als 3x so viele Menschen! Hier weitere hilfreiche Vergleiche [3], um ein Gefühl der Verhältnisse zu bekommen. Auf der website von Euro-Momo sind die Sterbezahlen von 24 europäischen Ländern in Kurvendiagrammen zusammengefasst. Angesichts der aktuellen Krise dürfte man dort nun extreme Unterschiede zu Vorjahren erwarten? Weit gefehlt! (Aktualisierung 05.11.2020: Gemäss einer von der WHO zitierten Studie lautet die Sterberate 0.23% bzw. 0.05% bei allen unter-70-Jährigen.)
4. In den Medien wimmelt es nur so von Hochrechnungen. Dabei sind immer wieder grobe Fehler zu sehen: Beispielsweise wird sehr oft die sogenannte Mortalität (Anzahl der Toten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung) und Letalität (Anzahl der Toten im Verhältnis der Erkrankten) verwechselt. Darauf basierend wird bei den Hochrechnungen oft die Zahl der Infizierten (mit dem Virus, SARS-CoV-2) genommen, anstelle die Zahl der Erkrankten (mit Covid-19). Bei den Todesursachen wird, sobald Covid-19 festgestellt wird, diese auch im Totenschein vermerkt, unabhängig davon, was tatsächlich zum Tot geführt hat. Abgesehen von Hamburg wurden weltweit kaum Nachuntersuchungen durchgeführt, um die jeweilig Todesursache festzustellen. Umso mehr sollte man aufhorchen, wenn Klaus Püschel, der leitende Rechtsmediziner des Hamburger Instituts für Rechtsmedizin (z. B. hier) berichtet, dass es viel weniger Corona-Tote gibt als allgemein ausgewiesen werden, und, dass die derzeitigen Massnahmen nicht gerechtfertigt seien.

Aus welchem Grund hört man von Fachpersonen kaum, dass der Coronavirus demnach weniger schlimmer ist als es die Medien vermuten lassen? – Das liegt wohl daran, dass wir Menschen immer weniger akzeptieren, dass Krankheit und Tod zum Leben gehören. Statt uns damit auseinanderzusetzen, suchen wir nach Auswegen und Hilfe bei den Fachleuten. Die Fachleute stehen unter hohem Druck, ja keinen Fehler zu begehen und gegen jedes vermeidbare Risiko vorzugehen. Das ist natürlich völlig absurd! Wenn wir unsere Zeit nur noch damit verbringen, Risiken auszuschliessen, verpassen wir das Leben. Vielen ist das klar, aber einige Menschen neigen dazu, die Schuld selbst für naturgemässe Ereignisse bei anderen zu suchen. Und dann werden jene, die helfen wollen, mit emotionalen oder gar juristischen Klagen von Patienten und Angehörigen angegriffen. Aus der unreflektierten Panik der Betroffenen wird eine reale Bedrohung für die Helfenden.

100% gesundheitliche Sicherheit wird es NIE geben. Dieser Anspruch ist nicht nur unrealistisch, sondern auch mitverantwortlich dafür, dass sich unser Gesundheitssystem immer weiter auf die Verhinderung aller möglicher Risiken einschiesst und dabei zu kollabieren droht – nicht erst seit dem Coronavirus. Wer etwas anderes glaubt, braucht nur mit Pflegefachpersonen der vordersten Front zu sprechen. Alleine schon aus diesem Grund sollte gut überlegt sein, wie sinnvoll es ist, den Fokus immer weiter auf das Verhindern von Krankheiten (Pathogenese) zu verengen und währenddessen die Stärkung der Gesundheit (Salutogenese) zu vernachlässigen. Doch eine nüchterne Abwägung zur effizienten Einteilung der Ressourcen wird solange verunmöglicht, wie die Angst und krampfhafte Festhalten auf das Anrecht von absoluter Unversehrtheit vorherrschen.

Doch weshalb machen wir da alle mit? – Kein Virologe, kein Epidemiologe und auch sonst kein Experte der Welt kann berechnen, wie gross die Bedrohung des Coronavirus tatsächlich ist. Alle Massnahmen, die wir treffen, basieren lediglich auf Schätzungen und Meinungen von Experten, also letztlich auf einem Gefühl! Es bleibt den Experten gar nichts anderes übrig, als auf mögliche Gefahren hinzuweisen und die Politiker müssen das ernst nehmen. Es könnte ja tatsächlich zu einer Katastrophe kommen, also bleiben wir lieber mal auf der sicheren Seite. Um die Massnahmen, z. B. zwecks der Verzögerung der Ausbreitung des Virus, konsequent durchführen zu können, braucht es eine gewisse Überzeugungskraft, womit auch ein gewisses Mass an Panik adäquat wird. Leider können sich Ängste und Panik durch die Gruppendynamik kumulieren. Und weil drastische Massnahmen gegenüber der Bevölkerung gut gerechtfertigt werden müssen, und immer auch Gegenstimmen erklingen, verschärft sich die Argumentation und die Panikmache, bis sich die Experten und Politiker irgendwann in ihrer Haltung verkeilen. Die Fronten verhärten sich und damit die Argumente, es kommt zu Zirkelbezügen und eine vernünftige Diskussion wird verunmöglicht. Diese ist aber sehr wichtig, denn …

Ab einem bestimmten Punkt richtet die Risikovermeidung mehr Schaden an als das Risiko selber.

Einige Zitate zu Corona von deutschen Amtsträgern:
Merkel (Bundeskanzlerin): Logisches Denken abschalten.
Wieler (Leiter des RKI): Niemals Massnahmen hinterfragen.
Söder (Bayrischer Ministerpräsident): Auch geistig Abstand halten von Andersdenkenden.
BAG (Schweizer Bundesamt für Gesundheit): Machs einfach.

Was ist die reale Gefahr des Coronavirus: Solange wir das gesellschaftliche Leben nicht komplett einschränken (so wie in Singapur oder China), werden sich vorraussichtlich 30-70% der Gesamtbevölkerung mit SARS-CoV-2 anstecken. Rund 80% der Infizierten können mit einem milden Verlauf rechnen (die dürfen zu Hause bleiben), 15% wird deutlichere Symptome bzw. eine Erkrankung (= Covid-19) erfahren und etwas unter 1% benötigen wegen Lungenentzündung (meist bilaterale interstitielle Pneumonie) mit Komplikationen eine intensive Hospitalisation. Die Risikogruppe besteht vor allem aus älteren Menschen (über 75 Jahre), mit Polypragmasie (viele verschiedene Medikamente) und mehrfacher Vorerkrankung (polymorbid) wie Diabetes oder massivem Bluthochdruck. Da die Spitäler nur über eine bestimmte Anzahl an Beatmungsstationen (samt Fachpersonal) verfügen, kann es dort zu einer Überlastung kommen. Zunächst mal macht es durchaus Sinn, den Peak der Infektionen abzuflachen. Hier wird anschaulich simuliert, wie: Harry Stevens, The Washington Post [4].

Und dann die Frage, warum es denn nun an einigen Orten zum Kollaps gekommen ist. Liegt das alleine an der Gefährlichkeit von SARS-CoV-2? Die Sterblichkeitsrate ist es ja anscheinend nicht. Ist es die Ausbreitung? Offensichtlich ebenfalls nicht. Obwohl zwar pro Infiziertem etwas mehr Menschen angesteckt werden können als bei einer saisonalen Grippe, ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit nur halb so hoch (WHO Fact-Sheet [5]. Der Grund scheint eher ein Mix verschiedener Faktoren:
1. Hygieneprobleme und Übertragung von Krankheiten in Spitälern (in einigen Ländern wie z. B. Italien und China bekannterweise grösser als in Holland und Deutschland wo auch die Sterberate von Covid-19 viel niedriger ist).
2. Sobald die Hysterie losgeht, belasten Menschen das System bei geringsten Symptomen wie Husten und Fieber, der Covid-19-Test ist sehr aufwändig.
3. Nun ist schlagartig alles deutlich komplizierter geworden durch die verschärften Hygienemassnahmen, was z. B. im Vergleich zu den bisherigen saisonalen Grippen zu einem enormen Mehraufwand führt.
4. Plötzlich schaut die ganze Welt gebannt auf die Coronapatienten, es wird nach Rettung verlangt, die es sonst bei Schwerkranken im Spital oft nicht gibt. Jährlich sterben alleine in Europa rund 90’000 Menschen durch Infektionen, die sie sich in Spitälern zuziehen. Müsste dies nicht mindestens ebenso viel Aufsehen erregen wie Corona mit viel niedrigen Todeszahlen?
5. Das Gesundheitssystem, vor allem die Spitäler und das Pflegepersonal waren schon vorher chronisch überlastet, die Corona-Panik war nur noch der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Und zwar genau dort am meisten, wo die sozialen Systeme am meisten abgebaut wurden. Man könnte ja meinen, die Gesundheitsversorgung sei in einer modernen Gesellschaft wie der USA in den letzten 30 Jahren ausgebaut worden? Das Gegenteil ist der Fall, die Zahl der Krankenhausbetten pro Tausend Einwohner wurde seit 1970 mehr als halbiert! Ebenso in Frankreich und in Italien wurden sie (gemäss WHO) in 30 Jahren auf einen Drittel reduziert (Sehr lesenswerter Artikel über die Katastrophenmedizin) [6].

Da stellt sich also eine neue Frage:

Wenn der Grund für den Kollaps einiger Spitäler deren chronische Überlastung mit der derzeitigen Panikmache sind, wie können wir dann letztere eindämmen?

Z. B. ist es hilfreich, die Daten über die mit Covid-19 verzeichneten Todesfälle etwas genauer anzuschauen. Nicht nur Laien, die auf die sensationsgeilen Medien angewiesen sind, gehen der Spur der Angst auf den Leim, selbst die Experten neigen dazu. Es ist völlig verständlich, dass ein Virologe durch seine Brillen vor allem Viren sieht. Hinter jedem Toten mit Covid-19-Befund sieht daher der Virologe ein Virusopfer. Was den Bericht vom Italienischen Gesundheitsamt so wertvoll macht, sind zwei Dinge: 1. Zeigt er, wie tragisch das bisher schlimmste, realen und dokumentierte Schreckensszenario tatsächlich ist. 2. Werden auch die Vorerkrankungen der Todesopfer aufgeführt. Die ganz grosse Mehrheit der Corona-Toten waren nun eben mal Schwerkranke hohen Alters, um nicht zu sagen, Todgeweihte. Es ist immer schlimm, wenn jemand stirbt, das ist hier nicht das Thema. Die Frage ist, ob durch Covid-19 nun tatsächlich so viel mehr Menschen sterben, als sonst. Im Winter 2015/2016 sind in Italien innert weniger Wochen rund 25’000 Menschen an der saisonalen Grippe gestorben. An SARS-CoV-2 sind es derzeit immer noch weniger als 10’000 Menschen. Ja, das sind viele. Doch rechtfertigen sie die Massnahmen, durch die Menschen letztlich auch gesundheitlich schwer belastet werden? Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass multimorbide (mehrfacherkrankte) Patienten ganz grundsätzlich mit dem höheren Risiko leben, an Krankheiten zu sterben, sei es Covid-19, eine saisonale Grippe, ein grippaler Infekt oder ein Bakterium, eine emotionale Belastung, schlechte Luft, usw. Hier die Zahlen der Covid-19-Toten von Italien, dem Land, dass nun als Schreckensbeispiel vorgehalten wird: Bericht zu den Sterbezahlen vom Italienischen Gesundheitsamt [7].

Die Frage ist also nicht, ob wir uns mit dem Virus anstecken, sondern wie wir darauf reagieren!

Alle Welt schaut panisch darauf, wie wir den Coronavirus vermeiden können! Doch noch viel wichtiger: Irgendwann werden die meisten von uns infiziert und dann ist es entscheidend, wie gut wir auf die Symptome vom Covid-19 reagieren. Das ist für das Gesundheitssystem noch viel relevanter. Nur spricht kaum jemand davon. Denn diese Faktoren sind weicher und mit ihnen lässt sich eine Argumentationsschlacht nicht so spektakulär führen.

Viel wichtiger, als die Frage, ob wir unseren Tod vermeiden oder um ein paar Wochen herauszögern können, ist, womit wir die Zeit verbringen, bis wir irgendwann an irgendetwas sterben!

Als Gesundheitswissenschaftler habe ich unzählige Studien durchforstet um herauszufinden, was wir tun können, um möglichst lange gesund, vital und damit widerstandsfähig gegenüber pathogenen Faktoren bleiben zu können. Hier die wichtigsten (übrigens weitgehend unumstrittenen), beeinflussbaren Faktoren: Bewegung (möglichst in der Natur), gute Ernährung (frisch, einfach) und soziale (mental und physisch) Kontakte. Ja, dies gilt auch für den Covid-19, selbst wenn das nun gerade paradox ist, da wir unser Gesundheitssystem entlasten, und die Kurve flach halten müssen.

Welches sind denn nun diese weichen, aber letztlich so entscheidenden Faktoren, mit denen wir besser auf Covid-19 vorbereitet sind?

  • Weniger News, weniger Stress, mehr Leben:
    Weniger News über Covid-19 und dergleichen konsumieren, mehr Lebenszeit für Entspannung, Erholung und Spass einplanen! (Latenter Stress wirkt sich über den Psycho-Neuro-Immunologischen Weg negativ auf das Immunsystem aus)
  • Mit dem Velo zur Arbeit:
    Der wichtigste, beeinflussbare Faktor für eine gesundes, glückliches Leben ist viel Bewegung. Dänischen Studien zufolge ist es z. B. besonders wichtig, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. „Kleiner“ Nebeneffekt: Je mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren, desto weniger Autounfälle können entstehen. „Klein“ ist natürlich relativ: Pro Monat sterben 90’000 Menschen an Autounfällen, mehr als das Zehnfache von SARS-CoV-2 im bisherigen Peak!
  • Parasympathische Aktivierung:
    Das Immunsystem wird zwar durch sympathische Reize stimuliert, baut sich aber nur in der parasympathischen Phase auf! Erholung, tiefe Atmung, guter Schlaf, Meditation und weitere regenerative Aktivitäten. So gerne einige das hätten, dafür gibt es keine Abkürzungen! Nun ja, vielleicht eine: CM. Ein grosser Vorteil der CM liegt darin, dass sie nicht nur das Yang (Sympathikus), sondern auch das Yin (Parasympathikus) effektiv begünstigen kann. Wer mehr über das Yin der Medizin wissen will, der siehe hier: http://www.yinmedizin.ch).

Respekt und Zurückhaltung in Ehren.
Angst aber, hält nicht den Tod auf, sondern das Leben.
Sorgen mindern nicht die Probleme von Morgen,

sondern den Frieden von heute.

Es ist erstaunlich, wie wenig wir hierzulande über die Heilmöglichkeiten von Covid-19 sprechen. Vielleicht auch, weil die konventionelle Medizin da kaum etwas ausrichten kann? Anstatt den Umgang mit Krankheit und Tod zu üben, wird vielmehr versucht, das Unvermeidliche zu vermeiden. Aus diesem Grunde ist es auch so fragwürdig, sämtliche Energie in Impfungen zu stecken. Insgesamt steht kaum ein Dutzend wirksamer Impfungen einer unendlicher Vielfalt von Krankheitserregern entgegen. Dennoch wird auch jetzt vor allem krampfhaft nach einer Impfung gesucht, statt sich zumindest ein wenig dafür zu interessieren, was uns hilft, gestärkt aus einer Krankheit wie dem Covid-19 hervorzugehen. In China und weiteren asiatischen Ländern wurde jedenfalls unlängst eine CM-Taskforce zusammengestellt, die eine Reihe von hochwirksamen Rezepten zur Prävention, Vor- und Nachbehandlung gegen den Coronavirus herausgegeben hat. Seit Anfangs Februar werden in Wuhan, dem Epizentrum von Covid-19 rund 85% der Infizierten mit TCM-Arzneimitteln behandelt. Derzeit verspricht weder die konventionelle Medizin noch TCM eine Heilung von CoVid-19. Was – ausser der zunehmenden Immunität – zu der mittlerweile hohen Heilungsraten [8] in China führt, kann niemand genau sagen, ebenso wenig, wie verlässlich die Zahlen aus China oder sonstwo sind. Allerdings gibt es keinen Grund, nicht das Bestmögliche rauszuholen, sei es mit konventioneller oder traditioneller Medizin.

Selbstverständlich kennen wir bei TCM Aarau die von der Taskforce verwendeten Arzneimittelformeln [9] und schneidern auf dieser Basis für jeden Patienten die passende Formel zu. Sei es für die Prävention oder – falls diese bereits versagt hat – für weitere Stadien der Krankheit und des Lebens :o)

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Im Text verwendete Links:

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Weitere allgemeine Links:

  • Interview (mit vielen aktuellen Daten) mit dem TCM-Arzt Dr. Wu Xia, der in Wuhan an der Front arbeitet

  • Erklärung der Uni Bamberg, warum die Entwicklung und Ausbreitung des Virus dynamisch (nicht linear) verläuft. Dort findet sich auch ein Link zum derzeit genausten Corona-Simulator.

  • Etwas kürzer gefasste Ausführung auf Basis von Modellen der Uni Sydney, u. a. darüber, weshalb es für die erfolgreiche Eindämmung von der Bevölkerung 80% Compliance braucht.

  • Kritischer Bericht von Sven Böttcher über die Verhältnissmässigkeit der Pseudo-Krise angesichts anderer, drastischerer Probleme.

  • Raus aus der Corona-Sackgasse mittels Durchseuchung? – Ein Appell für die geregelte Ansteckung und Immunisierung. (Gastkommentar in der NZZ)

  • Fiebersenken, Ibufen und Paracetamol? – Lieber nicht! Hier wird erklärt der Kinderarzt Dr. Renz-Polster, wieso es nicht klar ist, ob Fiebersenker bei CoVid-19 helfen oder sogar schaden.

  • In einem ZDF-Interview erklärt der Virologe Streeck (Nr. 2 in D), wieso eben nicht so klar ist, ob die Massnahmen gerechtfertigt sind und weshalb auch Virologen zu verschiedenen Meinungen neigen. Ausserdem erklärt er, warum SARS-CoV-2 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch Schmierinfektionen übertragen werden kann.

  • Visualisierungen, Statistiken und Grafiken zum Coronavirus auf public.tableau.com

  • Japanisches Labor zeigt, wie sich Mikrotröpfchen ausbreiten und warum Räume mit Klimaanlagen (Einkaufszentren, Spitäler, geschlossene Minergiesysteme etc.) schlecht abschneiden, das klassische Stosslüften (zwei Fenster für kurzen Durchzug öffnen) hingegen effektiv ist.

  • Phylogenetischer Stammbaum von SARS-CoV-2 und anderen
    Epidemien. Einstellbare Parameter und Filter, wissenschaftlich und grafisch hochwertige Simulation.

  • Der Vorsitzende des israelischen Amtes für Statistik und Wissenschaften Isaac Ben-Israel hat das Wachstum und Rückgang der weltweiten Corona-Fälle analysiert und dabei ein einfaches, aber bisher überall gültiges Muster entdeckt: Die Ausbreitung erreicht weitgehend unabhängig von den getroffenen Massnahmen nach jeweils 40 Tagen ihren Peak und flacht nach jeweils 70 Tagen rapide ab. Artikel. Berechnungen.pdf (hebräisch). Einfache Textübersetzung der Berechnungen (deutsch).

  • Ein der tollsten Sammlungen von eigenen und fremden Artikeln und Quellen zum Corona-Virus liefert der Zeitpunkt. Sogar mit Corona-Datenbank-Überblick (Kurzzusammenfassung und Einleitung zu jedem Link) und Suche.

  • Luftverschmutzung und Covid-19 Erkrankungen korrelieren eindeutig: Artikel zu Studie im The Guardian von DP Carrington.

  • Christian Fiala, Arzt und Wissenschaftler erklärt in einem Interview, warum viele der Massnahmen der österreichischen Regierung, z. B. die Maskenpflicht, übermässig und sogar kontraproduktiv sind.

  • Der Intensivmediziner Tobias Schindler berichtet aus der Praxis, warum es scheinbar nicht gut ist, die Patienten bei niedriger Sauerstoffsättigung an die Beatmungsgeräte zu hängen. Die Beatmungsgeräte verringern offensichtlich sogar die Überlebenschancen! A Priori zur nicht-invasiven Beatmung, z. B. mittels Beatmungshelm oder High-Flow raten mittlerweile auch andere Intensivmediziner.

  • War der amtlich verhängte Lockdown in diesem Masse tatsächlich notwendig? Eine epidemiologische Studie der ETH Zürich (eine der renommiertesten Forschungsinstitute der Welt) zeigt: In der Schweiz ist die Ausbreitung des Coronavirus bereits vor dem Lockdown deutlich zurückgegangen.
  • Vielleicht die wichtigste Übersichtsarbeit über den Erfolg bzw. Misserfolg der bisherigen NPI-Massnahmen (non-pharmaceutical-interventions) inklusive Abstand halten (wirksam), Masken (unwirksam), Händedesinfektion (unwirksam) und Vorraussage der 2. Welle (korrekt vorausgesehen).

  • Patienteninfo zu Covid-19 auf www.tcmaarau.ch

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Links für TCM-Profis

  • Sehr ausführlicher Bericht von Prof. Liu Lihong aus vorderster Front von Wuhan über die dortigen Geschehnisse, über das Virus und dessen Charakteristik, Differenzialdiagnose und Epidemiologie, Akupunktur und Chinesische Arzneimittel. Übersetzung von Heiner Frühauf und Brian McMahon.

  • Tabellarischer Vergleich von Formeln und Einzelmitteln sowie weitere Eckdaten und Erklärungen zum Pathomechanismus von Susanne Roubidoux.
    Hilfreich: Kurz, übersichtlich, informativ

  • Zusammenfassung aktueller (25.04.2020) Studien und Handhabung mit CM-Arzneimiteln bei Covid-19 in China von Ines Maria Brüntrup, Verlag Systemische Medizin.

  • Wissenschaftlicher Review IJBS über die Behandlungen von CoVid-19 mit Chinesischer und Konventioneller Medizin. (pdf)
    Hilfreich: Auflistung aller wichtigen allopathischen und chinesischen Arzneien, zahlreiche Quellenverweise sowie Auflistung zu laufenden Studien zu TCM und Covid-19.

  • Wissenschaftliches Review im CJIM der TCM-Klassiker in Bezug auf CoVid-19.


Feb 27 2020

Kreuzallergien – Chinesische Arzneimittel

von Dr. Raphael Hochstrasser

Folgende Chinesische Arzneimittel könnten bei Personen mit Kreuzallergien Probleme verursachen. Da die Mittel einerseits getrocknet, andererseits beim Kochvorgang detoxifiziert wurden, sind sie mit grosser Wahrscheinlichkeit deutlich weniger problematisch als die rohen Ausgangssubstanzen. Ausserdem werden sie meist als Formeln, also zusammen mit weiteren Komponenten verordnet, die die unerwünschten Nebenwirkungen mindern.

Im Zweifelsfall daher die Mittel einfach ersetzen oder, wenn kein guter Ersatz möglich ist, ausprobieren.

Angelicae dahuricae, Radix / Bai Zhi
Angelicae pubescentis, Radix / Du Huo=Tu Huo
Angelicae sinensis, Radix / Dang Gui
Angelicae sinensis, Pars caudalis radicis / Dang Gui Wei
Bupleuri, Radix / Chai Hu
Cnidii, Fructus / She Chuang Zi
Foeniculi, Fructus / Xiao Hui Xiang
Ledebouriellae=Saposhnikoviae, Radix / Fang Feng
Ligustici Chuanxiong=Chuanxiong, Rhizoma / Chuan Xiong
Liqustici sinensis, Radix et Rhizoma / Gao Ben
Peucedani, Radix / Qian Hu
Notopterygii, Rhizoma et Radix / Qiang Huo


Nov 9 2019

Rote Bohnen. Richtig zubereitet.

von Dr. Raphael Hochstrasser

Die Nieren bilden gemäss CM die innerste und fundamentalste Abteilung im System Mensch. Leider ist es gar nicht so einfach, ihnen durch Nahrung Gutes zu tun. Speisen aus Knochenmark und Hirn ist halt nicht jedermanns Sache. Zum Glück gibt es da noch die Bohnen.

Rote Bohnen bzw. Kidney-Beans sind richtiggehende Nieren-Schmeichler. Vor allem dann, wenn sie gut zubereitet sind. Dann machen sie auch keine Probleme bezüglich Gasentwicklung.

Eine rohe Portion Kidney-Beans für eine Mahlzeit mit ca. 4 Personen.

Nicht nur angesichts ihrer Signatur – die Dinger sehen tatsächlich wie kleine Nieren aus – sondern auch hinsichtlich ihrer Zubereitung ist der Nieren-Bezug offensichtlich. Denn die kompakten, harten Früchte geben ihre yin-ige Energie erst frei, nachdem man sie stundenlang im Wasser weichgekocht hat.

Zubereitung:

  • Mindestens 8 Stunden im Wasser einweichen (am besten über Nacht, und maximal während 20 Stunden)
  • Im Wasser aufkochen und mehrmals den Schaum z. B. mit einem Löffel grosszügig abschöpfen. (Gemäss CM werden die Bohnen dadurch von Toxinen befreit)
Zu Beginn den Schaum abschröpfen und entsorgen
  • Während mindestens 2 Stunden (besser noch: 3 Stunden) und bei niedriger Temperatur weiterköcheln. Ganz wichtig: Den Kochprozess nie unterbrechen und kein Salz verwenden! (Sonst klappts nicht!)
    Ausserdem ist mir zu Ohren gekommen, ein EL Natron beim Kochen helfe ebenfalls gegen die Gasentwicklung in den Därmen. Allerdings hilft ja Natron – wenn man dessen Jüngern Glauben schenkt – so ziemlich bei allen möglichen und unmöglichen Dingen.
  • Nun sind die Bohnen bereit für die weitere Zubereitung. Ich mag sie am liebsten mit einem grosszügigen Schuss Olivenöl und hochwertiger Sojasauce leicht knusprig angebraten sowie mit reichlich Cayenne oder Paprika, Pfeffer und etwas Salz. Die scharfen Gewürze fühlen sich zusammen mit den Bohnen gar nicht mehr soooo scharf an. Gemäss CM sind sie sogar hilfreich, um die eher schwere bzw. yin-ige Kost zu verteilen. Auch werden so nochmals Darmwinde vermieden. Wem Chili und Pfeffer wenig zusagt, kann auch auf Koriander zurückgreifen.

Einmal durchgeführt, ist der Aufwand überschaubar, vor allem wenn man erlebt hat, wie verdammt lecker die kleinen Roten schmecken :p

Das fertige Gericht.

Ausserdem ist dieses Gericht etwas, das man gerne teilt. Wenn ich Bohnen mache, gebe ich z. B. meinen Nachbarn oder Mitarbeitern davon ab. Ein schönes Geschenk :o)

Tja, wie meistens, machen traditionelle Gerichte aus der Sicht der CM Sinn. Chili con Carne enthält ja nicht nur Scharfes und Fleisch, sondern eben auch Bohnen. Klar, die Mexikaner mögen Chili, doch zusammen mit den Bohnen macht das Scharfe total Sinn!

In der Anfangssequenz des viel zu geilen Filmklassikers „Die linke und die rechte Hand des Teufels“ ist Terence Hill zu sehen, wie er nach dem Durchqueren der Wüste erstmal was in aller Ruhe verzehrt? – Yup, Chili mit Speck und Bohnen! Diese Szene ist so unglaublich trashig-cobowyesque, danach verstehst Du das Yin der Bohnen definitiv!

Terence Hill isst Bohnen in „Die linke und die rechte Hand des Teufels“


Okt 29 2019

Mononukleose / EBV

von Dr. Raphael Hochstrasser

Symptome kreisen um: Halssz, Müdigkeit, Fieber (im Peak), Splenomegalie, Hepatomegalie etc.

Musterdiagnose geht in Richtung: Wind-Hitze (H) oder Wind-Kälte befällt die Oberfläche bzw. die Lunge, tox. Hitze (H) der Wei-Ebene.

Inkubationszeit ca. 1-2 Monate, Ausheilzeit 2-4 Wochen.


Hier einige Arzneimittel (AM) und Akupunkte, die nicht übersehen werden dürfen:

Wichtige AM:

Yin Qiao San-Formula inkl.
Lian Qiao (Hals-Barriere stärken), Jin Yin Hua
(Hals-Barriere stärken) und Niu Bang Zi (Hals, tox. H), etc.

… ergänzen mit Variationen/Bausteien von
– Bai Hu Tang (wenn es von der Wei in die Qi-Ebene übergreift)
– Qing Yin Tang (wenn es auf die Ying-Ebene übergreift)
– Zhu Ye Shi Gao Tang (Regenerationsphase)

Antiviral:
Da Qing Ye (Hals, tox. Hitze sehr wichtig)
Huang Qin (bei Schleim, verdicktem ZB)
Ma Bo (Top-Halssz.-Mittel)

Ausgleichende Mittel
Mu Dan Pi (ausgeglichen, tox. Hitze, Yin schützen, UJ)
Xuan Shen (sehr hilfreiches Mittel, tox. Hitze, Shen)

bei Symptomen auf der Haut:
Zi Cao (bei Hautrötungen)
Qian Cao (dito)
Chi Shao (dito & Xue-Stase-Hitze)

Bei Trockenheit im Hals:
Mai Men Dong (bei Yin-Leere Hitze, Hals-Trockenheit)
Bai He (bei Hals-Trockenheit)

Wichtige, klassische Akupunkte:

Di4, Di11, SJ5, Bl12/13, Mi10 (Xue-H), Du14 blutig schröpfen (bei viel H), Lu10 (bei aktuer H im Hals)


Okt 20 2019

Rückenschmerz – Arzneien

von Dr. Raphael Hochstrasser

Die Behandlung von Rückenschmerzen ist gewissermassen eine Königsdisziplin der Chinesischen Medizin. Natürlich können wir mit Nadeln, Gua Sha, Moxa und weiteren Verfahren schon sehr viel bewirken, und bei chronischen Geschehen sind gezielte Rücken-Übungen unumgänglich. Doch manchmal möchte man die Freunde aus der Natur als regelmässige Helferchen mitarbeiten lassen. In diesem Artikel schauen wir uns an, was sich im Arsenal der CM-Arzneien für den Rücken so findet.

Die wirksamsten Rücken-Mittel haben meist eine einseitige Yang-Ausprägung. Besonders bei Hitze-Mustern oder bei Yin-Leere-Hitze dürfen sie nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Doch viele Patienten mit akuten Rückenschmerzen zeigen Hitze-Anteile bzw. latente Entzündungserscheinungen, die mit Hitze-Muster einhergehen. Umso wertvoller sind jene, zwar nicht immer so direkt auf den Rücken wirkende Mittel, die jedoch einen Ausgleich auf die Yang-Ausprägung bieten.

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Yang tonisierende

Du Zhong (Eucommiae) – wichtiges Rücken-Mittel!!!, Yang, Bi (F & K), Sehnen und Knochen, Leitbahn-Stagn., Bote für UJ, Fötus beruhigen, 9-15 g

Xu Duan (Dipsaci) – wichtiges Rücken-Mittel!!!, Yang, Leitbahn-Stagn, Bote für UJ, Bi (W&F, Sehnen & Knochen), Fötus beruhigen, 9-18 g

Rou Gui (Zimtrinde) – sehr stark Yang-tonisierend und wärmend. Nicht so spezifisch für den Bewegungsapparat, jedoch häufig eine Schlüsselarznei, um das blockierte Qi mit Wärme wieder in Gang zu bringen. 3-6 g

Fu Zi (Aconit) – heissestes Mittel, daher manchmal gut als Losbrecher und bei Kälte-Mustern, Bi (Kälte), 3-6 g

Lu Jiao Fen (Hirschgeweihpulver) – weites & intensives Yang-Wirkspektrum, auch bezüglich Jing, daher schnell mal zu viel des Guten, unbedingt ethische Kontrolle (nur vom Hirsch abgeworfene Geweihe/ Lu Jiao/ benutzen), 6-9 g

Dong Chong Xia Cao (Cordyceps) – Yang, Wei-Qi, Lu-Yin, gehyptes Langlebe-Mittel (jedoch ökolog. & ökonom. heikel, oft zu tonisierend), 3-6 g

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Milde Yang-Tonika
sind vielleicht nicht ganz so starke Rücken-Mittel, jedoch dankbar wegen ihrer Ausgewogenheit

Ba Ji Tian (Morindae) – Mild Yang, daher Yin-verträglich, Miktion, Bi (F&K, Sehnen & Knochen), 9-15 g

Gou Ji (Cibotii) – Mild Yang, daher gut für Langzeitanwendung, v. a. bei Bi-Mustern (W&F, Sehnen und Knochen), 9-15 g

Gu Sui Bu (Drynaria) – speziell wichtig für dieKnochenheilung, Leitb-Stagn, 6-18 g

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Yin/Xue-stärkende
wichtig, da die Yang Mittel Yin aufbrauchen und da bei Rückensz oft auch entzündliche Prozesse mitspielen

Gui Ban (Testudinis) – Yin-Leere-Feuer (Nr.1), Yin stärkend, Le-Yang absenken, Jing, 6-18 g

Gou Qi Zi (Bocksdornfrüchte) – Le-Xue, Augen, 6–12 g

Sheng Di Huang (Rehmannia) – Nur leichte, direkte Wirkung auf den Rücken, jedoch viele indirekte, wichtige Yin-Fnkt bei der Behandlung von Rückenproblemen insbesondere gegen Leere-Hitze-Entzündungen, Di, He, Haut, etc. 9-30 g

He Shou Wu (Polygoni) – Mildes Mittel, jedoch nützliche Abdeckung: Di-Stuhl, Jing, Blut, 9-30 g

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Qi und Xue-bewegende Mittel

Huai Niu Xi (Cyathulae) – wichtiges Rücken-Mittel!!! Xue-Stase verteilen, UJ, FH-Blase, Bi (FH, H, Sehnen und Knochen). (Chuan Niu Xi wirkt ähnlich, ist etwas milder), 6-15 g

Xiao Hui Xiang (Foeniculi) – weniger ein Rückenmittel als bei Sz in der unteren Le-Leitbahn/Genitalien, Kälte-Stagn.-verteilend (daher auch Yang-stärkend), 3-9 g

Chuan Xiong (Si Chuan-Liebstöckel) – keine direkte Wirkung auf den Rücken, jedoch sehr wichtiges Xue-Mittel, das auch auf den Bewegungsapparat wirkt, Bi (W), 3-9 g

Mu Dan Pi (Moutan) – keine direkte Wirkung auf den Rücken, jedoch vielseitiges Mittel bei Hitze/Xue-Hitze, Xue-Stase im UJ, Haut, Le, tox.-Hitze (gegen Entzündungen), 6-12 g

Xiang Fu (Cyperi) – Ebenfalls kein direktes Rücken-Mittel, aber quasi das bessere Chai Hu wenn es darum geht, die Stagnation auf rein körperlicher Ebene zu behandeln. Also besonders wenn Le-Qi-Stagn mit im Spiel ist. Bei stressbedingten Rückensz (vor Prüfungen, etc.) ist eine Strategie in Richtung Chai Hu Jia Long Gu Mu Li Tang übrigens eh erfolgsversprechender als klassische Rückenmittel! Oder einfach Gb21 und Gluteus medius des (kleinen) Todes schröpfen.

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Ni-Haltende-Fnkt
(Ni-Halten Dysfnkt steht besonders im Zusammenhang mit Inkontinenz, Spermatorrhö, Leukorrhö, etc., die bei Rückensz meist ab ca. 35 Jahren zum Thema werden). Wichtig sind Suo Yang und Rou Cong Rong auch wegen ihrer Di-Stuhl-fördernder Funktion, die bei Rücken-Schmerzen ein nicht zu unterschätzender Faktor sein kann. (Auch Sheng Di Huang und He Shou Wu bedienen diese Funktion).

Suo Yang (Cynomorii) – Yang (Ni-Sex-Fnkt), Di, Bote für Sehnen und Knochen. Sanftes Mittel, z. B. um ein Rücken-Rezept für Patienten mit Neigung zu Obstipation und Erektiler Dysfunktion abzurunden. 6-15 g

Rou Cong Rong (Cistanches) – wichtig für Ni-Halten-Fnkt (Wasser, Sperma), Yang, Di-Stuhl, hohe Dosierung erforderl., 19-21 g

Sha Yuan Zi (Astragali) – Primär um Urin und Sperma besser halten zu können, Yang, Augen, 9-20 g

Bu Gu Zhi (Psoralae), Yang, sehr warm, wichtig bei Hahnenschreidiarrhö, Mi-T&T, Miktion, 6-9 g

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Bi/Wind
von dieser Kategorie sollte bei jeder Rücken-Verschreibung mindestens eines mit dabei sein. (Auch Xu Duan, Du Zhong, Ba Ji Tian, Gou Ji, Huan Niu Xi und Chuan Xiong haben eine Bi-Wirkung). Wenn es um Sz im oberen Rücken oder im Nacken geht, gehören die letzten drei dieses Kategorie gar zu den Hauptbestandteilen der Formulierung.

Wu Jia Pi (Acanthopanacis) – Bi (W, F), Leitb-Stagn., Jing, F-Bl, v. a. bei Ni/Le-Schwäche, 6-9 g

Du Huo (Angelica) – Bi (W, K), Taiyang-Kälte, Bote für UJ/Taiyang & Du, v. a. bei Knie-Problemen, 3-9 g

Sang Ji Sheng (Taxilli) – Bi (W, F), UJ, , Le-Xue/Haut, 9-18 g

Qiang Huo (Notpterygii) – Bi (W,F), Taiyang-Kälte, Du-Leitbahn (wie Dü3, wichtig für vertebrale Leiden), Bote und Hauptmittel für Nacken, KSz

Gao Ben (Ligustici) – Wind-Kälte, Taiyang, Bi (W, F), KSz (Taiyang und Jueyin/Hinterkopf, Vertex-Wangen)

Ge Gen (Pueraria) – Wind-Hitze (Wei-Ebene), Nacken & Oberrücken
(Taiyang-Kälte), KSz (Yangming), modern auch bei He-Xue-Stase/Angina pectoris


Jan 9 2019

Siedfleischsuppe

von Dr. Raphael Hochstrasser

Bekömmlich und nährend, Qi und Jīng aufbauend.
Ideal für Herbst & Winter oder Aufbauphasen.

1. Bouillon:
2 Zwiebeln aufschneiden und braun anbraten (ohne Öl, es muss so richtig gruusig werden; damit sie in der Suppe nicht zerfallen mit einem Zahnstocher aufspiessen.)
Wasser dazu
1 Sellerie, 2-3 Rüebli und 1/2 Kohl
Gewürze (Si Chuan-Pfeffer, Loorberblatt, Kreuzkümmel, Salz, Ingwer, Chili, usw.)

2. Fleisch:
– Zuerst Hitze reduzieren, dann 1 kg Rinds-Siedfleisch-Mökli dazu geben.
– Ca. 5-15 Markbeine dazugeben
– 1.5 h sieden (= nicht heiss machen sonst wird das Fleisch gummig, nur leise köcheln)

3. Gemüse:
– Falls noch Gemüse zum Essen mit rein soll, dieses erst in der letzten halben Stunde dazu geben. Kartoffeln passen gut.


Okt 6 2017

Vitalpilz

von Dr. Raphael Hochstrasser

Vitalpilze sind in aller Munde und Mägen. Die kleinen Hutträger aus Wald und Wiese warten mit Tausenden von Wirkstoffen auf, an denen sich Gesundheitsberater und Medien nur so vertun. In diese Kerbe wollen wir nicht auch noch schlagen. Wir konzentrieren uns lieber auf jene Wirkungen, die sich in der Praxis als relevant erwiesen haben.
(An dieser Stelle ein Dankeschön an unseren Pilzmeister Samuel Durrer!).

Dieser Eintrag richtet sich an Fachpersonen der CM. Wer sich mit Vitalpilzen aufpeppen möchte, sollte dies nämlich in Abstimmung mit seinem Muster gemäss CM tun. Natürlich helfen wir Dir gerne bei der Erstellung einer Musterdiagnose sowie bei der Wahl der entsprechenden Vitalpilze!

In der CM werden Pilze übrigens hauptsächlich zur konstitutionellen und adjuvanten, also zur längerfristigen Therapie eingesetzt. Dementsprechend liegen die wichtigsten Behandlungsfelder im Bereich des Immunsystems, bei Nebenwirkungen von Krebsbehandlungen, bei Stoffwechselstörungen, bei neurologischen Ungleichgewichten sowie bei verschiedenen chronisch-systemischen Erkrankungen.

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Polyporus, Zhu LingEichhase
Blase, Augen
Blase
-Lin/FH, diuretisch, Ödeme, Miktion, Haarwachstum, angeborenes Immunsystem (antioxidativ).
CM: Mi, Ni, Bl, F im UJ, Bl-Lin, ähnlich diuretisch wie Fu Ling aber stärker
Kombo: + Coriolus für akute Cystitis
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Cordyceps, Dong Chong Xia CaoCordyceps Mycelia 
Leistung, Lu-Qi
Leistung
(Sex, Sport, Stressadaption), Atmung, Dyspnoe, Asthma (verbessert die Sauerstoffaufnahme, ist aber nicht auf der Dopingliste), Fertilität (Testosteron, Sperma), Anti-Aging, Burn-Out (Stressreduktion, Shen/Qi, Yin +), Zellschutz (antioxidativ), virale Infekte, Shen (Depr/Erschöpfung/Stress/Angst, Dopamin), Sport-Regeneration, Haarausfall (durch Schock)
CM: Lu-Yin, Ni-Yang-Rücken, Lu-Qi/Schleim-Atmung/Lu-Qi, Wei-Qi, Ni-Jing-Sex, Ming-Men, Shen, Tumorerkrankungen, Hyperlipidämie und Hypertonie, Ni-Wasserfunktionen
Cave: Kontraindiziert bei Herzrasen, innerer Unruhe, schnell aufsteigendem Yáng, Einnahme von Mao-Hemmern oder Immunsuppressiva. Einnahme morgens und mittags (um Schlaf nicht zu beeinträchtigen)
Kombo: + Coriolus bei Kinderwunsch und zur Regeneration nach Sport
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Pleurotus ostreatus, Austernpilz, Ping Gu
Gewichtsreduktion
Blutfette senken, vor freien Radikalen schützen, Gewichtsreduktion
CM: Le, Mi, Ma
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Shiitake, Xiang Gu, Shain Gu Gu, Pasaniapilz, Hua Gu
Gelenke, antimikrobiell
Qi+, Rheuma, Gelenke (Minerale/Vitamine), akute Grippe, Gicht, Osteoporose, Fettstoffwechsel, Infekte/Schleimhaut (antimikrobiell), Immunsys (chron. Infekte), Kopfsz.
CM: Mi, Ma, Lu, Ni
Kombo: + Auricularia zum Aufbau des Blutes, + ABM + Coriolus bei Grippe, + ABM für den Darm
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ABM, Ji Song ErAgaricus blazei Murrill, Sonnenpilz, Ji Song Rong
Allergien, Immunsystem
Allergien
(Histamin/Immunglobulin reg.), Immunsystem (Intensivgabe um Schwäche auzufbauen, Zytokine, Phagozyten), entgiftend, bei Lebensmittelunverträglichkeiten, Haut (keimstoppend, z. B. Akne, Psoriasis), Diabetes (Insulinsensitivät), gegen NW der Krebstherapie
CM: Mi, Ma, Dü, Di, Wei-Qi
Kombo: + Vit. C (z. B. durch Gou Ji Zi oder Sanddorn), Einnahmedauer: max. 3 Monate
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Mu ErAuriculairia polytricha, Judasohr
Blut regulieren/bewegen, Augen
Blut regulierend
(Ohrenleiden, Blutdruck, Tinnitus, Thrombose, Infarkt, Arteriosklerose, Durchblutung), Augenentzündung, Schleimhaut, Immunsystem stärken
CM: Ma, Le, Di, Blut-bewegend, Yin schützend
Kombo: + ABM bei Augenbeschwerden, Darm/Haut, + Rei Shi fürs Herz, + Liposmales Kurkuma bei Venenentzündungen
Cave: Kontraindiziert in FrühSS

Cave: Blut verdünnende Mittel (Als weniger schädliche Alternative von Aspirin C: 1,2 g entsprechen 100 mg Aspirin)
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Champignon, Yang GuMo Gu
Leber, Wundheilung, Blutfettwerte, hormonabhängige Brustkrebsarten (Kombo: Coprinius)
CM: Mi, Ma, Lu, Di, Dü
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Coprinus, Ji Tui GuCoprinus camatus, Schopftintiling
Diabetes, Verdauung
Diabetes
(Blutfettwert senken), Durchblutung (Arteriesklerose), Obstipation, Verdauung/Stoffwechsel (Lektine->Zellteilung, Proteinbiosynthese, Agglutination), Angstzuständen, Hormonabhängige Krebsformen
CM: Mi, Ma, Lu, Le, Ni, Yin+
Kombo: + Rei Shi & Hericium bei Angst
+ ABM Diabetes Typ I
+ Maitake Diabetes Typ II
Cave: Nicht mit Alk kombinieren!
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Rei Shi, Ling ZhiGanoderma, Lackporling
Herz, Kreislauf
Herz, Kreislauf, Shen, Immunsys. (Aufbau), Konstitution (äusserlich: Haut), multifunktional (400 Wirkstoffe, antibiotisch, hepatoprotektiv, antidiabetisch, analgetisch, antiasthmatisch, hustenstillend, BD, Allergien, Haut, Strahlenschutz (während Radiotherapien) usw. …)
CM: Lu, He, Le, Qi+, Xue+, Lu-Schleim
Für Shen-beruhigende Wirkung (Schlaf, etc.) eher pulverisierte Rohdroge verwenden als das reine Extrakt.
Kombo: + Vit. C generell empfohlen für bessere Wirkung
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Coriolus, Yun Zhi (Enoki = ähnliche Wirkung)
Antibiotisch, CFS, Borreliose, Mononukleose
NW Chemo/Radiotherapie, Immunmodulation (Allergien, Infektionen, antibiotisch) va Akutphase, CFS, Borreliose, Mononukleose, Candida. , HPV, Autoimmunerkrg., obere Atemwege und NNH (Schleim, Stippchen, etc.)
CM: Schleim/Feuchte, FH, Wei-Qi, Zheng-Qi, Zhong-Qi
Kombo: + Vit. D3 + Folsäure bei Cervixdysplasie
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Hericium, Hou Tou Gu Hericium erinaceus, Affenkopfpilz
Shen, Ängste, MS, Magen-Darm, Entzündungen
Shen
(Ängste, Schlaf, Unruhe, Burn-Out, Depression), Nervenkostüm, Neurodegeneration (Alzheimer, Parkinson, MS), Magen-Darm (latente Entzündungen/Schleimhaut), Immunsystem (T- & B-Lymphozyten), Heliobacter
CM: Alle Leitbahnen, besonders Mi, Ma, Le, Ni, Hitze zerstreuend
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Maitake, Wu Er, Grifola, Klapperschwamm, Hui Shu Hua
Diabetes
Immunsystem (Grifolan->Makrophagen, antiviral), antidiabetisch (Glukosetoleranz erhöhend ohne Insulin zu erhöhend, Blutzucker senken, Fettstoffwechsel, entgiftend), Osteporose (Vit. D-Vorstufe/Ergosterin), Blutdruck senken (RAS reg.), auch bei Diabetes-Gefährdung oder Schwangerschaftsdiabetes
CM: Mi, Ma, Ni, Le, Feuchte, Wei-Qi
Kombos: + Vit. C generell, + Coprinus bei Diabetes

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Dosierung: Täglich 1-3 g Extrakt oder 3-5 g Pulver während 1-3 Monaten, bei Kombos Total 3-6 g
Pilze sind evolutionsgeschichtlich näher mit Tieren verwandt als mit Pflanzen. Durch diese Ähnlichkeit weisen sie für uns Menschen einerseits eine hohe Bioverfügbarkeit auf, andererseits verhindert ihr Chitinpanzer, dass die darin gebundenen Polysaccharide herausgelöst und verwertet werden können.
Daher sollte neben dem reinen, möglichst fein pulverisierten Pilzmaterial auch das pulverförmige Extrakt („Granulat“) in Betracht gezogen werden. Für dieses werden die Ausgangsstoffe gekocht, extrahiert und auf Trägersubstanzen aufgesprüht. Durch das Extraktionsverfahren sollen die  Polysaccharide verfügbarer sein.

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Galenik (Orginaltext von Complemedis)
Extrakte
Durch Heisswasserextraktion wird aus den Pilzen ein hoher Anteil an Inhaltsstoffen, insbesondere Polysaccharide, gelöst. Der Polysaccharidgehalt kann standardisiert werden. Zudem weisen Extrakte eine sehr hohe Bioverfügbarkeit auf, d.h. der Körper kann die bei der Extraktion aus dem Pulver gelösten Inhaltsstoffe optimal aufnehmen.
Pulver (1:1)
Hierbei handelt es sich um feinst gemahlene getrocknete Pilze. Aufgrund des schonenden Herstellprozesses weisen gewisse Pilze unter Umständen ein breiteres Spektrum an Inhaltsstoffen auf als Extrakte. Pulver werden in der Regel höher dosiert als Extrakte.
Granulate
Bei den Granulaten wird das Extrakt auf einen Trägerstoff (meist Maisstärke) aufgesprüht. Dadurch erhält das Produkt bessere Fliesseigenschaften als Pulver, was vor allem für eine anschliessende Tablettierung von Vorteil ist. Zudem verfügen die Hersteller der Granulate über jahrzehntelange Erfahrung und haben ihre Herstellprozesse zur schonenden Wirkstoffextraktion entsprechend perfektioniert.

Bezugsquellen

www.complemedis.ch (Für registrierte CM-Profis)
www.gfvs.ch/vitalpilze/ (Gute Wissensquelle)
www.vitalpilze.ch/ (Günstige Bezugsquelle, KK-Rückerstattung muss aber vorher abgeklärt werden)
www.mykoplan.ch/ (Bio, gute Qualität, Pulver und Extrakt gemischt, nur in Kapsel, KK-Rückerstattung muss vorher abgeklärt werden)


Mrz 23 2017

Zahnungscrème

von Dr. Raphael Hochstrasser

Eine fertig konfektionierte Zahnungscrème, die bei einer Fachapotheke für CM erhältlich ist, enthält Kaliumsorbat. Kaliumsorbat wird zwar in einigen Lebensmitteln verwendet, ist aber ausgerechnet jener Konservant, der im Verdacht steht, die DNA zu schädigen.
Die Zähne – besonders in der Entwicklungsphase – zählen gemäss CM genauso zum Jing, wie die DNA. Jedem CMler sollte es ein Graus sein, so etwas auf’s Zahnfleisch von Babies zu streichen, besonders in der Wachstumsphase.
Daher haben wir selber ein Rezept zusammengstellt, das man in eine Salbengrundlage (z. B. Kokosfett) mischen kann:

Angelicae dahuricae, Radix / Bai Zhi
Menthae haplocalycis, Herba / Bo He
Citri reticulatae, Epicarpium et Mesocarpium / Chen Pi
Ligustici chuanxiong=Chuanxiong, Rhizoma / Chuan Xiong
Salviae miltiorrhizae, Radix et Rhizoma / Dan Shen
Poriae Sclerotium=Poria / Fu Ling oder Chi Fu Ling (eher Blut-Ebene)
Draconis, Fossilia ossis / Long Gu

Obwohl man sich die Abrasion der Granulatkörner auf dem Zahnfleisch als unangenehm vorstellt, haben wir bis jetzt gute Erfahrungen damit gemacht. Vielleicht fördern sie auch auf der mechanischen Ebene die Schmerzlinderung, bzw. die Flexibilität des Zahnfleisches in Form einer Mikromassage? Sonst könnte man das Granulat vorher zu feinerem Pulver mörsern.

 


Apr 7 2016

Wen Bing, Wēn Bìng, 4 Schichten, vier Schichten-Modell, Wärme-Erkrankungen

von Dr. Raphael Hochstrasser

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Wēn Bìng

溫 病 (chin: Wärme-Krankheiten)

Die erste Erwähnung über Wärme-induzierte Erkrankungen findet sich natürlich wie gewohnt im Huáng Dì Nèi Jīng Sù Wèn. Das sogenannte Wēn Bìng Lùn, die eigentliche Abhandlung darüber, entstammt aber einer späteren Zeit. Irgendwann kam nämlich das Bedürfnis auf, das Shāng Hán Lùn um Methoden zu ergänzen, die speziell bei epidemischen-, also infektiösen Volks-Krankheiten wirksam sind. Die wichtigsten Autoren des Wēn Bìng Lùn waren Wú Yòu Xìng (1582-1652), Yě Tiān Shì (1690-1760) und Wú Jū Tŏng (1758-1836).

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Diagnose

Das Prinzip des Wēn Bìng ist einfach: Bei febrilen Erkrankungen durch äussere Faktoren werden vier Schichten unterschieden: Die Wèi-Schicht, die Qì-Schicht, die Yīng-Schicht und die Xuè-Schicht. Sie stehen für den Charakter und die Tiefe, bis in welche die Krankheit vorgedrungen ist:

Schicht Tiefe Schweregrad Symptome
Wèi
Äusserliche Abwehrschicht Leichtgradiges Anfangsstadium Betrifft Kopf, Nase, Hals, Rachen, Atemwege, Husten, leichtes Fieber
Schicht der Qi wandelnden Instanzen Leicht- bis mittelgradig.
Das Zhèng Qì kämpft aktiv
Hitzezeichen, hohes Fieber, viel Schwitzen, Durst, starke und brennende Schmerzen
Yīng Innere Schicht der nährenden Instanzen Mittel- bis schwergradig.
Das Zhèng Qì und innere Ressourcen sind bedroht
Yīn-Leere-Hitze-Zeichen, hohes Fieber am Abend und in der Nacht, trockener Mund und Stuhl, Insomnie
Xuè Innere Schicht
Schwergradig bis lebensbedrohlich.
Die inneren Ressourcen sind beschädigt
Wie Ying-Ebene, zusätzlich mit Blutungen, Exkrete, Delirium, Koma

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Pathogenese

Wèi-Schicht:
Der pathogene Faktor (Xié Qì65) dringt von aussen ein und erzeugt Symptome in den oberen Körperöffnungen und Atemwegen. Das Yáng zeigt im Verhältnis zum Yīn ein leichtes Übermass.
Qì-Schicht:
Etwas tiefer beginnt der Kampf zwischen pathogenem (Xié-) und aufrechtem (Zhèng-65) Qì. Dieser Kampf führt einer Art Reibung, wordurch das hohe Fieber und die ausgeprägten Hitze-Symptome erklärt werden. Das Yáng zeigt im Verhältnis zum Yīn ein deutliches Übermass. Wird die Krankheit schwerer, geht sie noch eine Schicht tiefer, auf die…
Yīng-Schicht:
Die durch die Hitze verbrauchten Ressourcen führen zu Leere-Symptomen. Hier geht die Krankheit erstmals auch an die Substanz (Yīn), was sich durch Yīn-typische Symptome zeigt, wie: Verstärkung am Abend und in der Nacht, Trockenheit, etc. Wir das ganze noch schwergradiger, geht es auf die nächste Schicht, auf die…
Xuè-Schicht:
Sie entspricht dem Stadium der Yīng-Ebene, zeigt aber extremere Symptome. Typisch sind Blutungen aus verschiedenen Körperöffnungen, sowie spontane Hautausschläge oder Entleerungen von Exkreten. Das Yīn ist so stark geschädigt, dass auch das Yáng immer wieder kollabiert und es zu deliriösen und komatösen Zuständen kommt.

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Therapie

Akupunkte und Arznei-Formeln bei (toxischer-) Hitze auf der jeweiligen Ebene:

…Wèi
Du14, Di4, Di20 SJ5, Di11, Lu5, Bl12, Bl13 Sang Ju Yīn
Yīn Qiao San

Mi/Ma/Di: Huo Xiang Zheng Qi San, Lian Po Yin;
Lu: Ji Jian Wei Rui Tang, Qing Zao Jiu Fei Tang, Sang Xing Tang
…Qì
Ma: Di11, Ma 44, Ren12, Bl21

Di: Di11, Bl25, Ma 25, Bl25, SJ6 & Ni6 Verstopfung, Mi15

Lu: Lu1, Lu5, Di11, Bl12, Bl13, Ren17

Gb: Gb34, Di11, SJ5, Pe6, Gb43, Gb24, Pe7 & Gb38

Ma: Bai Hu Tang
Zhu Ye Shi Gao Tang)

Di: Da Cheng Qì Tang
Tao He Cheng Qi Tang, Xiao Cheng Qi Tang, Ma Zi Ren Wan, Xie Xin Tang, Hou Po San Wu Tang, Da Huang Mu Dan Tang

Lu: Ma Xing Shi Gan Tang
Xiao Xian Xiong Tang, Qing Jin Hua Tan Wan, Liang Ge San, Qin Jin Hua Tan Wan, Xin Yi Qing Fei Yin

Thorax & Zwerchfell: Zhi Zi Dou Chi Tang
…Yīng Pe3, Jing-Brunnenpunkte, Ni1 Qing Ying Tang
Zeng Ye Tang, Zeng Ye Cheng Qi Tang, Qing Hao Bie Jia Tang, Xi Jiao Di Huang Tang,
Pe: An Gong Niu Huang Wan, Zhi Bao Dan
…Xuè Bl17, Mi1, Mi10, Ni8, Pe8, BI25, Ma25 Xi Jiao Di Huang Tang
Zeng Ye Tang, Zeng Ye Cheng Qi Tang, Qing Hao Bie Jiao Tang, E Jiao Ji Zi Huang Tang, Zhi Bao Dan,
Le-Wind: Ling Yang Gou Teng Tang

Wichtige Einzel-Arzneien…

…mit nachgewiesen antibiotischem Effekt: Huang Lian, Huang Qin, Bai Tou Weng, Chuan Xin Lian, Hu Zhan, Huang Bai,  Ku Shen, Pu Gong Ying, Shan Dou Gen

…mit nachgewiesen antiviralem Effekt: Lian Qiao, Jin Yin Hua, Ban Lan Gen, Da Qing Ye, Ju Hua


Sep 14 2015

Liù Jīng – Shānghán Lùn – 6 Schichten

von Dr. Raphael Hochstrasser

Bereits im Huángdì Nèijīng Sùwèn (Kapitel 66) werden je drei Yáng- und drei Yīn-Qualitäten von Qì unterschieden. Später hat der Arzt Zhàng Zhòng Jīng (50-150 n.u.Z.) sein Lebenswerk, das Shānghán Lùn auf ebendieser Basis, bzw. auf den sogenannten 6 Schichten, verfasst. Nicht nur das, er hat alle wichtigen, bis dahin veröffentlichten Arzneiklassiker zusammengefasst und daraus ein ausgeklügeltes, dafür nicht so einfach zugängliches Werk für die Praxis geschaffen.

Das Shānhán Lùn ist zu zwei 3er-Gruppen bzw. in 6 Abschnitte aufgeteilt, jedem davon werden zwei Funktionskreise inklusive Leitbahnpaare zugeordnet:

3 Äussere (Yáng) Schichten:

  • Tàiyáng 太陽             Bl &
  • Shăoyáng 少陽          SJ & Gb
  • Yángmíng 陽明          Di & Ma

3 Innere (Yīn) Schichten:

  • Tàiyīn  太陰                Mi & Lu
  • Shàoyīn 少陰              He & Ni
  • Juéyīn  厥陰                Pe & Le

Jeder Abschnitt im Shānghán Lùn beinhaltet Diagnose und Behandlung zahlreicher Ungleichgewichte der jeweiligen Schicht. Schicht ist allerdings keine optimale deutsche Übersetzung, chinesisch heisst es Jīng (Leitfaden/Prinzip/Stufe/confirmation/stage, etc.). Das 6-Schichten-Modell wurde ursprünglich zur Vorhersage meteorologischer Vorgänge genutzt. In der CM dient es daher zum Verständnis der Zusammenhänge der Vorgänge im Umfeld (Makrokosmos) und den entsprechenden und gleichbenannten Systemkreise im Körper (Mikrokosmos). Anders gesagt: Wenn eine Kraft im Organismus pathologisch behindert wird, dann geschieht dies häufig durch einen korrespondierenden exzessiven makrokosmischen Einfluss.

Beispielsweise wird das sogenannte Tàiyáng-Syndrom durch das Eindringen von Tàiyáng-Kälte von Aussen verursacht. Das Modell dient aber auch zum Verständnis des Qi-Metabolismus per se. Grob gesagt bringt die Yáng-Gruppe (Tàiyáng, Shăoyáng und Yángmíng) das äussere Qì ins Innere und gleicht die natürliche Tendenz des Yáng nach aussen zu strömen aus. Die Yīn-Gruppe (Tàiyīn, Juéyīn und Shàoyīn) verwaltet das von der Yáng-Gruppe gelieferte Qì im Innern und gleicht die natürliche Tendenz des Yīn nach unten abzusinken aus. Zudem wird jeder Schicht ein Pathogen und ein physiologischer Faktor zugeschrieben:

  • Tàiyáng – Äusserstes Yáng (öffnen) / Kälte bzw. kühlen
  • Shăoyáng – Kleines Yáng (Scharnier) / Feuer bzw. feuern
  • Yángmíng  – Helles Yáng (schliessen) / Trockenheit bzw. trocknen
  • Tàiyīn – Äusserstes Yīn (öffnen) / Feuchtigkeit bzw. befeuchten
  • Shàoyīn – Kleines Yīn (Scharnier) / Hitze bzw. wärmen
  • Juéyīn – Äusserstes Yīn (schliessen) / Wind bzw. bewegen

Oft wird davon ausgegangen, dass die Pathologien umso gravierender seien, je tiefer die betroffene Schicht liegt. Das stimmt nur bedingt, denn die sechs Schichten arbeiten nicht etwa seriell, sondern parallel und sind immer alle aktiv bzw. involviert. Krankheiten bewegen sich auch nicht immer schön von Schicht zu Schicht, von innen nach aussen, etc., sondern in verschiedensten Abfolgen. Man bedenke, dass die Schichten nicht bloss Leitbahn-Paare, sondern Funktionskreis-Paare beinhalten.

Tàiyáng…

…fungiert mit seinen äussersten Leitbahnen (Jīng) Bl & Dü als Öffner ins Äussere, vor allem gegen Wind und Kälte im OJ, Nackenbereich und zusammen mit dem Dū Mài der gesamten Körperrückseite. Mit seinen Organen (Fŭ) ist er zuständig für die Ausscheidung von Flüssigkeiten über das Miktions- (Bl) und Defäktionssystem (Dü). Die Betonung des Tàiyáng-Kapitel im Shānghán Lùn – es nimmt über die Hälfte des Werkes ein – liegt vor allem auf der von Aussen nach Innen-Funktion. Für seine Aufgabe wird ihm vom System verhältnismässig die grösste Menge Wèi Qì zugeteilt. Denn wenn einmal pathologisches Qì den Tàiyáng überwältigt hat, wird der Öffnungsmechanismus des Körpers gestört, die Zirkulation des Oberflächen-Yáng stagniert und damit beginnt die Krankheit im Inneren.

Klassisches Syndrombild:
Gleichzeitig Fieber & Frösteln, Wind-Kälte, Nackensteifigkeit

P: o’flächlich & gespannt oder tief
Klassische AM bei Tàiyáng-Kälte:
Ma Huang Tang, Gui Zhi Tang, Ge Gen Tang, Wu Ling San (Fu)

Tàiyáng-Akupunkte:
Dü3     Du-Mai-Öffner, ShuP, HolzP (=Sehnen), TonisierenP, EPF ausl.wärmen und stark bewegen, Du-Mai-Öffner
Dü4     Yuan-QìP, EPF ausl.
Dü5     FeuerP
Dü6     Xi-SpaltenP, Nacken- und Leitbahnstagnationen, Augen
Bl60    FeuerP, Sehnen, Fülle im OJ ausleiten
Bl62    YangQiaoMai-Öffner, Wind, Sehnen
Bl63    Xi-SpaltenP, Sehnen, UJ
Bl65    ShuBachP, HolzP, SedierungsP

Shăoyáng…

…fungiert als Drehscheibe der Yáng Qualitäten des Qì. Er reguliert den Qì-Fluss (SJ) und die Dosis des Feuers und der Hitze (von Le-Gb, Yuán-Qì und Míngmén). Beziehung zu Yáng Wèi Mài und Dài Maì.

Klassisches Syndrombild:
Alternierendes/intermittierend Fieber & Frösteln, Le-Gb Symptome, kalte Hände und Füsse, weil das Yang noch oben entweicht
P: drahtig/gespannt

Klassische AM:
Huang Qin Tang, Xiao Chai Hu Tang, Si Ni San (kalte Fingerspitzen), Si Ni Tang (kalte Finger), Dang Gui Si Ni Tang (kalte Hände), …Chai Hu Tang Variationen (Fu)
Shăoyáng-Akupunkte:
Gb34   Hui-Sehnen, bewegen, ErdP, He-MeerP
Gb37   Feuer, Augen, LuoP
Gb41   ShăoyángP, DaiMai-Öffner, ShuP, HolzP,
Le3      bewegen, ShuB, ErdP, YuanQiP
SJ3      Hitze, Feuer im OJ, ShuP, HolzP
SJ5      ShăoyángP, LuoP, YangWeiMai-Öffner
SJ6      Hitze/Feuer klären, FeuerP, Di-Stuhl

Yángmíng…

als Innerstes der äusseren Gruppe repräsentiert den Verdauungstrakt, sorgt für das Verdauungsfeuer, sowie für die erste Zersetzung und Trennung des Nahrungsbreis. Er bildet den Übergang zur inneren Gruppe (Yīn) und auch eine enge Beziehung zum Tàiyīn, was das funktional sehr eng verknüpfte Zàng Fŭ-Paar Mi-Ma verdeutlicht.

Klassisches Syndrombild:
Fu: Hitze-Obstipation, starke Bauchsz.
Jing: “4 Grosse”
P: riesig

Klassische AM:
Ge Gen Tang, Bai Hu Tang (Jing), Cheng Qì Tang Variationen (Fu), Ma Zi Ren Wan (Fu)
Yángming-Akupunkte:

Di1 & Ma45   bluten lassen um schnell akute Hitze auszuleiten, Shen beruhigen
Di4                  EPF, va. Gesicht, YuanQiP
Di6                  Hitze, Gesicht/OJ, LuoP
Di10                Yángmíng-Feuer stärken (oberer Ma36, „ZuSanLi“)
Di11                Hitze klären, Nahrungsaufnahme (Assimilation) verbessern, ErdP
Ma36               Yángmíng-Feuer stärken, regulieren, tonisieren, ErdP
Ma37               Nahrungsstagnation, Völle
Ma40              bewegen, Gesicht-Kollateralen
Ma44              Hitze nach unten ausleiten
Ren11/12        moxieren um Yángmíng-Feuer zu stärken

Tàiyīn…

…bzw. das Äussereste des Inneren empfängt den vom Yángmíng vorbereiteten Nahrungsbrei (Gŭ Qì) und die Luft (…aus der Atmung: Kōng Qì) zur Umwandlung in für den Körper verfügbares Qì (Zhēn-Qì). Zhēn-Qì besteht aus Yīng-Qì und Wèi-Qì, also aus Nähren und Schützen (Immunsystem), wobei der nährende Aspekte eher der Mi zugerdnet wird und der schützende Aspekt eher der Lu. Entsprechend ihren Aufgaben ist das Yīng-Qì ist eher gleichmütig (Yīn) und Wèi-Qì eher wild (Yáng). Diese Eigenschaft geht auch über die reinen Konzepte von Wèi-Qì und Yīng-Qì hinaus: Dank der hohen Mobilität des Qì (Lu) kann es dort verfügbar gemacht werden, wo es gebraucht wird. Mittels Atmung lässt sich das Qi bewusst (Shén) steuern und beispielsweise in eine bestimmte Muskelgruppe lenken. Man denke an die Kampflaute der Samurai Krieger oder an den natürlichen Reflex bei hohem Kraftaufwand die Luft anzuhalten. Ein weiteres Korrelat, um sich die gemeinsame Funktion von Mi & Lu zu verbildlichen, ist die Zellatmung. Bei dieser wird in den Mitochondrien Adenosintriphosphat (ATP) aus der Nahrung (Glucose) gewonnen. ATP ist ein einfacher, universeller Energieträger, also vergleichbar mit Qi. Interessant ist dabei auch, dass beim Aufspalten der Nahrung Wärme (Qì wärmt!) abgegeben wird.

Typische Yángmíng-Muster betreffen daher Feuchtigkeit, Metabolismus (eher Mi), Qì- und Blut-Bewegung (eher Lu). Ein klassisches Leere-Fülle-Muster in Kombination mit dem Yángmíng lautet Tàiyīn-Xū und Yángmíng-Shì bzw. Mi-Qì-Leere und Ma-Hitze bzw. Feuchte/Adiposität und Heisshunger. Therapeutische Antworten darauf wären z. B. Mi3/4, Ren12 und Ma44/45, sowie Ban Xia Xie Xin Tang. Was das Shén betrifft, wäre Traier und Sorge ein typisches emotionales Yángmíng-Feld.

Ein hervorragender Grundstein zur Behandlung von Tàiyīn-Mustern bilden übrigens Bai Shao und Gui Zhi. Warum denn Bai Shao? Weil es neben der Le vor allem der Mi zugeordnet wird und weil es so spezifisch wie kein anderes Mittel das Ying-Qì nährt! Guì Zhī hingegen tonisiert das Weì-Qì und weist einen starken Lu-Bezug auf. Eine weitere Eigenschaft der Zimtäste ist ihr ausbreitender Charakter von hoher Mobilität und Verfügbarkeit.

Klassisches Syndrombild:
Erbrechen & Diarrhö durch Leere („Mi-Yang-Leere“)
P: moderat.

Klassische AM:
Gui Zhi Ren Shen Tang, Li Zhong Wan (Yáng), …Zhong Tang Variationen

Tàiyīn-Akupunkte:
Ren12             Lu über die Mi stärken (als Mutter, Wŭ Xìng)
Lu5                 regulieren
Lu6 & Mi8     Blut bewegen
Lu9                 postnatale Blut- (und Qì-)Bildung
Mi3                 postnatale Qì- (und Blut-)Bildung
Mi9                 Feuchte
Ni3                  Lu über Ni-Yang (gemeinsame Wasserfunktion) stärken
Lu5 & Mi9      Starterkombo (Lu-Qì bewegen und Mi-T&T)

Shàoyīn…

ist vor allem für das Feuer- und Stagnations-Management zuständig. Die Shàoyīn-Jīng (Leitb.) für das Ausleiten von Feuer und Hitze, va Hitze-Stagnation aus den Yīn-Kollateralen. Die Shaoyin-Fù (Organe) sond eher für die Wärmequelle im Körper zuständig. Die Wärmequelle, also das Míngmén entspringt zwischen der li & re Ni und liefert das Yuán-Qì zur Unterstützung aller Qì-Transformationsvorgänge (man bedenke die Fähigkeit des Mingmen aus Wasser Feuer zu generien). Nochmal: Feuer/Wärme meint hier die Wärmequelle (Míngmén). Und das Bewegen ist im Sinne der Transformationsfähigkeit des Yuán-Qì, sowie der Dynamik der He-Ni-Achse gemeint.

Ein sehr typisches Shàoyīn-Muster ist Ni-Yīn-Leere mit He-Yáng-Fülle, AM: Tian Wang Xu Xin Dan. Aus diesem Verständnis macht auch Dào Chi San bei trübem Urin Sinn, denn das Shàoyīn versucht bei Hitze im He über die Ni bzw. Bl/Urin auszuleiten. Bei diesem Muster hilft es nun mal tatsächlich, viel zu Trinken! Reichlich klarer Urin hingegen indiziert eine Ni-Yáng-Leere: Das System versucht kühlendes Wasser durch Shàoyīn (Ni = Kühlung) über Tàiyáng (Bl) auszuscheiden.

Klassisches Syndrombild:
Yin-Leere-Hitze oder Yang-Leere, Palpitationen („He-Yin-Leere“)
P rechts: tief
Klassische AM bei Shàoyīn-Kälte:
Si Ni Tang, Gui Fu Li Zhong Tang, Zhu Li Tang, Si Shen Wan, Zhen Wu Tang (+Taiyin), Huang Lian E Jiao Tang (Hitze), Qing Hao Bie Jia Tang (Hitze)

Shàoyīn-Akupunkte:
He3     Hitze klären, WasserP
He5     He-Qì und Yīn stärken, LuoP
He7     He-Qì, Xue, Yīn ton., He-Qi reg., ShuB, YuanQiP
Ni3      Ni-Yīn und Yáng stärken, ShuB, ErdP, YuanQiP
Ni4      Leere-Hitze, LuoP
Ni6      Ni-Yīn stärken, Rachen, Ni-Qì-Empfangen, YīnQiaoMai-Öffner
Ni7      Ni-Yīn und Yáng, Wasserfnkt, MetallP
Ni10    Ni stärken, Wasser im UJ, WasserP
Bl10    WK, va Kopf, Sehnen
Lu5     Ni über Lu (gemeinsame Wasserfnkt) stärken

Juéyīn…

…bildet das Innerste der sechs Systeme als Schliesser. Es „schliesst“ z. B. den endogenen Wind, speichert und sorgt für die richtige Bewegung des Blutes (Pathologische Form = Blutungen). Durch den Pe hat Shàoyīn eine starke Verbindung zum Herzen bzw. den Koronararterien und den Herzmuskeln, die Le erklärt die Beziehungen zu den Blutfunktionen wie Speicherung, Reinigung und Zustellung, womit auch eine Beziehung zum Chōng Mài deutlich wird.

Klassisches Syndrombild:
rennendes Ferkel-Synd., Diarrhö, Erbr.
P: gespannt oder tief

Klassische AM:
Wu Mei Wan, Dang Gui Si Ni Tang
Juéyīn-Akupunkte:

Pe4      Pe reg., Hitze, Blutungen, Xi-SpaltenP
Pe6      He stärken und Qì bew., Thorax, LuoP, YinWeiMai-Öffner
Pe7      He-Feuer, Yuan-QiP, ErdP
Le2      FeuerP, Le-Feuer, FH im UJ
Le3      Le-Qì bew., Le-Xue nähren, ShuB, ErdP
Le5      FH im UJ, Le-Qì bew., LuoP

Shānghán Lùn-Artikel auf www.tcmaarau.ch.

Keywords: Liù Jīng Liu Jing Shānghán Lùn Shang Han Lun Shāng Hán Lùn
Shanghan Lun Shanghanlun 6 Schichten Sechs Schichten 6-Schichten
Taiyang Tai Yang Tài Yáng Shaoyang Shao Yang Shăo Yáng Yangming Yáng Míng 
Yang Ming Taiyin Tai Yin Tài Yīn Shào Yīn Shaoyin Jué Yīn Jueyin Jue Yin
Zhangzhongjing Zhàngzhòngjīng Zhàng Zhòng Jīng Zhang Zhong Jing 
六经辨证  Liù Jīng Biàn Zhèng Liu Jing Bian Zheng
伤寒论 Shānghán Lùn
 

Jul 3 2014

AM bei hotflashes / Klimakterium – Kurzliste

von Dr. Raphael Hochstrasser

Kurze Inspiration für Verschreiber…

Sheng Di (Yin-Leere Hitze, Hitzewallungen)
Shu Di (Yin-Leere, Blut-Leere)
Gou Teng (normal eigentlich v.a. Le-Yang absenken, aber bei hotflashes auch Leere-Feuer & Shen beruhigen)
Di Gu Pi (Yin+, Le-F, Lu abst., Haut, Zähne & Bai Wei (Yin+ und Leere-F, F u tox. H, Lu abst.)
Lian Zi Xin (He-F, ben. Shen, Ni-Jing)
Fu Xiao Mai (Schwitzen und hysterisch)
Huang Lian (He, Le, Ma Feuer, FH und tox. H, Augen, Zähne, Ma-Absteigen)
Zhu Ru (He & Ma-Schleim Feuer)

Top-Schwitzen stoppen:
Huang Qi (Wei-Qi-Poren kontrollieren)
Wu Wei Zi (adstringieren)
Long Gu
Bai Shao


Nov 11 2013

ED – Erektile Dysfunktion

von Dr. Raphael Hochstrasser

Eine der Haupttodesursachen bei Männern (Herzinfakrt, Krebs, Schlaganfall, COPD, Unfälle, Pneumonie und Grippe, Diabetes, Suizid, Ni-Krht., chron. Le-Krht.) ist Suizid. Mitunter einer der Hauptptgründe für Suizid ist die Erektile Dysfunktion (ED)! Ein viel zu unterschätztes, jedoch emotional sehr bedeutendes Thema bei Männern.

Prävalenz: Die 40 jährigen Männer sind zu ca. 40% von einer teilweisen und die 40-70 Jährigen zu 5-15% von einer kompletten Erektilen Dysfunktion betroffen. Das Alter ist der entscheidenste Einflussfaktor, neben Hypertonie, Diabetes, Medikamenteneinnahme, erhöhter Herzkreislaufbelastung.

Für die Erektion des „Mastertendon“ – es handelt sich schliesslich um die wichtigste und grösste männliche tendninomuskuläre Struktur bzw. Leitbahn ;o) – werden vor allem genügend Xue, Qi, also Yang (und Testoteron) benötigt, aber auch ein geschmeidiger He- und Le-Qi-Fluss.

Hauptgründe der ED

He und Shen-Muster > 50% (Emotionen)
FH (Alk,Drogen, Infektionen)
Blut-Stase (z. B. koitale Traumen)
Feuchtigkeit oder Schleim (Ernährung)
Kälte-Pathogene
Leere-Muster

Die Hauptmuster der ED nach CM

  • Yin-Leere-Hitze (häufig bei jungen Männern, passable E bei Masturbation, ED beim Koitus, E nicht dauerhaft oder GHS (gemütlicher Halbsteifer), Ejaculae praecox (frühzeitige Ejakulation, also vor der Pentetration), nächtliche oder spontane Ejakulation + weitere YLH-Zeichen)
  • Ming-Men-Feuer/Jing-Leere (mit dem Alter zunehmend, komplette ED, reduzierte Libido, Ni-Yang-Leere Zeichen)
  • He/Ni-Leere-Muster (begünstigt durch zu viel Kopfarbeit, teilweise oder komplette ED Shen und He-Zeichen)
  • FH geht n. unten (normales Libido, ED teilw. oder komplett, gelbes Ejakulat, feuchtes Genitalklima mit Geruch oder Juckreiz, bluttingertes Sperma, schmerzhafte Ejakulation, trüber oder stinkender Urin, Tröpfeln + weitere FH-Zeichen)
  • LQS (komplette oder teilw. ED, vermindertes Libido und ev. Abneigung gegenüber Koitus, Unwohlsein im Beckenbereich + weitere LQS-Zeichen)
  • Angst schädigt das Ni-Qi (Negative oder traumatische Erfahrungen, keine ED beim Sex, trozdem E möglich, z. B. Morgenlatte, frühzeitige Erektion, Ängstlichkeit + weitere Ni-Qi-Dysfnkt.)
  • Lokale Blut-Stase (Unvollständige Erektion, Schmerz bei Erektion, Hoden- oder Peniswurzelsz., stechender Sz, Becken- oder Perinäumssz., ev. begleitet durch chron. Prostatitis, Nebenhodenentzündung/Epididymitis, Krampfaderbidlung in den Hodenvenen)
  • Feuchte/Schleim-Blockade (nur langsam aufbauende oder keine E + Feuchte und Schleim-Zeichen)
  • Kälte Stagn. d. Le-Leitbahn (keine E, reduziertes Libido, Kälteempfindung oder Kältesz. am Mastertendon, übermässig zurückgezogene Testikel)

AKU

– Du4 und Mi6, Du4 Richtung Du2 alle 5 Minuten stimulieren während 30 Minuten
– 3 x wöchentlich (die Männer werden kommen ;o) wirkt besser als einmal pro Woche während 12 Wochen!
– Ju Yang (Spez. Punkt) zwischen Gb30 & Bl54
– Yin Gu (Ni10)
– Jeweils mit Moxa und Wärmelampe ergänzen

AM

Die ED wird gerne mit einem Nieren-Yang-Mangel gleichgesetzt, was nicht ganz falsch ist, jedoch – wie immer in der CM – einer weiteren Differenzierung bedarf. Die nachfolgende Liste der Arzneien und Bemerkungen bezieht sich auf spezifische Wirkungen bei ED und dient als Inspirationshilfe. Selbstverständlich bedarf es weiterer Mittel zur Behandlung des generellen Musters.

Blut-Hitze und Yin-Leere-Hitze (wichtige Gruppe!)
+++ Sheng Di (wichtigstes generelles Mittel bei He u Ni-Yin-Leere-H, Haut, Yin-befeuchtend)
+++ Mu Dan Pi (vielseitig im UJ: b. Stase/Stagn, Hitze klären, Le-Feuer, Yin-Leere)
++++ Shu Di (stärkstes Xue-Tonikum, Yin-Leere, Yin-Leere-H)
+++ Gui Ban (tier.) (Nr. 1 für Yin-Leere-Feuer und Jing-Leere)
+ Bie Jia (Yin-Leere-Hitze, lok. Blut-Stase, Blutungen, gewebeheilend)

Qi tonisierende
++ Ren Shen (alle Qi-Arten stark tonisierend)
+ Dang Shen (etwas milder und nebenwirkungsarmer, dafür feuchter als Ren Shen)
+ Huang Qi (im Vergleich zu Dang Shen, dem Footballplayer ist Huang Qi ein Samurai)

Yang, sowie Yang&Yin tonisierende (Wichtige Gruppe! Man bedenke: Yang entsteht aus dem Yin. Eine blosse Yang-Tonisierung verbrennt das Yin und schadet somit langfristig dem Yang. Um das Yang nachhaltig zu stärken, bedarf es einer Nieren-Yin-Basis mit einem allmählichen Aufbau des Yang, also zunächst sehr niedrig, dann niedrig dosiert und über längere Zeit, bei ED erfahrungsgemäss zwischen 6 Monaten und 2 Jahren.)
+++ Lu Jiao (tier.) (Yang Primus mit weitem Wirkspektrum bezüglich Ni-Sexual-Fnkt., im Gegens. zu Fu Zi, Rou Gui nicht sooo heiss)
++ Tu Si Zi (starkes, vielseitiges Yang (70%) und Jing-Tonikum mit immerhin 30% fürs Yin)
++ Xu Duan (Ni-Yang, wichtig für Rücken und Lenden)
++ Du Zhong (generelles Yangtonikum für Ni-Sex u. -Rücken-Fnkt.)
++ Ba Ji Tian (mildes Yang Tonikum, welches das Yin nicht verletzt)
++ Rou Cong Rong (Yang+, gleichzeitig Ni-Halten-Fnkt. & Di-Stuhl-Fnkt. fördern)
+ Xian Mao (Yang+, T&T, F-Bi, siehe Er Xian Tang)
+ Suo Yang (wie Rou Cong Rong eine Phallus-Signatur, Schwäche der unteren Extr.)
+ Shan Yao (ausgewogenes Mittel zum tonisieren von Mi– und Ni-Qi, Wasserfnkt.)
+ Bu Gu Zhi (Yang+ bei zusätzl. Hahnenschreidiarrhö)
+ Yin Yang Huo (sehr beliebtes, eher mildes Libidomittel, v. a. für Frauen, geht aber auch bei Männern)
+ Dong Chong Xia Cao (tier./pflanz.) ausgewogenes Yin&Yang-Tonikum für Langzeiteinnahme)

Adstringierende
+++ Wu Wei Zi (adstr., Ni-Halten-Dysfnkt. Inkontinenz, auch Shen-He und Lu-Atmung-Fnkt.)
++++ (tierisch) Sang Piao Xiao (Ni-Halten-Dysfnkt.: Spermatorrhö, Inkontinenz)
+++ (tierisch) Hai Piao Xiao (Blutungen, Ni-Jing, Ma abst., Haut: Spermatorrhö)
+ Shan Zhu Yu (Ni & Le adstringieren, beliebt in Kombination mit Shu Di)

Verschiedene
++ Huai Niu Xi (Blut-Stase im UJ, Bote nach unten)
+++ Chuan Xiong (Blut Stase)
+++ Cang Zhu (Feuchte im MJ und FH in den Genitalien)
++ Fu Ling (Feuchte, Shen)
++ Ze Xie (F, FH im UJ, Ödeme)
++++ Huang Bai (sehr effektiv bei FH und tox. H im UJ)
+ Sang Ji Sheng (eigentl. Wind-Feuchte, aber toller Bote für den „Gurt-Bereich“ Le & Ni, UJ)
++ Shi Chang Pu (Mut stärken, He-Mastertendon-Öffner-Funktion)
++ Yuan Zhi (Shen-Dysfunktionen)
++ Long Dan Cao (FH, besonders äusserlich im Genitalbereich)
+ Xiao Hui Xiang (Wärmt die Le-Leitbahn, insb. im Genitalbereich, Bote für Tendonmaster)

++ Yi Zhi Ren (wichtiges Mittel bei zusätzl. Kälte-Miktionsstörungen)
+ Wu Yao (Wärmt das UJ)

Danke für die Lesung und Anregungen, sowie für die freundliche Genehmigung von Dr. Daoshi Ni und Dr. Jim Skoien

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Sep 6 2013

Arzneimittellieferanten

von Dr. Raphael Hochstrasser

– Die Pioniere und führende Firma, die sich seit bald 30 Jahren dem Import, Vertrieb und vor allem der Qualitätssicherung von Chinesischen Arzneimitteln widmet, heissen Complemedis AG. Die Standards bezüglich Reinheit (Fremdstoffanalytik: Herbizide, Fungizide, Pestizide, etc., Schwermetalle, Umweltgifte, Aflatoxine, mikrobiolle Befälle, etc.) und Identität (ist es wirklich das verordnete Mittel?) sind einzigartig hoch. Nr. 1 in Qualität, Sortimenttiefe und Service: www.complemedis.ch

– Gleich an zweiter Stelle und wichtiger Konkurrent für Complemedis, die in einigen Bereichen sogar Vorteile bietet, darüber hinaus einen tollen Marktauftritt bietet ist: www.lian.ch

– Interessante Produktalternative mit erhöhter Compliance (allerdings durch nicht-klassische Verarbeitung anderes Wirkstoffbild, und wegen Glycerinbasis und Parabenen als Konservant nicht für Kinder oder Langzeiteinnahme geeignet) Liquida: www.noyer.ch (Apothekenliste)

Oder selber Samen kaufen und anbauen: Samen für CM-Arzneipflanzen

 

 

 

 

 

 

 


Aug 30 2013

Blutdruck-senkende Nahrungsmittel

von Dr. Raphael Hochstrasser

Rund 100 der 400 am häufigsten verwendeten Chinesischen Arzneimittel sind antihypertensiv. Für eine erfolgreiche Therapie bedarf es aber – wie immer – der Identifikation bzw. Behandlung des ursächlichen, systemischen Musters. Dazu gehört auch die Identifikation der perpertuierenden verschlimmernden bzw. verbessernden Faktoren im Alltag. Neben Bewegung und Sport gehört dazu vor allem die Ernährung. Und zur Ernährung gehört nicht nur die Auswahl der Nahrungsmittel, sondern auch die Art der Zubereitung, die Menge, Bekömmlichkeit, der Einnahmerhythmus, das Kauen usw. Dennoch ist die Auswahl auch relevant und wird bezüglich Hypertension immer wieder erfragt. Drum hier eine Liste, die mir Dr. med. Marianne Ruoff zur Verfügung gestellt hat (Danke Dir :o)…

 

Gut, um den Blutdruck zu senken:

Polenta (in Wasser gekochter Maisbrei)
Gebratene Ziebeln (mit wenig Öl, wenig Essig und wenig Zucker anbraten)
Sellerie (als Saft oder gekocht)
Stangensellerie
Spinat
Knoblauch
Zwiebel
Tomaten (gekocht, roh oder als Sugo)
Broccoli
Rüebli
Flaschenkürbis
Silbermorcheln oder Weissmorcheln als Suppe
Brauntang
Frische Kaki oder als frischer Saft
Mit Brauntang gedünstets Entenfleisch
Sonnenblumenkerne
Äpfel
Birnen
gekochte Bananenschale (nur Bio!)
Weizen (Achtung, ev. andere ernährungstechnische Problematik)
Weizenkeimlinge
Hafer und Haferkleie
Milch (Achtung, ev. andere ernährungstechnische Problematik)
Grüntee
Weissdornblütentee (1 TL Blüten pro Tasse, 2 Tassen tägl.)
Weisdornfrüchte
Kudzu (Pueraria lobata, asiatisches Wurzelgemüse)
Safran
Baldrian
Gewürzkräuter: Majoran, Oregano, Basilikum, Schwarzer Pfeffer

magnesiumhaltige Gemüse wie Portulak, Mohnsamen, grüne Bohnen
vitamireiche Ernährung, vor allem Vitamin A, E, C, B-Vitamine

 

Nix gut, sowas erhöht den Blutdruck:

Alk, scharfe Speisen, ölige, klebrige Speisen, Schweine- und Rindsfleisch, Innereien, Ingwer

 


Sep 10 2012

Furunkel im Nackenbereich

von Dr. Raphael Hochstrasser

Die CM stellt uns Musterdifferenzierungswerkzeuge zur Verfügung, die es erlauben, auch Erscheinungen ausserhalb von bekannten oder gut abgrenzbaren Krankheiten zu verstehen. So konnten die Nackenverspannunge und der tastbar erhöhte Tonus an M. scapulae und M. trapezius desc. leicht und schnell mit Dü6, Gb34 und gleichzeitiger Mobilisation in der Seitenlage, Gua Sha oder blutigem Ba Guan behoben werden. Jedoch kehrten die Symptome mit Epizentrum um Dü13 trotz Anpassungen der Haltung und Übungen im Alltag nach jeweils ca. einem Monat immer wieder neu ein. Die monatliche Akupunktur konnten die Nackenverspannungen verhindern, doch dafür zeigte sich lokal sehr eingeschränkt um Dü13 neu Akne, die im Zentrum von einen Furunkel besetzt war. Nach weiterer Befragung stellte sich heraus, dass die Patientin in ihrer Kindheit und Jugend öfters an Halsschmerzen litt und erfolglos mit westlichen Medikamenten behandelt wurde. In der Tat schien mir, als ob der Nackenbereich der Patientin energetisch und sogar auch sichtbar von einer Art horizontalen Band mit Feuchte-Hitze-Qualität blockiert wäre, als ob die Medikamente und die Krankheiten von früher von nicht komplett überstanden und entsorgt worden wären. Also galt es, ein Rezept zu finden, dass diesen Bereich und die Haut von toxischer Feuchte-Hitze klärt.

Rezept:
Menge / Eff. Menge / Art. Nr. / Pharmaname / PinYin
9 / 9 / 6000 / Scrophulariae, Radix / Xuan Shen
9 / 9 / 5631 / Salviae miltiorrhizae, Radix et Rhizoma / Dan Shen
9 / 9 / 5790 / Dictamni, Radicis Cortex / Bai Xian Pi
6 / 6 / 5490 / Trichosanthis, Radix / Tian Hua Fen
6 / 6 / 7980 / Scutellariae, Radix / Huang Qin
3 / 3 / 7860 / Forsythiae, Fructus / Lian Qiao
3 / 3 / 6580 / Lonicerae japonicae, Flos / Shan Yin Hua
6 / 6 / 6180 / Paeoniae, Radix rubra / Chi Shao Yao
6 / 6 / 6480 / Moutan, Cortex / Mu Dan Pi
6 / 6 / 5270 / Ligustici chuanxiong=Chuanxiong, Rhizoma / Chuan Xiong
6 / 6 / 5690 / Angelicae dahuricae, Radix / Bai Zhi
3 / 3 / 5150 / Isatidis, Folium / Da Qing Ye

Die Haut im Nacken wurde bereits nach einer Woche sichtlich regelmässiger, weniger feucht und klarer. Die Patientin klagte zwar von leichten Kältegefühlen (was auf Grund der AM nicht verwundert), erkältete sich aber wider Erwartung in dieser kalten Jahreszeit ausnahmsweise nicht. Insgesamt fühlte sich die Patientin energievoller und klarer. Und obendrauf schienen auch die Nackenverspannungen weniger hartnäckig und sogar einzig durch die Arzneimittel deutlich nachzulassen.


Sep 9 2012

IVF/ICSI – Künstliche Befruchtung bei Infertilität

von Dr. Raphael Hochstrasser

– IVF Erfolgsrate 20 – 30%
– Teuer, viele Komplikationen, geht an die Ressourcen, psychische Belastung, etc. darum: gute Vorbereitung/Begleitung mit CM!
– Mehr Komplikationen (Missgeburten 18-30%, Ektopische SS 4-5%, OHSS 23%, multiple SS 30%)
– Sinnvoll, wenn keinen Erfolg nach 6 Mt. CM oder wenn beide Eileiter defekt sind, bei Becken TB, etc.
– Wichtige Literaturquellen: Jane Lyttleton IVF ISBN 978-3-437-57800-7, Prof. Dr. Yuning Wu (Kursskript)

Vorteile CM:
– erhöht Erfolgsrate signifikant
– die vielen Nebenwirkungen lassen sich gut behandeln (die Hormonmantherapie verursacht viele…)
– vermindert Komplikationen

Generelle Prinzipien gemäss CM
– Ni Yin Yang und Jing stärken (v. a. für Gameten, Reproduktionsfunktionen)
– Le & Ni – Blut stärken (v. a. für Endometrium, Reproduktionsfunktionen)
– Blut und Qi bewegen, Ren Mai und Chong Mai regulieren (Reproduktionsachse regulieren, Follikel-Entwicklung)
– Shen regulieren (insbesondere LQS–>Uteruskontraktionen…)
– Ausgleich der durch die einzelnen Stadien hervorgerufenen Yin Yang Dysharmonien und Nebenwirkungen

Begleitung des westmedizinischen Protokolls:
1. Vorbereitung: CM-Muster behandeln bis Hormone und Mens eingependelt sind (ca. 2 Mt), bei wiederholter IVF besonderes Augenmerk auf LQS, da Frust, Zuversicht, etc.
Selbstverständlich auch allfällige Ni-Yin/Yang-Insuffizienz behandeln.

2. Down-Regulation (Reset der Hormone): Blut und Jing regulieren und stärken, Ren und Chong Mai regulieren.
AM: Si Wu Tang + Zuo Gui Wan ev. E Jiao. Nicht zu stark bewegende oder wärmende AM einsetzen!

3. Menstruation: Blut leicht nähren und regulieren
AM: Dang Gui, Bai Shao, Xiang Fu, Yi Mu Cao, He Shou Wu, ev. Pu Huang, Wu Ling Zhi…

4. Ei-Brüt-Phase: Ni wärmen, Essenz auffüllen, Blut bewegen, Chong und Ren Mai regulieren um Follikelentwicklung zu fördern
Achtung: Zuviele Eier (>9) verbrauchen Jing & Blut und führen zu einer schlechter Qualität.

5. Ei-Entnahme (Peri-OPU): Le-Qi bewegen, Shen beruhigen, Ni stärken, Blut bewegen. Achtung: Keine Akupunkturpunkte die bei der SS-kontrainduziert sind und keine lokalen Uterus-Akupunkte (wegen Uteruskontraktionen).

6. Transfer: Adstringieren und ausgleichen. Yin Yang Balance ist essentiell für den Gelbkörper! Keine stark bewegende Arzneien, insbesondere nicht Qi-hebende/senkende Mittel! Weder Yin noch Yang überbetonen, sondern ausgleichen!
AM: Tu Si Zi, Fu Pen Zi, Gou Qi Zi, Xu Duan, Shan Zhu Yu, Shu Di, Shan Yao, Dang Gui, Bai Shao Chai Hu…

Wichtigste AM (Ideentopf, vereinfacht):

YANG
you gui wan (standard), er xian tang (yin und yang)
lu jiao (alle yang und jing funktionen)
du zhong (rücken)
rou cong rong (sex)
yin yang huo (Libido)
xu duan (Fötus, Leitbahn befreien, Rücken)
ba ji tian (schont yin)
xian mao
tu si zi (multi-ni-mittel)
xiao hui xiang (le-leitbahn wärmen)

BLUT +
si wu tang (standard baustein)
e jiao (blutungen stoppenI
dang gui (reg. & ton.)
bai shao (le-xue)
he shou wu (befeuchten, haare)
shu di (yin&xue+++)
gou qi zi (le-xue)

BLUT-STASE
xue fu zhu yu tang (standard), shao fu zhu yu tang (wärmer)
ji xue teng (leitbahnen befreien)
wu ling zhi (schmerzen)
yi mu cao (le-blut regulieren)
yu jin (shen, le, bitter kalt)
niu xi (bote für UJ)
dan shen (LQS, Shen, Uterus)
yan hu suo (schmerzen)
san leng (ansammlungen)
e zhu (ansammlungen)
chi shao (stase und hitze)

YIN+
liu wei di huang wan (standard), si wu tang (xue+)
nu zhen zi (augen, haare)
sang shen (haare, augen, le, di-stuhl)
han lian cao (lu-yin)
gui ban (leere-feuer)
tian men dong (yin-befeuchten, lu)
bei sha shen (lu-ma-yin)
mai men dong (lu-ma-yin, he)
huang jing (ni, lu, qi)
yu zhu (lu-ma-yin)
di gu pi (leere-feuer)

Effizienzsteigerung durch Gabe der AM als Darmeinlauf: Ca. 120% der oralen Dosis auf 100 ml pro Ladung bei ca. 40° vor dem Einschlafen (im Liegen) langsam einfliessen lassen. 10 Tage täglich, 3 Tage Pause, 10 Tage täglich… nicht während der Mens.

Weiterer Beitrag über Fertilitätsstörungen bei Frauen: https://tcmpro.ch/fertilefrau/

Infertilität bei Männern: https://tcmpro.ch/fertilermann/


Mrz 7 2012

Dermatologie AM

von Dr. Raphael Hochstrasser

Arznei-Überblick

Juckreiz

–––– Ku Shen – Sophorae Flavesc., Rx TH, FH, Parasiten
––– Chan Tui – Cicadae, Periostracum WH, TH m. Rötungen, Augen
–– Bai Xian Pi – Dictamni Radicis, Cx Tox. H, FH
–– Di Fu Zi – Kochiae, Fr, 9-15 Tox. H, WFH rote, sich heissanfühlende Hautläsionen
–– He Shou Wu – Polygoni Multifl., Rx Blut+ (um Wind zu eliminieren)
–– Fang Feng – Ledebourielle, Hb 3-12/30 W, Xue-Leere, Trockenheit wandernde, wechselhafte
– Bai Ji Li – Tribuli, Fr Le Yang ”, endog. Le-Wind, K.S., Augen
– Fu Ping – Spirodelae, Hb Wind-Hitze, Masern
– Niu Bang Zi – Arctii, Fr Wind-Hitze, Masern, Halsschmerz
– Hu Zhang – Polygonati cupidatum Le-Aspekt

Wind

––– Fang Feng –Ledebouriella, Hb Wind-Kälte
–– Jing Jie – Schizopenatae, Hb Wind-Kälte
– Bai Ji Li – Tribuli, Fr (Le Yang ”, Le-Wind)
––– Chan Tui – Cicadae Periostracum Wind-Hitze (Juckr. & Rötung), Augen
––– Wu Shao She – Zaocys Dhummades Wind-Feuchte
–– Cang Er Zi – Xanthii, fr Wind-Feuchte / Wind-Kälte
– Sang Zhi – Mori, rl Wind-Feuchte (Hände, Füsse)

Hitze & tox. Hitze der Haut eliminieren

––– Sheng Di Huang – Rehmanniae recens, rx Blut-Hitze, Yin+, Shen ”
––– Shi Gao – Gypsum Fibrosum Feuer
— Shui Niu jiao, Bubali cornu Blut-Hitze
– He Shou Wu – Polygoni Multiflori, rx Blut+, Furunkel, Karbunkel

Blut-Stase

––– Mo Yao – Myrrha, resina Schmerzen, schlechtheilende Geschwüre
––– Ru Xiang – Olibanum, resina “ “ “
–– Mu Dan Pi – Moutan Radicis, Cx Blut-Hitze
– San Qi – Notoginseng, rx Blutungen
– Dan Shen – Salviae Miltiorrhizae, rx Schmerz

Heilung der Haut fördernde mm

–– Huang Qi – Astragali, rx Qi+, Schlecht heilende Geschwüre
Qi- & Xue-Leere Blutungen
– Lu Jiao – Cornu Cervi Chronische Geschwüre
– Äusserlich (zum Abdecken und schützen/gerben): Wu Bei Zi – Galla chinensis Lu-Halten, Haut gerben und Decken (zur Abheilung)

Botenarzneien Haut

Gesicht, Di/Ma: Shi Gao – Gypsum (Hitze, Feuer)
Gesicht: Zhi Mu – anemarrhenae, rz (Hitze, Feuer)
Gesicht: Hua Shi – Talcum (diuretisch, Feuchte, Hitze, FH)
Nase: Cang Er Zi – Xanthii, Fr (Sinusitis, Wind, Feuchte, Stase)
Nase, Stirn Di/Ma: Bai Zhi – Angelica Dahurica, Rx (Wind, Feuchte, Kälte, Schleim)
Stirn, Lippen: Sheng Ma – Cimicifugae, Rz (O’fläche Öffnen, Hitze)
Stirn, Nacken: Ge Gen – Puerariae, Rx
Kiefer: Man Jing Zi – Viticis, Fr (Wind, Hitze, Feuchte, Augen)
Ohren: Long Dan Cao – Gentaniae Longanae, Rx (Fh, Feuer, Endog. Wind)
Ohren: Chai Hu – Bupleuri, Rx
Ohren: Huang Bai – Pheollodendri, Cx (Fh, Hitze, i)
Ohren: Shi Chang Pu – Acori Graminei, Rz (Schleim, Shen, Augen)
Augen: Ju Hua – Chrysanthemi, Fs
Augen: Shi Jue Ming – Haliotitis Concha (Le, Yang i, Hitze)

Hals (Juckreiz): Chai Hu – Bupleuri, Rx
Hals Chi Shao – Paeoniae Lactiflorae, Rx Rubrae
Hals Xuan Shen – Scrophulariae, Rx (Hitze, Yin+, Xue-Hitze)
Hals Zhi Zi – Gardeniae, Fr (Hitze, Fh, Xue-Hitze)

Schulter: Jiang Huang –
Oberer Rücken: Ge Gen – Puerariae, Rx

Untere Extr.: Huang Bai – Phellodendri, Cx (Fh, Hitze, i)
Untere Rücken, Ni: Du Huo – Angelica Pubescentis, Rx (Wind, Feuchte, Stase)
Knie (Feuchte): Cang Zhu – Atractylodis Lancea, Rx

Genitalien: Ku Shen – Sophorae Flavescentis, Rx (Fh, Juckreiz)

Hände: Ren Dong Teng – ??
Hände: Sang Zhi – Mori, Rl (Le, Wind-Feuchte/Hitze/Stase)
Hände: Gui Zhi, Cinnamomi Cassiae, Rl (Wärmend, O’fläche Öffnen)

Nach Oben: Jie Geng – Platycodi, Rx (Han Tan, Fh, Wind-Kälte/Hitze)
Nach Unten: Huai Niu Xi – Achyranthis Bibentatae, Rx (Xue Bewegen, Hitze, Yin+)

Nach Oben/Bl: Qiang Huo – Notopterygii, Rz (O’fläche Öffnen, Wärmen)

 

Differenzierung der AM nach CM-Mustern
– Blut Hitze (Rot, Erythem, blutend): Sheng Di Huang hoch dosiert, Chi Shao, Shui Niu Jiao
– toxische Hitze (pustulär, gelblich, eiternd): Bai Xian Pi, Bai Hua She She She Cao, Pu Gong Ying (pustulär), Tu Fu Ling
– Wind (weisse Verdickung, prominent, Pruritus, OJ betroffen): Fang Feng, Bai Zhi, Bai Xian Pi
– Xue-Stase (braune Läsionen, Knoten oder Verhärtungen): Dan Shen hochdosiert (Top b. braunen Stellen), E Zhu (grosse Knoten), Hu Zhang (Le), Ji xue Teng
– Xue-Leere (s. Trockene Läsionen, Schuppen, Risse, Blässe): He Shou Wu, Dang Gui, Shu Di Huang, Dan Shen, Huang Qi, Huo Ma Ren, Mai Men Donglt; 1 cm mit Flüssigkeit (hell) oder Blut (dunkel) gefüllte Erhebung
Pusteln mit Eiter gefüllte Hohlräume

 

Klassische Basisrezepturen Haut

I Xiao Feng San

3gr. 7520 Schizonepetae, Herba , Jing Jie
3 gr. 6290 Ledebouriellae = Saposhnikoviae, Radix , Fang Feng
3 gr. 5570 Arctii, Fructus , Niu Bang Zi
3 gr. 8900 Cicadae, Periostracum [*], Chan Tui
3 gr. 8470 Atractylodis lanceae, Rhizoma , Cang Zhu
3 gr. 6950 Sophorae flavescentis, Radix , Ku Shen
1.5 gr. 5520 Clematidis armandii, Caulis , Mu Tong
3 gr. 5870 Gypsum fibrosum [*], Shi Gao
3 gr. 6660 Anemarrhenae asphodeloidis, Radix , Zhi Mu
3 gr. 5980 Rehmanniae glutinosae, Radix , Sheng Di Huang
3 gr. 8360 Angelicae sinensis, Radix , Dang Gui
3 gr. 7100 Sesami, Semen nigrum , Hei Zhi Ma (= Hu Ma Ren)
1.5 gr. 5840 Glycyrrhizae uralensis, Radix , Gan Cao

Wind-Hitze der Haut (Juckreiz, Urtikara, Dermitis, Psoriasis)
Wind-Feuchte-Hitze der Haut (Juckreiz, Urtikaria, Dermitis)
Wind-Feuchte-Hitze und Blut-Leere der Haut (Juckreiz, Urtikaria, Dermitis, Seborrhea, Ekzem, Neurodermitis)

II Si Wu Tang

12 gr. 8670 Rehmanniae, Radix praeparata , Shu Di Huang
9 gr. 8360 Angelicae sinensis, Radix , Dang Gui
6 gr. 5270 Ligustici chuanxiong, Radix , Chuan Xiong
6 gr. 5680 Paeoniae lactiflorae, Radix alba , Bai Shao Yao

Blut-Leere der Haut (Trockene Haut)
Blut-Leere (Müdigkeit, Obstipation)
Blut-Leere im Uterus (Verspätete Mensbeginn, Amenorrhö)
Leber- und Uterus-Blut-Leere (Verspäteter Mensbeginn, Amenorrhö)

IV Yin Qiao San

15 gr. Lonicerae, Flos , Jin Yin Hua
15 gr. Forsythiae, Fructus , Lian Qiao
6 gr. Platycodi, Radix , Jie Geng
12 gr. Arctii, Fructus , Niu Bang Zi
6 gr. Menthae, Herba , Bo He
9 gr. Schizonepetae, Herba , Jing Jie
6 gr. Sojae, Semen praeparatum , Dan Dou Chi
6 gr. Lophatheri, Herba = Bambusae, Folium , Dan Zhu Ye
15 gr. Phragmitis communis, Rhizoma , Lu Gen
6 gr. Glycyrrhizae uralensis, Radix , Gan Cao

Wind-Hitze …
..mit Toxische Hitze der Wei-Qi Ebene (Haut, Masern, Erkältung, Halsschmerz, Tonsillitis, Akute Bronchitis)
…befällt die Lu (Erkältung, Halsschmerz, Tonsillitis, Akute Bronchitis)
…beeinträchtigt die Augen-Leitbahnen (Konjunktivitis)

III Long Dan Xie Gan Tang

9 gr. 8800 Gentianae scabrae = Gentianae longdancao, Radix , Long Dan Cao
12 gr. 7980 Scutellariae baicalensis, Radix , Huang Qin
12 gr. 7910 Gardeniae, Fructus , Zhi Zi
6 gr. 5520 Clematidis armandii, Caulis , Mu Tong
15 gr. 6240 Plantaginis, Semen , Che Qian Zi
12 gr. 8680 Alismatis, Rhizoma , Ze Xie
9 gr. 7470 Bupleuri, Radix , Chai Hu
15 gr. 5980 Rehmanniae glutinosae, Radix , Sheng Di Huang
12 gr. 8360 Angelicae sinensis, Radix , Dang Gui
6 gr. 5840 Glycyrrhizae uralensis, Radix , Gan Cao

Feuchte-Hitze der Haut (Rötung)
Toxische-/ Feuchte-Hitze der Haut (Herpes Zoster/Simplex Labialis, Kontaktekzem, Arzneiexantheme, Seborrhoisches Ekzem)

Loderndes Leber-Feuer Kombinationen:
Ruheloses Shen (Innere Unruhe, Reizbarkeit, Insomnie)
(Kopfschmerz, Schwindel, Hypertonie)
He-Feuer (Schmerz im Thorax)
Hitze-Fülle im Uterus
Feuchte Hitze der Blase, Hitze Lin (Ejakulationsprobleme, männliche Infertilität, Impotenz)
Beeinträchtigte Augenleitbahnen (Konjunktivis, Glaukom)
Feuchte-Hitze der Blase, Hitze-Lin (Dysurie, Zystitis, Pollakisurie, Inkontinenz, Enuresis)
Feuchte-Hitze im Uterus (Leukorrhö)
Beeinträchtigte Leber Leitbahn (Impotenz, Ejakulationsstörungen, männliche Infertilität)
Feuchte-Hitze-Stase der Leber Leitbahn oder Wasser Shan Qi (Orchitis, Schmerz der Genitalien)

Charts – Schwitzen stoppen
(Schwitzen passt nur insofern zum Thema, es die Symptomatik bei Feuchte-Mustern oftmals verstärkt, daher hier symptomatisch wirkende Mittel, natürlich sollte das zu Grunde liegende Muster, welches das Schwitzen verursacht, auch klassisch interpretiert und behandelt werden, z. B. bei Yin-Leere mit Sheng Di Huang Formeln, usw.)

––– Wu wei zi – schisandrae, fr (Lu-Yin+/Qi+, Husten, Jing+)
––– Huang qi – astragali, rx (Mi+, Lu+, Wei-Qi, Xue-Bilden, Haut)
–– Bai shao yao – paeoniae albae, rx (Xue+, Le+, S.)
–– Suan zao ren – ziziphy spinosae, sn (allg.i, Shen+)
— Ma Huang Gen –  Ephedrae Radix (ausschliessl. Schwitzen stoppen)
– Mu li – ostrea, concha (yangi & sheni)
– Long gu – draconis, os/dens (yangi, sheni, Le-Yin+)

— Formel: Mu Li San (Mu Li, Huang Qi, Ma Huang Gen, Fu Xiao Mai)

Grundsatz

Hauterkrankungen sollten grundsätzlich nicht von aussen unterdrückt werden, da es meist Manifestationen einer inneren Störung sind. So begegnen wir in der Dermatologie häufig Asthmatikern, welche von (vermeintlich) erfolgreich geheilten Hauterkrankungen in der Kindheit erzählen. Ganz in diesem Sinne, enthält Dr. Zippelius’ Salbe Nr. 17 hauptsächlich Ingredienzien, die ausleiten. Aspekte, welche auch rein äusserliche Ursachen aufweisen können natürlich auch in umgekehrter Strategie mit Externa behandelt werden. Interessant sind da beispielsweise die Pasten aus dem Complemedissortiment, welche die Hautläsionen bewusst abdecken und gerben wollen, um die Abheilung zu fördern.
Bei Akne hat sich neben CM und völlig untragbaren Chemiekeulen das Kleresca-Verfahren bewährt, das auf Biophotonik (Lichttherapie) basiert.

 

Terminologie

(hilfreich für Klarheit für die Differenzierung nach CM)

Allgemeine Begriffe
Effloresszenz = „Ausblühung“, pathologische Hautveränderung (primär oder sekundär)
Epidermis = Oberhaut
Korium = Lederhaut
Subcutis =Unterhaut
Exanthem = entzündliche Rötung mit meist erhabenen Effloresszenzen
Ekzem = Exanthem + Juckreiz (Pruritus) (=Wind) oder Kruste, Rhagade, etc.
Enanthem = entzündliche Rötung der Schleimhäute
Formen: rund, elliptisch, polygonal,
Anhäufungen: gruppiert, disseminiert (ausgesät), konfluierend (zusammenfliessend)
klar oder diffuse Abgrenzung (klare Abgrenzung = tend. Feuchte/Xue-Stase, diffuse Abfrenzung = tend. Blut-Hitze, FH, etc.)

Farbliche Effloresszenzen
Macula = Farbveränderung ohne Konsistenzveränderung (indiziert eher Hitze als Papel)
wegdrückbar: veränderte Gefässfüllung
nicht wegdrückbar: Pigmente (ohne Röte = Qi-Xue-Disharm.), Petechien (klein) (Kratzspuren = Hitze) /Hämatome (gross) (Blutungen = Blut-Hitze)
Erythem entzündliche Rötung (durch Vasodilation) ohne weitere Eflloresszenzen

Erhabene Effloresszenzen
Papeln/papulär kleine, feste Erhebungen
Knötchen/nodulär mittelgrosse, feste Erhebungen
Knoten grosse, feste Erhebungen
Bläschen/vesikulös > 1 cm mit Flüssigkeit (hell) oder Blut (dunkel) gefüllte Erhebung (klare Flüssigkeit = Feuchte)
Blasen/bullös < 1 cm mit Flüssigkeit (hell) oder Blut (dunkel) gefüllte Erhebung
Pusteln mit Eiter gefüllte Hohlräume (= tox. Hitze)
Quaddel/Urtica akutes (+/- 1 h) Ödem im Korium: blassrosa (Gefässweitstellung) oder weiss (durch Kompression)
Zyste Epithelummantelter Hohlraum mit flüssigem oder festem Inhalt (zähflüssig = Schleim-Stase)

Ulceröse oder einschneidende Effloresszenzen
Rhagade spaltenförmige Hauteinrisse (z. B. im Mundwinkel, Fersensporn) (oft auf Grund Trockenheit bzw. Hitze oder FH blockiert Hautbefeuchtung)
Fissur radiäre Einrisse (z. B. Analfissur)
Läsion Substanzdefekt der Epidermis durch Verletzung
Erosion Abschürfung/Substanzdefekt der Epidermis, durch krankhafte Veränderung
Exkoration Substanzdefekt der Epidermis, Kapillaren und ev. Anteile des Korium
Ulzera/Ulcus (a.ulzeriert.)Tiefe Defekte bis Korium/Subcutis; hinterlassen meist Narben

Ablagerungen
Squama/Schuppen Hornzellenmaterial, klein oder groblamellär (=Wind, feucht-fettige Squama = Feuchte-Hitze)
Kruste/Crusta/Borke (a. verkrustend/verkrustet) eingetrocknetes Sekret (=FH/tox. Hitze)

Invasive Veränderungen
Nävi = Muttermal, Leberfleck
Blutgefässnävi = Feuermal
Fibrom = benigner Bindegewebstumor
Keloid = Wulstnarbe
Basaliom (Basalzellenkarzinom) maligne, meist im Gesicht, beschleunigter Wachstum unter UVB, perlschnurartiger Rand, ev. ulzerierend
Spinaliom (Plattenepithelkarzinom) maligne, schwellwachsend, ulzerierend
Melanom (Pigmentzellentumor) hochmaligner Tumor: assymetrisch, ausgefranzt, variable Färbung (dunkel/braun/schwarz), >5 mm, schnelle Grössenzunahme, leicht blutend
Akne vulgaris,Komedone = Mitesser durch 1. übermässige Talgdrüsensekretion (meist hormonell), 2. verstopfte Talgdrüsen (z. B. durch dermale Verhornungsstörung), 3. bakterielle Entzündung in verstopften Talgdrüsen
Intertrigo Wolf durch Mazeration und Abrasion
Enanthem = entzündliche Rötung der Schleimhäuteem


Mrz 5 2012

Kinder und CM

von Dr. Raphael Hochstrasser

Das wichtigste in Kürze:

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Kinder befinden sich im Wachstum (Yangphase & unreifes Yin), die betroffenen Systeme (v.a. Mi/Ni) erweisen sich einerseits als noch nicht komplett ausgebildet, andererseits als besonders reaktionsfreudig.

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Akupunktur: Oft reichen bereits 1 – 3 feine (D > 0.25 mm) Nadeln, die nur kurz belassen werden müssen, z. B. bei ADHS Le 3 und Du 20.
Manchmal ist es für einen Behandlungserfolg unausweichlich, aber zumindest hat es sich gut bewährt, mindestens einen Elternteil auf ähnliche Muster mitzubehandeln. Kinder sind wie Radare oder kleine Empfänger für die Probleme und Muster ihrer Eltern. Insbesondere übernehmen sie jene Muster der Eltern, welchen sich dieselben nicht bewusst sind, oder unausgesprochenen Konflikten, die in der Luft schweben…

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AM: Bei Kindern etwas tiefer als proportional zum Körpergewicht von Erwachsenen dosieren, z. B. 50% bei 50 kg. Besonderes Augenmerk verlangt der Zustand von Milz und Nieren, da diese bei Kindern durch das Wachstum (Yangphase) speziell gefordert sind. Daher weisen die meisten Rezepturen für Kinder einen tonisierenden Charakter auf. Doch auch bei Tonika ist Vorsicht geboten, denn ebenfalls durch das aktive Yang (und noch unreife Yin) kommt es schnell zu überschiessendem Yang bzw. loderndem Feuer. Selbstverständlich wird jenen Mitteln den Vorzug gegeben, welche in der Chinesischen Arzneimittellehre für die Geriartrie und die Behandlung von Kindern bekannt sind. Sollten sich dennoch potentere Mittel als notwendig erweisen, also etwa diuretische, purgative, sehr kalte oder bittere oder solche mit toxikologischem Potential, bedingt dies die sehr häufige Konsultation beim CM-Therapeuten bzw. eine verantwortungsvolle Überwachung durch die Eltern.

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Bei Säuglingen werden die AM wie üblich über die Mutter eingenommen, welche zwar als eine Art Filter fungiert, dennoch sollte mit einer niedrigen Dosierung (ca. 1/3 der normalen Erwachsenendosierung) und mit milden Mittel begonnen werden. Die Mutter muss unbedingt über die Wirkung bzw. den durch das AM angestrebten Zustand (Teil-Therapieziel oder Endziel) aufgeklärt und auf die zu erwartenden Auswirkungen beim Kind sensibilisiert werden. Ausserdem darüber, dass die Einnahme der AM bei weniger als einer Stunde vor dem Stillen zu einer massiv höheren Dosis für den Säugling führt.

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Galenik: Liquida (flüssige AM) sind beliebt, da viele Kinder deren süsslichen Geschmack mögen. Da die Liquida normalerweise jedoch auf Glyzerinbasis gemischt werden und mit Konservierungsstoffen versetzt sind, setze ich sie gerade eben nicht bei Kindern ein, oder nur in absoluten Notfällen.

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Weitere Möglichkeiten sind Bäder, Umschläge oder Wickel mit Rohdrogen, sowie Tuina- und Shonishin-Kindermassagen.

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Weiterer Artikel über Kinderheilkunde, der allerdings nicht von mir stammt und daher nur im passwortgeschützten Bereich ersichtlich ist: http://tcmpro.ch/kinder-und-cm-nzs/


Aug 5 2011

Böses Cholesterin?

von Dr. Raphael Hochstrasser

Ja, ja, da haben wir ihn wiedermal – den üblichen Verdächtigen. Mal ist es ein Beckenschiefstand, dann das Säure-Basen-Ungleichgewicht, die gesättigten Fettsäuren, der Eisenmangel… und so auch das Cholesterin. Es bot sich zunächst bestens als Übeltäter an, den es zu bekämpfen gab. Cholesterinsenker waren bei den Amis zeitweise die umsatzstärksten Medikamente, was nicht so wenig ist auf diesem 200 Milliarden $-Markt. Doch Wissenschaftlich nachweisbar ist tatsächlich lediglich, dass die Prophylaxe mit Cholesterinsenkern die Reinfarktrate senken kann, mehr nicht! Die ellenlangen und übrigens recht interessanten Diskurse auf Wikipedia dazu zeigen, wie kontrovers das Thema behandelt wird.

Jedenfalls gibt es bis dato keinen ernstzunehmenden Beweis dafür, das Cholesterin selbst schädlich ist. Es macht keinen Sinn, „das Cholesterin“ zu senken! Hingegen darf ein erhöhter Cholesterinwert als möglicher Hinweis auf einen unvernünftigem Lebensstil durchaus ernst genommen werden bzw. als Wegweiser zu einem vernünftigerem Lebensstil. Wie so häufig ist das wirksamste Medikament Bewegung: Hauptsächlich scheint die Menge der aufgenommenen *Kohlenhydrate im Verhältnis zur Bewegungsaktivität scheint den Cholesterinspiegel zu beeinflussen.

Natürlich differenziert der Chinesische Arzt die Muster und behandelt (Chin. Arzneien, ev. Akupunktur) bzw. berät (Ernährung, Lebensstil) wie bei allen anderen Patienten auch. Manchmal wünschen jedoch die Patienten explizit die Behandlung bestimmter Blutwerte, selbst wenn’s ihnen ansonsten gut geht. Für beide Fälle folgt hier eine unvollständige Liste wichtiger Chinesischer Arzneien, die Cholesterin, Blutzucker (BZ) oder Blutfette (BF) senken können (zumindest in vitro):

Ge Gen (Cholesterin)
Bei Xie (Cholesterin, BZ)
Gu Sui Bu (Cholesterol, BF)
Pi Pa Ye (Cholesterolsteine, BZ)
Shan Zha (BF & Gefässablagerungen**)
Gou Qi Zi en vogue (BF, BZ)
Bai Zhu (BZ & BF bzw. T&T…?)
Shan Zhu Yu (BF & BZ)
Ze Xie (BF & BZ)
Di Gu Pi (BF & BZ)

BZ: Sang Bai Pi, Ren Shen, Fu Ling, Yu Zhu, Dang Shen, Xia Ku Xao, Yin Yang Huo, Huang Lian, Di Gu Pi, Xing Ren, Zhi Mu

BF: Ji Xue Teng, Dan Shen, Yu Jin, Jian Huang, Yu Jin, Mo Yao, Da Huang, Ren Dong Tang, Shan Yuan Zi

*Oft werden Nahrungsmittel als natürliche Cholesterinsenker empfohlen, z. B. Nüsse, Olivenöl, Fisch, roter Reis, usw., welche nicht gerade arm an Kalorien und Kohlenhydraten sind… wer nun dennoch umsverrecken (sic!) den Cholesterinwert über die Ernährung senken möchte, findet hier eine klassische Aufzählung cholesterinsenkender Mittel: Gerste, Hafer (besonders Haferkleie), Bohnen aller Art (insbesondere Sojabohnen und Mungobohnen), Karotten, Shiitakepilze, Brauntang, Äpfel, Fische (vor allem Heringe und Makrelen (nicht aber Süsswasserfische), Erbsen, Spinat, Auberginen, Färbedistelöl, Zitrusfrüchte (insbesondere Mandarinen, Orangen, Zitronen), Stangensellerie, chinesische rote Datteln (Jujubafrüchte; in der Praxis nachfragen).

**Gefässablagerungen sollen ja u. a. die Folge von erhöhtem Cholesterinwert sein, welcher wiederum zu Arteriosklerose führt, der Vorstufe der häufigsten Todesursache, dem Herzinfarkt.

 

 

 


Mai 10 2011

Fusspilz und Warzen

von Dr. Raphael Hochstrasser

Bekannte, jedoch nur bedingt erfolgreiche Behandlungen von Warzen sind das regelmässige Auftragen von Thujaextrakt, Moxen und Direktpunktierung mittels Nadel (tiefe Nadelung bis zum Schmerzpunkt) oder Laser. Gegen Warzen ebenfalls nur bedingt erfolgreich, jedoch bei Fusspilz innerhalb 1-2 Monaten zuverlässig wirksam, sit ein tägliches (konsequent) Bad von 30 Minuten in einem Dekokt mit Hiobstränensamen, also Yi Yi Ren bzw. Coicis, Semen. Wichtig ist, dass die Füsse nach dem Bad sehr gut getrocknet werden, z. B. mittels Haarföhn oder Moxa.

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Beispiel

Ein Rezept
für eine Patientin mit Juckreiz und weisser, rissiger Squama an der Fusssohle

33 g D1270 / Schizonepetae, Spica /Jing Jie Sui (WH)
63 g D2440 / Coicis, Semen / Yi Yi Ren (F)
33 g D0620 / Kochiae, Fructus / Di Fu Zi (FH, tox. H)
39 g D0570 / Angelicae sinensis, Radix / Dang Gui (Blut nähren)
24 g D1300 / Sophorae flavescentis, Radix / Ku Shen (FH)
48 g D1050 / Polygoni multiflori, Radix praep. / He Shou Wu (Blut nähren)
9 g D3330 / Borneolum syntheticum, Bing Pian (Schleim)
Apotheke: Rezeptur bitte in 4 Portionen abteilen

Die Kochanleitung:
Es werden 4 Beutel bzw. Kochportionen angeliefert, woraus je ein Konzentrat für 6 Bäder (insgesamt 24) hergestellt werden.
Die Wirkstoffe der Kräuter müssen durch kurzes und langes Kochen gelöst werden:
Den Inhalt eines Kochbeutels mit 1-2 Liter Wasser übergiessen (so, dass die Kräuter mindestens zu 2 cm mit Wasser bedeckt sind) und 15 Minuten auf mittelhoher Stufe kochen. Das Dekokt durch einen groben Sieb abgiessen und auf die Seite stellen.
Die Kräuter nochmal mit 2-3 Liter Wasser übergiessen und weitere 40 Minuten auf hoher Stufe kochen und (durch den Sieb) mit dem ersten Dekokt zusammengiessen.
Dieses Konzentrat (je nach Wasserverlust beim Kochen sind es 2-4 Liter) reicht für ca. 6 warme Fussbäder. Am besten nimmst Du 2 Portionen für den sofortigen und morgigen Gebrauch raus, die anderen 4 Portionen bewahrst Du im Kühlschrank auf, dort sind sie maximal eine Woche lang haltbar.

Das Fussbad:
Ca. 1/6 des Konzentrates mit etwas Salbeiblättern, Kokosöl und warmem Wasser anrühren und die Füsschen 10-20 Minuten darin baden. Danach die Füsse eventuell mit wenig Kokosöl einreiben und gut trocknen lassen. Falls das nicht geht, den Föhn zur Hilfe nehmen (aber nicht zu dolle, sie sollen nur trocknen, nicht austrocknen)!


Mrz 20 2011

Galenische Formen

von Dr. Raphael Hochstrasser

Diesen Artikel habe ich ursprünglich für Complemedis AG verfasst, hier liegt er in leicht angepasster Form vor.

 

Im folgenden Abschnitt werden die verschiedenen galenischen Formen beschrieben.

Jeder Arzt / Therapeut hat heute die Möglichkeit, diejenige galenische Form zu wählen und zu verschreiben, welche dem zu behandelnden Syndrom und der Compliance des Patienten am besten Rechnung trägt.

Dekokt

Das Dekokt, eine Wasserabkochung der rohen oder präparierten Mittel, ist wohl die traditionellste Zubereitungs- und Einnahmeform. Das medizinische Wissen über die Wirkweise der Chinesischen Heilmittel baut grösstenteils darauf auf. Da die pflanzlichen, mineralischen und tierischen Stoffe bei dieser Verabreicherungsart am wenigsten verändert werden, ist es vermutlich auch auf feinstofflicher Ebene die naturgetreuste Methode. Die Heilmittelklassiker beschreiben für beinahe jedes Rezept individuelle Zubereitungsarten. Einige Dekokte sollen beispielsweise in mehreren Fraktionen zu unterschiedlichen Kochzeiten zubereitet werden. Bei bestimmten Bestandteilen wird geraten, sie in Honig oder Wein zu rösten. Zwar werden zur Vereinfachung häufig anstelle von einzelnen Portionen auch Tages- oder Mehrtagesportionen zubereitet und bis zur Einnahme im Kühlschrank gelagert, der Aufwand bleibt einerseits erheblich und passt nicht immer in den europäischer Lebensalltag, doch trägt er auch aktiv zum Heilungsprozess des Patienten bei. Die allgemeine Kochanleitung von TCM Aarau: Dekoktzubereitung.

Granulate

Ähnlich weit zurück wie die Anwendung von Dekokten, reicht auch die Verwendung von gemahlenen und pulverisierten Drogen. Die Verfahren wurden inzwischen zwar verfeinert, doch im wesentlichen gleich geblieben. Um die Homogenität und Haltbarkeit der Mittel zu erhöhen, werden heute die Extrakte der Wasserabkochung auf eine Trägersubstanz aufgesprüht. Obwohl sich deren Eigenschaften nicht ganz mit der Definition der europäischen Pharmakopöe deckt, hat sich der Begriff „Granulat“ durchgesetzt. Im Gegensatz zu den Dekokten, müssen die Granulate von den Patienten nicht mehr gekocht werden. Am einfachsten erwies sich bisher die perorale Einnahme mit warmem Wasser. Aber auch andere Methoden wie das „Einrollen“ des Granulates zu Honigbällchen, oder die Einnahme zusammen mit Chrysanthementee sind bekannt. Ein wesentlicher Nachteil der Granulate ist, dass sie von blossem Auge kaum unterscheidbar sind. Nur mit viel Erfahrung und Hilfsmitteln (siehe Phytax AG) wie z. B. der Dünnschichtchromatographie ist es möglich, die Identität der Granulate mit höchstmöglicher Sicherheit zu bestimmen. Ein grosser Vorteil hingegen liegt in der hohen Haltbarkeit. Granulate gehen keine Verbindung mit der Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft ein, sind also nicht hygroskopisch. Theoretisch könnte man auf diese Weise gewisse Mittel über Jahre lagern, ohne bemerkenswert Beeinträchtigungen der Wirksamkeit in Kauf zu nehmen. Damit kann auch erklärt werden, weshalb im Labor Granulate oft sogar bessere Werte zeigen, als Rohdrogen; vor allem bei Mitteln mit hohen Anteilen ätherischer Öle.

Das Dünnschichtchromatogramm (DC), liefert hierzu qualitative und halbquantitative Werte, welche auch Laien einen Eindruck vermitteln. Die nachfolgenden Dünnschichtchromatogramme (Aufnahme bei UV 366 nm – Entwicklung mit identischen Laufmitteln) zeigen „Menthae, Herba – Bo He“ als Rohdroge und als Granulat.

Probe L-472 Rohdroge

 

 

Probe L-472 Granulat

 

 

Tabletten

Tabletten sind zu 100% identisch mit den Granulaten, enthalten also ebenfalls keine chemischen Zusatzstoffe. Die Fliess-, Zerfalls- und Bindeeigentschaft wird mit geringsten Mengen Magnesiumstearat, sowie der natürlichen Pflanzenstärke optimiert. Der Nachteil, und je nachdem auch der Vorteil der Tabletten liegt darin, dass bei der Einnahme die Geschmacksinformation über die Schleimhäute sehr gering ausfällt. Es ist bekannt, dass Mittel, welche nur beschränkt oder gar nicht über den Gaumen ein- bzw. wahrgenommen werden, um einiges weniger gut resorbiert werden, als solche die mit der vollen Geschmacksinformation in die Verdauung gelangen. Die Wirkstoffresorption kann verbessert werden, indem die Tabletten mit warmem Wasser eingenommen werden. In der CM wird die Mitte (Verdauungsinstanz) mit einem Kochtopf verglichen und alles was nicht warm oder gekocht eingenommen wird, muss zuerst vom System unter Energieverlust gewärmt werden. Tabletten können wahlweise auch zermörsert und wie Granulat eingenommen werden.  Eine ideale Lösung für Patienten, die manchmal Zeit oder Gelegenheit für die Einnahme als „Tee“ haben, und manchmal nicht, z. B.  in den Ferien, bei der Arbeit, etc.

Flüssigkonzentrate

Der Vorteil von Flüssigkonzentraten ist sicherlich die einfache und angenehme Einnahme.Es kann zwar vorkommen, dass bei einigen Pflanzen der Ethanolauszug ähnliche Wirkstoffe enthält wie der Wasserauszug, doch die Wissenschaft ist noch weit davon entfernt, das Zusammenspiel und die Bedeutung der einzelnen Wirksubstanzen zu entschlüsseln. Man kann also weder abschätzen, noch definieren, wie die Alkoholextrakte wirken. Zudem zerstört Alkohol natürliche Enzyme und Mikroorganismen, welche für den Wirkmechanismus von eminenter Bedeutung sein können.  Ein weiterer Nachteil ist, dass sich die meisten mineralischen und tierischen Substanzen wie z. B. Cicadae, Periostracum (Chan Tui), Gypsum, Firbrosum (Shi Gao), Ostreae, Conchae (Mu Li), Draconis, Os (Long Gu), etc. weder konzentrieren, noch verflüssigen lassen. Auch die geringe Haltbarkeit der Flüssigkonzentrate birgt ein Problem in sich, welches nur durch die Zugabe von Konservierungsstoffen gelöst werden kann. Alkohol ist wohl die sanfteste Variante, doch über längere Zeit eingenommen, bringt es eine Vielzahl von beachtlichen Nebenwirkungen mit sich. Vor allem die narkotische Wirkung aufs Zentralnervensystem und die Erweiterung der Hautgefässe sollten nicht unterschätzt werden. Das nachfolgende Dünnschichtchromatogramm (Aufnahme bei UV 366 nm – Entwicklung mit identischen Laufmitteln) zeigt einen Wasser- und einen Alkoholauszug von „Angelica Sinensis, Radix – Dang Gui“ im Vergleich.

 

Probe RP-254 mit Wasser extrahiert

 

 

Probe L-1662 mit Ethanol extrahiert

 

 

Salben, Sprays und Kräuterpasten

Für die Behandlung des Bewegungsapparates oder der Haut kommen auch Mittel zur äusserlichen Applikation, sogenannte Externa, zur Anwendung. Noch heute werden viele Rezepturen in China geheimgehalten. Dies ist unter anderem ein Grund, weshalb hierzulande nur vereinzelte solcher Mittel erhältlich sind. chinesische Heilmittel werden zu Salben, Pasten und Sprays verarbeitet. Diese finden dann zum Beispiel in der Traumatologie, der Orthopädie, der Sportmedizin und teilweise in der Dermatologie eine breite aber auch spezifizierte Anwendung. Salben werden eingerieben oder einmassiert. Sprays können mehrmals täglich aufgesprüht oder sanft eingerieben werden. Pasten werden auf die betroffene Stelle aufgetragen, mit einer elastischen Binde um wickelt und für mehrere Stunden oder über Nacht auf der Blessur belassen. Die aktiven Wirkstoffe der Externa werden von der Haut absorbiert und üben ihre Wirkung so auf die betroffene Stelle aus.


Nov 19 2010

MS – Multiple Sklerose

von Dr. Raphael Hochstrasser

Bezüglich Musterdifferenzierung nach CM zeigt sich MS (Multiple Sklerose) in grosser Variabilität und muss auch entsprechend individuell therapiert werden.

Nach konventionell-medizinischem Verständnis schädigen ideopatische, chronisch-entzündliche Herde im ZNS die Myelinscheiden und Nervenzellfortsätze, was eine Vielzahl von neurologischen Symptomen, wie etwa Missempfindungen (Sensorik) oder Muskelschwäche (Motorik) va der Extremitäten, zur Folge haben kann.

Muster nach CM
Die klinische Diagnostik/Therapie verläuft tendenziell leitbahnspezifisch. Die Beteiligung von Mi, Le und Ni ist eher akademisch, wobei die Le va für endogenen Wind, die Mi für eine Yi-(Shen-Aspekt)-Störung (negative Einstellung/Vorstellungskraft/Wahrhaben der Krankheit, etc.) und die Ni für das Nervensystem bzw. die Myelinscheiden stehen. Es ist wichtig, einfache und klare Behandlungsgziele zu setzen (Salami-Taktik) und dem Patienten zu kommunizieren, damit auch die kleinen Fortschritte sichtbar werden.

Missempfindungen werden nach CM differenziert:
(milde Schmerzen): Xue-Stase, Feuchte, Schleim, Xue-Leere
(starke Schmerzen): Xue-Stase & ev. Hitze, Feuchte, Schleim, Qi-Stagnation

nach konventioneller Medizin:
– Motorik: Atrophie, Spasmen
– Sensorik:
~ästehisen = ~empfindungen (z. B. Parästhesie = Taubheitsgefühl, Dysästhesie = Missempfindungen)
~algesien = ~schmerz (z. B. Analgesie = kein Schmerzempfinden)

Wichtige EinzelAM:
– Wu Gong (Endog. Le-Wind-Schleim-Hitze, KSz, Schleim-Verhärtungen;2)
– Quan Xie (Endog. Le-Wind-Schleim-Hitze, Spasmen;2)
– Bai Jian Can (Endog. Le-Wind-Schleim-Hitze, KSz, Schleim-Verhärtungen, Haut, Hals;6)
– E Zhu (Xue-Stase, Verhärtungen im UJ; 9)
– Tian Nan Xing (Schleim-Stagn, Verhärtungen im MJ u va OJ; 9)
…diese + Bai Shao, 9 Gou Qi Zi und 9 Shu Di, 12 Sang Ji Sheng, 9 Tian Ma, vermindern nachweislich die MS-Symptome, senken den Bedarf an Levopoda, vermindern die NW von allfällig eingesetzten Dopaminregulatoren, wirken synergistisch und entgiftend.
– ji xue tang (Untere Extremitäten, aber allgemein so stark, dass gut für alle Parästhesien, Xu)
– bi xie (Feuchte, Schwellungen)
– wei ling xian (Periphäre Extremitäten)
– gui zhi, qiang huo (oben, Arme)
– wu jia pi, mu gua (unten, Beine)
– dan shen (xue-stase)
– jiang huang (schultern)
– du zhong (rücken)
– huang qi, gou qi zi, he shou wu, bai shao (Atrophie, Motorik, Xu)
– mug gua, bai jiang can, tian ma (Spasmen)
chai hu ist kontraindiziert (zu windig-verteilend!)

Neben der leitbahnspezifischen Akupunktur (grundsätzlich zurückhaltend bezügl. Anzahl Nadeln und Stimulation) bieten sich auch Shen-Punktprotokolle im Schädelbereich wie Du20, Du21, Ma8 oder allgemeine Punkte wie z. B. Gb20 an.

Ein gesunde Ernährung (3 x täglich Gemüse, dazu auch Hülsenfrüchte und Obst*) senkt das Risiko der MS-Schübe durchschnittlich um 20% [1]! Das ist im Vergleich der Chemikeule (30% Verminderung der Schubrate) sehr hoch! *Ein spezifischer Speiseplan ist jedoch noch nicht bekannt. Gemäss der MS-Spezialistin Dr. Catherine Kousmine habe sich Folgendes bewährt: Frisch, Reduktion von raffinierten Produkten, von Fleisch und Salz, hingegen viel Ballaststoffe und viel Gemüse. Ausserdem empfiehlt sie, sich regelmässig Leinöl zu gönnen, z. B. Morgens ins Frühstück.

Eine einfache Übersicht für klassische Formeln bietet der taiwanesische CM-Arzneilieferant SunTen an:
Patterns and Formulas by SunTen

 

[1]  Kathryn C. FitzgeraldTuula TyryAmber SalterStacey S. CofieldGary CutterRobert Fox and Ruth Ann Marrie: Diet quality is associated with disability and symptom severity in multiple sclerosis


Nov 15 2010

Wichtige Formeln der Chinesischen Arzneitherapie – LERNKARTEN

von Dr. Raphael Hochstrasser

Ein Lernkartenset mit den 118 Formeln, welche an der SBO-TCM Prüfung gefragt werden. Es handelt sich auch ansonsten um eher bedeutende und oft eingesetzte Formeln. Sie decken ein einigermassen breites Wirkspektrum ab und können helfen, die Strategien der Chinesischen Arzneitherapie besser zu verstehen. Die wichtigsten paar Grundformeln sind jedenfalls schon mal dabei.

Diese sollten nämlich, als erster Schritt (nach oder während dem Erlernen der wichtigsten 63 Einzelmittel ) IN & AUSWENDIG reingehämmert werden, denn sie sind immer wieder als Grundbausteine in allen möglichen Formeln vertreten. Und es sind bloss 4 an der Zahl, gar nicht viel, gäll!? Also es lohnt sich… e voilà:

  • Ba Zhen Tang ( bzw. Si Jun Zi Tang + Si Wu Tang)
  • Liu Wei Di Huang Wan
  • Xue Fu Zhu Yu Tang
  • Xiao Yao San

C’est ça!

Also, wenn Du…
1. schon vor der ersten Arzneimittellektion die 63 wichtigsten Einzelmittel lernst,
2. die vier o. e. Hauptrezepte inklusive Ingredienzien am Anfang (als erstes gleich zu Beginn während den allerersten Arzneimittellektionen) durchgehend  verinnerlichst,
3. irgendwann (während den kommenden Monaten oder Jahren…) die 118 wichtigsten Formeln dazulernst,
hast Du den härtesten Brocken geschafft UND (das wichtigste…) der Rest scheint zwar viel, wird aber leicht verdaulich und wird lerntechnisch gesehen zum leichtverdaulichen Teil. Denn Du kannst während dem Unterricht voll profitieren, da Du verstehst, was der Dozent verzapft! Die übrigen  Einzelmittel werden reingehen wie Butter…  gehe dazu zunächst wie bei den ersten 58 Einzelmittel vor und lerne im 10 Minuten/Tag-Auswendig-Büffeln-Modus jeweils einfach nur den PinYin und die Kategorie. Dann und im Kontext der Formeln und durch entspanntes Zuhören, Verstehen und Repetieren im Unterricht wird es für Dich ein Leichtes, die Einzelmittel innerhalb der Kategorie zu differenzieren und ihre wirkliche Funktionen im Kontext der klassischen Formeln zu verstehen. Yess!

Die Besonderheit dieser Lernchärtli sind die bis aufs Äusserste reduzierte Definitionen der Wirkung der jeweiligen Formeln. Diese ermöglicht es, wenn gelegentlich zusätzlich auch die relevantesten Ingredienzien studiert werden, sämtliche der 118 Formeln unter dem geringst möglichen Aufwand eindeutig zu differenzieren, z. B. zur Beantwortung von Multiple Choice fragen, oder zur Inspiration und Orientierung bei der individuellen Rezeptkomposition. Es versteht sich von selbst, dass im Gegenzug die Lernkarten in puncto Wirkung, Indikation und Ingredienzien jeglicher Vollständigkeit entbehren.

Hier geht’s zum DOWNLOAD der Lernchärtli für die 118 wichtigsten Formeln…. (Die supi vorbereiteten Chärtli sind gratis und Du musst Dich einloggen, damit Du ein bisschen Verantwortung übernimmst und sie nicht einfach weiterkopierst… Merci :o)…

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Nov 15 2010

Wichtigste Chinesische Arzneien – Lernkarten

von Dr. Raphael Hochstrasser

Die 63 wichtigsten Arzneimittel der chinesischen Medizin als Lernchärtli.

In den ersten Lektionen mit chinesischer Arzneitherapie wird mensch ziemlich mit den fremdklingenden Lauten (das wären die PinYin- oder pharmazeutischen Namen der Arzneien) zugedröhnt. Und wenn Du nun lieber von Anfang richtig viel vom Unterricht profitieren möchtest, solltest Du schon vorher diese 63 Arzneimittel lernen. Und zwar zunächst einfach mal ganz stur jeweils den PinYin-Namen und die Kategorien! Das wird harte Arbeit, vergleichbar mit dem Anfang beim Erlernen einer neue Fremdsprache. Doch damit hast Du mal einen ersten Nagel im Brett, an welchem Du einen Teil der weiteren Informationen aus dem Unterricht befestigen kannst.
Tipp aus der Neuro-Werkstatt: Spar Dir die Eselsbrücke oder Memno-Technik für die Exoten auf, lerne hier blanco, denn damit ist der Speicherplatz für Erweiterungen grösser.

63 Kärtchen, 10 Minuten pro Tag (ca. 10 Kärtchen/Tag) = 1 Woche!

Die Lernkarten sind so klein, dass sie überallhin mitgenommen werden können. Tiptop vorbereitet, 2 A4 Seiten, gespiegelt (zum vorne und hinten randlos bedrucken und schneiden)

(PS: Übrigens gibt’s auch die wichtigsten 118 Formeln als Lernchärtli…)

 
 

DOWNLOAD der 56 wichtigsten Einzelarzneien als Lernchärtli...

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Mrz 28 2010

Soledum ist hochwirksam bei Asthma und COPD

von Dr. Raphael Hochstrasser

Soledum ist hochwirksam bei Asthma und COPD, ‚Raucherlunge‘, Lungenemphysem, usw. Studie der Uni Erlangen Nürnberg. Dyspnoe halbiert, Cortison um 36% reduziert, rezeptfrei, usw.

Soledum bei Asthma und COPD (Artikel aus ‚Bild der Frau 3/2010)

Folgender Artikel wurde (zur Erhaltung) von http://www.heilpflanzen-welt.de/news/200311c-cineol-gegen-asthma.htm übernommen:

Entzündung, Hyperreaktivität, Allergie sowie komplexe Interaktionen mit Umweltfaktoren im Bereich der Atemwege sind die Komponenten der Pathogenese von chronischem Asthma bronchiale (Prävalenz: 4-5% der Bevölkerung). Zu den therapeutischen Optionen bei schwerem Asthma gehört – trotz des Nebenwirkungspotentials – die Dauermedikation mit anti-inflammatorisch wirkenden oralen Kortikosteroiden. Jetzt konnte erstmals gezeigt werden, dass ein hochgereinigtes ätherisches Öl – 1,8-Cineol (Soledum®) – bei diesen Problempatienten hoch signifikante steroidsparende Effekte hat [1]. Diese Befunde eröffnen völlig neue Perspektiven der modernen Asthmatherapie.

Von 1,8-Cineol, einem natürlichen C10-Isoprenpolymer und dem Haupt-Monoterpen in Eukalyptusöl (Eucalyptol), ist aus experimentellen Studien bekannt, dass es u. a. den Arachidonsäure-Metabolismus und die Zytokinproduktion von menschlichen Monozyten supprimieren kann [2], auch jenen von Asthmapatienten [3]. In der, von der Arbeitsgruppe um den Pneumologen Prof. Dr. Uwe R. Juergens, Universität Bonn, vorgelegten Studie [siehe 1] ist nun untersucht worden, ob das bewährte Atemwegstherapeutikum 1,8-Cineol auch bei Asthmapatienten relevante entzündungshemmende Effekte von Prednisolon-äquivalenter Wirkstärke entfalten kann.

Studie
Zu diesem Zweck wurden 32 Patienten mit steroidabhängigem schwerem Asthma bronchiale (5-24 mg Prednisolon/Tag) in die doppelblinde, placebokontrollierte Studie aufgenommen. Nach Einstellung der individuell effektiven Erhaltungsdosis des oralen Steroids während einer zweimonatigen Vorlaufphase erhielten die Patienten über einen Behandlungszeitraum von 12 Wochen entweder 3x täglich 200 mg 1,8-Cineol (Verum) oder Placebo in dünndarmlöslichen Kapseln. Die Dosierung des oralen Glukokortikoids wurde alle drei Wochen in 2,5 mg Schritten reduziert. Die sonstige medikamentöse Begleittherapie mit inhalierbaren Steroiden, Theophyllin, Formoterol oder Ipratropiumbromid wurde mit Ausnahme kurzwirksamer β-Agonisten zur Bronchodilatation (Einnahme ad libitum) unverändert fortgeführt. Das primäre Studienziel bestand in der Evaluation der glukokortikoidsparenden Kapazität von 1,8-Cineol bei schwerem Asthma.

Ergebnisse
Die Patienten tolerierten in der Verumgruppe eine Verringerung der täglichen Prednisolondosis um 36% (Bereich: 2,5-10 mg, im Mittel: 3,75 mg), in der Placebogruppe jedoch nur um 7% (Bereich: 2,5-5 mg, im Mittel: 0,91 mg). Der Unterschied ist statistisch hoch signifikant (p=0,006). Bei 12 der 16 Cineol-, resp. nur vier der 16 Placebo-Patienten war eine signifikante Verringerung der oralen Steroidmedikation (p=0,012) möglich. Andere klinische Effekte der Cineoltherapie im Vergleich zur Placebogabe waren: Signifikanter Erhalt von Lungenfunktion und dynamischen Lungenvolumina und -kapazitäten, kein Anstieg der täglichen Salbutamolverwendung (Placebogruppe: Verdoppelung des Tagesbedarfs), signifikant seltener auftretende Atemnotanfälle. Die Forscher kommen deshalb zu dem Schluss, dass 1,8-Cineol im Rahmen einer systemischen Glukokortikoid-Langzeittherapie einen statistisch signifikanten kortikoidsparenden Effekt bei Patienten mit steroidabhängigem Asthma hat. Dieser erstmalige Beleg der entzündungshemmenden Wirkung von 1,8-Cineol bei Asthma bronchiale unterstützt den rationalen Einsatz des Monoterpens auch bei anderen Erkrankungen der unteren und oberen Atemwege.

Wirkung
Die Vielfalt der therapeutischen Wirkungen von 1,8-Cineol (expektorierend, mukolytisch, bronchodilatativ, antisekretorisch, antiphlogistisch, antioxidativ, antibakteriell, antifungal, analgetisch u.a.) lässt die Vermutung zu, dass das isolierte ätherische Öl – möglicherweise in Folge der Strukturähnlichkeit von Isoprenoiden mit Steroidhormonen, Glukokortikoiden und Tocopherolen – zentrale Schlüsselreaktionen der körpereigenen Entzündungskaskaden regulieren kann [4]. Doch nicht nur die Steroidähnlichkeit könnte die belegten anti-inflammatorischen Effekte erklären, sondern auch ein anti-oxidative Potential von Eukalyptusöl (aggressive Sauerstoffradikale sind zentral an der Entzündungspathogenese beteiligt) [5]. Da die systemische Therapie mit dem ungesättigten Terpen Cineol in dünndarmlöslichen Kapseln gut verträglich ist – und vor allem keine wie auch immer gearteten steroidtypischen Nebenwirkungen entfaltet – könnte der Wirkstoff sowohl als steroidsparendes Add-On bei der Langzeittherapie als auch bei der frühzeitig-präventiven Behandlung von Asthma und anderen chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD) in Frage kommen. Übrigens könnten die belegten antioxidativen und antiphlogistischen Effekte von Cineol, wie neuere Studien [6] nahelegen, auch ulzerösen Läsionen der Magenschleimhaut vorbeugen.

Quellen und Links
Juergens UR, Dethlefsen U, Steinkamp G, Gillissen A, Repges R, Vetter H: Anti-inflammatory activity of 1,8-cineol (eucalyptol) in bronchial asthma: a double-blind placebo-controlled trial. Respir Med. 2003 Mar;97(3):250-6 (Medline).
Juergens UR, Stöber M, Vetter H: Steroidartige Hemmung des monozytären Arachidonsäuremetabolismus und der IL-1ß-Produktion durch 1,8-Cineol. Atemw-Lungenkrkh. 1998; 24(1):3-11.
Juergens UR, Stober M, Schmidt-Schilling L, Kleuver T, Vetter H: Antiinflammatory effects of euclyptol (1,8-cineole) in bronchial asthma: inhibition of arachidonic acid metabolism in human blood monocytes ex vivo. Eur J Med Res. 1998 Sep 17;3(9):407-12 (Medline).
U.R. Juergens, T. Engelen, M. Stober, S. Tasci, K. Rack, H. Vetter. Dept of Pneumology, Med. Outpatient Clinic, Bonn Univ.-Hospital, Bonn, Germany; Dept Internal Medicine II, Bonn Univ.-Hospital, Bonn, Germany; Dept of Pharmacology and Toxicology, University of Bonn, Bonn, Germany: Inhibition of Cytokine Production by 1,8-Cineol (Eucalyptol) in Stimulated Human Lymphocytes and Monocytes In Vitro. Abstract. International Conference of American Lung Association/American Thoracic Society. Seattle, WA, May 21, 2003 (Poster Discussion Session), 16.-21.5.2003.
Grassmann J, Hippeli S, Dornisch K, Rohnert U, Beuscher N, Elstner EF: Antioxidant properties of essential oils. Possible explanations for their anti-inflammatory effects. Arzneimittelforschung. 2000 Feb;50(2):135-9 (Medline).
Santos FA, Rao VS: 1,8-cineol, a food flavoring agent, prevents ethanol-induced gastric injury in rats. Dig Dis Sci. 2001 Feb;46(2):331-7 (Medline).

Mrz 28 2010

Glycyrrhizae – Gan Cao – Süssholz – NZZ Artikel

von Dr. Raphael Hochstrasser

NZZ am Sonntag 21.März 2010 – ‚Guetzli essen statt Pillen schlucken‘ – Lakritze kann bei Dialysepatienten den Kaliumwert im Blut senken, und weiteres über Glycyrrhizae – Gan Cao – Süssholz.

Glycyrrhizae Gan Cao Süssholz Lakritze NZZ


Okt 2 2009

Marginale, chronische Parodontitis

von Dr. Raphael Hochstrasser

TCM-Musterdiiferenzierung:

– Loderndes Ma-Feuer
viel Blut, ev. geschwollenes Zahnfleisch, Stirnks, Lust auf Kaltes, Z rot,  ZB gelb, dick, trocken P voll, beschl.

– Ma-Yin-Leere-Hitze
wenig Blut, entzündliches Zahnfleisch, lockere Zähne, Hunger ohne Appetit, Unruhe, Z rot, ZB wenig bei Ma/Mi, P dünn, beschl.

– Mi-Blut-Halten-Dysfnkt.
Chron. leichte Blutung, blasses Zahnfleisch, blasse Lippen, Müdigkeit, weiche Stühle, wenig Appetit, Z blass, geschwollen P schwach, leer

– Ma- & Ni-Yin-Leere-Hitze
Wie Ma-Yin-Leere-Hitze PLUS Betonung auf Ni-Yin-Leere-Zeichen

– Ma-Hitze und Säftemangel
Wie loderndes Ma-Feuer PLUS trockener Mundraum, Hals, Lippen, Zunge, etc.

Therapie:

– Di4, Di1&Di3 bluten lassen (yangming-Hitze klären), Di11, Ma34 (b. Blutungen auf d. Ma-Meridian), Ma36, Ma44 (Hitze aus dem Ma-Meridian), SJ20, Dü8 (Zahnfleischschwellung), Le2 (Le-Feuer), lokal: Ma6, Dü18

– Qing Wei San (Ma-Feuer & Ma-Yin-Leere), Qing Wei Tang (+ Shi Gao), Yu Nu Jian (Ma-Yin-Leere-Feuer), Zhi Bai Di Huang Wan (Ma-&Ni-Yin-Leeere-Hitze), Xie Huang San (FH d. Milz), Zhu Ye Shi Gao (Ma-Hitze und Säftemangel)

Rauchen und scharfe Nahrungsmittel zählen zu den schwersten negativen Faktoren.

Westmed.:

Meist tritt Parodontitis als Folgeerscheinung einer schweren Gingivitis auf, welche zunächst zum Verlust des bindegewebigen Halts der Zähne führt. Je länger Gingivitis und Sulcusblutungen an der selben Stelle auftreten, desto wahrscheinlicher ist die Enstehtung von Paradontitis. In fortgeschrittenem Stadium der Paradontitis erfolgt auch der irreversible Knochenabbau. Die Gründe für das Auftreten von Paradontitis sind nicht restlos geklärt, sehr relevant scheint aber das Verhältnis zwischen Bakterien und Immunsystem. Daher westlich medizinisch hautsächlich keimtötende, antibakterielle bzw. antibiotisch therapiert. Parodontitis kann subgingival weiterexistieren, selbst wenn die Gingivits zurückgeht.


Aug 13 2009

Diarrhö – Durchfall: AM-Überblick

von Dr. Raphael Hochstrasser

WICHTIGE & EFFEKTIVE EINZELMITTEL BEI DIARRHÖ

Diarrhö und…
…Hitze: Huang Lian (ja!), Huang Qin
…Feuchte & unverdaute Nahrungsreste im Stuhl: Yi Yi Ren
…Feuchte & wässriger Stuhl: Che Qian Zi, Fu Ling (hoch dosiert)
…Leere: Bu Gu Zhi, Tu Si Zi, Wu Zhu Yu (in extremen Fällen)
…Mi-Qi-Leere: Gan Jiang
…T&T Dysnkt.: Rou Dou Kou

ANDERE, KLASSISCHE EINZELMITTEL BEI DIARRHÖ

Diarrhö und…
…Mi & Ma-Qi-Leere: (Bai) Bian Dou
…FH Dyenterie: Bai Tou Weng
…Sommer-Hitze: Huo Xiang
…Colitis: Bai Tou Weng, Huang Qin, Wu Bei Zi, Bai Zhu, Huai Hua (Blutungen)

WICHTIGE UND EINIGERMASSEN EFFEKTIVE FORMELN BEI DIARRHÖ

bei leichter Qi-Leere & wässrigem Stuhl Sheng Ling Bai Zhu San:
Ren Shen (Qi+Mi+)
Bai Zhu (T&T+)
Fu Ling (T&T+)
Yi Yi Ren (Mi+diuretisch)
Shan Yao (Mi&Ni+)
Bai/Bian Dou (klassisch bei Qi-Leere-Diarrhö)
Jie Geng (Qi heben)
Lian Zi (Ni+)
Sha Ren (aromatisch trocknend)
Da Zao (Qi+, andere AM harmonisieren)
GanCao (Qi+, andere AM harmonisieren)

bei Ni-Yang-Leere-Hahnenschreidiarrhö Si Shen Wan:
Bu Gu Zhi (Ni-Yang+)
Wu Zhu Yu (Ni-Yang+)
Rou Dou Kou (klassisch bei Hahnenschreidiarrhö)
Wu Wei Zi (adstringierend)


Aug 12 2009

KREBS

von Dr. Raphael Hochstrasser

index:  KREBS, EINE NEUZEITERSCHEINUNG? | DEMOGRAFIE (SCHWEIZ)  |¦ URSACHEN VON KREBS | ÄUSSERE FAKTOREN | IATROGENE URSACHEN, SCHUL(D)MEDIZIN? ¦| KREBS IM VERSTÄNDNIS DER CM | FRÜHERKENNUNG JA ODER NEIN? |¦ THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN | THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN TCM ¦| QUELLEN & LINKS

KREBS, EINE NEUZEITERSCHEINUNG?

Nimmt die Zahl der Krebserkrankungen in der modernen Gesellschaft tatsächlich zu? Krebs ist sicherlich kein Neuzeitphänomen; auch in palänthologischen Knochenfunden konnte Krebstumore nachgewiesen werden. Und alleine weil sich mit der Entwicklung der Menschheit auch viele früher tödliche Infektionskranheiten besser in den Griff kriegen lassen, wird die Krebstodesursache statistisch steigen. Und dann darf man noch davon ausgehen, dass bei früheren Erhebungen ein Teil der unklaren Todesursachen aufs Konto von Krebs geht. Doch selbst wenn man all dies berücksichtigt, muss die Zunahme der Todesursache Krebs immer noch eindeutig von anderen Faktoren beinflusst sein.

DEMOGRAFIE (SCHWEIZ)

Morbidität: 35k , Mortalität: 15k

URSACHEN VON KREBS[2]

– Genetische Disposition (Veränderung in der Erbanlage) 10-20%
– Äussere Faktoren (s. u.) 80-90%
– Rauchen 30%
– Ernährung (10-30%, gem. WHO: 12%, die Meinungen sind stark unterschiedlich. Die westliche Ernährungswissenschaft tut sich sehr schwer und verheddert sich in Kontroversen, Zahlen, BMI, Kalorien, Vitaminen, etc.

Die Essenz aus einem 500seitigen Bericht vom World Cancer Research Found[7]. 21 Experten haben die Resultate von 7000 Studien minuziös nach Zusammenhängen zwischen Ernährung und den wichtigsten Krebsarten untersucht. Es konnte nur wenig Eindeutiges daraus geschlossen werden, was für TCMler keine Überraschung ist. Tut mir leid für diese banale Aussage, aber sehen wir der Tatsache doch einfach ins Auge: Die westliche Ernährungwissenschaft mit dem normativ-qualitativen Ansatz funktioniert schlicht und einfach nicht. Immerhin konnte sich das Expertenteam doch einigermassen auf 7 Ernährungstipps einigen, welche aber von innen, wie auch aussen hart dementiert werden.

1. Körperfettmasse niedrig, aber auch nicht zu niedrig, halten.
Als schlank gilt ein BMI zwischen 21 und 23. Darüber sind sich aber nicht alle Experten einig. Die geringste Sterblichkeitsrate liegt nämlich bei einem höheren BMI, bei Mannern ist es ca. 24, bei Frauen ca. 25.

2. Begrenzte Einnahme von energiedichten Lebensmitteln.
Besonders industriell verarbeitete und raffinierte Lebensmittel sind gefährlich. Beispiel: Für die Aufnahme von 250 Kalorien braucht es 1 Glas Apfelsaft (10 Sekunden), Apfelmus (1 Minute), Äpfel (mehrere Minuten)… dabei wird richtig Speichel gebildet, Hungersignale losgeschickt, etc. Effekt: Weniger Kalorien, bessere Verdauung, etc. Das ist aber nur eine indirekte Methode der Prävention (zum schlank bleiben) und wird wissenschaftlich nicht als krebsverhindernd anerkannt. Meiner Meinung nach ist es ein entscheidender Punkt, weil die Verdauung mit energiedichten Lebensmitteln gestresst und überfordert wird.

3. Vor allem pflanzliche Nahrungsmittel einnehmen.
Pflanzen aller Art, Gemüse, Obst, Getreide, Nüsse, etc. haben wesentliche Vorteile gegenüber tierischen Nahrungsmitteln. U. a. wegen dem hohen Wassergehalt, was schneller sättigt (–> indirekt also wieder das Schlankthema). Zudem geht es aber noch um die sekundäre Pflanzenstoffe, die häufig antioxidant wirken und damit freie Radikale abfangen. Auf der anderen Seite geht aus der Nurses‘ Health Study[6] hervor, dass Menschen mit mehr als 3 x täglich pflanzliche Kost zu sich nehmen, höhere Krebsraten aufweisen…

4. Begrenzter (nicht mehr als 500 Gramm – da waren wohl viele amerikanische Experten dabei!?!) Verzehr von rotem Fleisch (Lamm, Rind, Schwein…).
Das mit dem Fleisch ist ein ziemlich kontroverses Thema. Evolutionsgeschichtlich sind wir seit 4 M Jahren Fleischfresser, während den vorangehenden 40 M Jahren waren unsere Vorfahren jedoch Vegetarier. Na ja, das ist so eine Sache mit diesen evolutionären Argumenten, die kann man bis dorthin zurückdrehen, wo man sie gerade braucht… Der aufrechte Gang ist uns erst seit 6 M Jahren eigen; wäre es also nun besser zu kriechen?
Einig sind sich die Experten lediglich beim gepökelten oder salzigen Fleisch, bei welchem man sich sehr eingeschränken sollte.

5. Begrenzter Alkoholkonsum.
Isoliert auf Krebs betrachtet gilt absolute Abstinenz. Ethanol ist cancerogen.. Gesamtheitlich betrachtet gibt es aber viele wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Alkoho in moderaten Mengen (1-2 Gläser/Tag) gute Prävention gegen viele Herzkreislauferkrankungen bietet.

6. Nicht mehr als 6 Gramm Salz pro Tag (nicht kontrovers)

7. Natürliche Lebensmittel sind künstlichen vorzuziehen.
Die Vielstoffgemische natürlicher Lebensmittel können mit der westlichen Wissenschaft zum ganz grossen Teil nicht analysiert und verstanden werden. Die Isolation einzelner Substanzen, wie Vitamen hat den grossen Nachteil, dass man nichts hat von der Vielzahl der in natürlichen Lebensmittel enthaltenen Stoffe, von denen man nicht weiss, wie und für was sie funktionieren.

ÄUSSERE FAKTOREN

Einer der Hauptfaktoren, wahrscheinlich der wichtigste (50-80%) ist unbestritten Stress. Mit Stress sind nicht nur Zeit- oer Leistungsdruck gemeint, sondern auch überhäufte Sinneseindrücke, unnatürliche Umwelteinflüsse (Strahlen, Gifte, etc.), Diversität und Veränderungen der Nahrungsmittel, Nikotin, Alkohol, Medikamente, Sonnenstrahlung, disharmonische energetische Umgebungsfaktoren, usw.

IATROGENE URSACHEN, SCHUL(D)MEDIZIN?

Das Versagen der westlichen Medizin bei der Behandlung von Krebs sollte man nicht verurteilen. Die zunehmende Neigung zur Suche nach der Schuld bei andern ist meiner Meinung nach eines der übelsten Gesellschaftssymptome unserer Zeit. Und „die Medizin“ trägt nicht die Verantwortung für die Menschen. Leider wird das aber von vielen Praktizierenden so impliziert, sie versuchen ihren Patienten die Krankheiten „wegzunehmen“. Schliesslich trägt aber jeder Mensch die Verantwortung über sich selber, ein Naturgesezt, welches noch von keiner Instutution der Menschheitsgeschichte geändert wurden konnte. Unsere Aufgabe ist es folglich nur, unseren mündigen Patienten anzubieten, sie bei ihrer Prozessarbeit zu unterstützen.

Im Gegensatz dazu sollten wir die Verantwortung für unsere medizinischen Handlungen tragen. Und gerade im Zusammenhang mit den Ursachen für Krebs ist der leichtfertige und oft verfrühte Einsatz von Antibiotika und Kortison sehr fragwürdig. Das Unterdrücken von Infektionskranheiten (um möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu sein) ist zu einer viel zu unbedachten Gewohnheit unserer Zeit geworden. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass über 98% der an Krebs erkrankten Menschen während mindestens 10 Jahren vor dem Ausbruch der Krankheit keine Infektionskrankheiten mit Fieber mehr hatten. Die antroposophische Erklärung dazu: Infektionen sind die Aktivitäten und Entwicklungsprozesse von jungen, gesunden Menschen, auf der anderen Seite steht die Sklerose als Verlangsamung und Degeneration der Prozesse für das älter werden. Ich würde es so sagen: Ohne Fieber gibt’s keinen Frühlingsputz, und ich bin überzeugt, dass die intensiven Eingriffen mit Atombomben (Antibiotika) für den menschlichen Organismus grosse Belastungen sind, vor allem weil er in dieser schweren Phase (Krieg gegen Bakterien) einen zusätzlichen Feind erhält, der einfach alles Platt macht. Damit verpasst er die Möglichkeit den ursprünglichen Kampf zu führen, gewinnen und sich an ihm zu stärken. Wer Patientinnen mit rezidiver Cystitis behandelt, weiss wovon ich rede. Antibiotika ist bitterkalt, diese Kälte betoniert sich im Uterus erst recht ein, wenn dieser geschwächt ist. Es entsteht ein schwer zu durchbrechender Teufelskreis. Warum verursachen und verstärken wir ihn mit Antibiotika? Einerseits, weil es der westlichen Medizin an Erklärung und Verständis für diesen fatalen Mechanismus fehlt, andererseits aber auch aus Angst vor allfälligen Komplikationen, wie z. B. Pyelonephritis, und schliesslich weil ganz einfach die therapeutischen Mittel zur Entkopplung dieses Teufelkreislaufes fehlen. Das ist herbe Kritik an der westlichen Medizin, die sie meiner Meinung nach auch braucht, um ihre Allglaubensmacht aufzuweichen. Im Moment mag sie nämlich ihre Schwächen noch nicht einzugestehen, doch es würde sie wesentlich stärken. Schliesslich liefert TCM zwar auf höheren energetischen Ebenen Lösungen zur effektiven Krebsprävention und Behandlung, doch in hochakuten lebensbedrohlichen Situtionen ist die westliche Medizin nach wie vor das Nonplusultra mit Chemo-, Hormon- und Strahlentherapie. Und damit sind wir bei dem Punkt, wo wir die Stärken aller Methoden verbinden.

KREBS IM VERSTÄNDNIS DER CM

Bereits Hippokrates rätselte über das Phänomen der tödlichen Wucherungen, die anhand äußerer Symptome gedeutet wurden. Krebsgeschwulste erzeugen manchmal sichtbare, gestaute Venen, die in ihren Ausläufern an einen Krebs erinnern. Deshalb taufte vermutlich der griechische Hippokrates (um 400 v. Chr.) die Krankheit Karkinos bzw. Krebs. Er und später auch Galenos (um 150 n. Chr) vermuteten einen engen Zusammenhang zwischen der seelischen Verfassung und dem Auftreten von Krebs; sie stellten fest, dass melancholische Frauen häufiger erkrankten als temperamentvolle.

Krebszellen sind bösartige (invasive) Zellwucherungen, die sich zu einem Tumor formatieren und den Platz von gesundem Gewebe einnehmen. Tumore bilden eigene Blutgefässe zur Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, haben aber – im Gegensatz zu normalen Zellen – keine Lebzeitbegrenzung.

Alchemistisches Verständnis: Krebszellen kommunizieren nicht mehr mit dem Organismus, sie sind „taubstumm“ und beginnen ihr eigenes Ding durchzuziehen. Dasselbe, wie wir Menschen auf der Erde. Wir zerstören die Verbindung zu dem Organismus, dem wir entstammen, und der uns erlaubt zu existieren. Es geht also um die Fähigkeit der Kommunikation.

Die meisten bekannten Ursachen lassen sich in einem ganzheitlichen Verständnis als Stress zusammenfassen. Sei es nun Verdauungsstress durch künstliche oder verdichtete Nahrung [2], durch aufgestautes Bewegungspotential (s. u. Le-Qi-Stagnation) oder langfristige emotionale oder seelische Belastungen. Dabei sind die Faktoren aber nach westlich-normativ beschränktem Verständnis als solches nicht festmachbar. So kann z. B. gesunde Ernährung ebenso zu einem Stressfaktor werden, weil sich jemand zu akribisch einen Stress daraus macht, dass überall Gift oder negative Energie drin sein könnte (was es aber einfach hat; kein yin ohne yang…), dass es laktoveganhyperglutenfreibasischkatabolgesegnetsalzarmbioohnenegativenschwinungenundundundund… wäre also in einem solchen Fall der Stressfaktor.

Ein grosser Teil der Therapie mit CM fällt auf die Nebenwirkungen der Strahlen- bzw. Chemotherapie (s. a. Therapeutische Massnahmen). Im Verständnis der CM schädigt die Chemotherapie Qi und Blut, was die Polyneuropathien erklärt, während die Strahlentherapie hauptsächlich das Yin und Jing schädigt.

FRÜHERKENNUNG JA ODER NEIN?

Die präventive Mammographie ist stark in Kritik geraten, da sie durch den Stress (der Untersuchung und falscher Befunde) vermutlich mehr Schaden anrichtet, als sie durch Früherkennung verhindert. Dennoch ist die Früherkennung von Tumoren sehr wichtig, weil wir dann möglichst früh mit Gegenmassnahmen beginnen können. Einerseits natürlich mit der Harmonisierung von Yin und Yang, ev. sogar auch mit Operationen, wie z. B. bei Endometriumskarzinom oder Gebärmutterchleimhautkrebs wo die Heilungsrate bei über 80% liegt. Natürlich stellt sich an dieser Stelle die grundsätzliche Frage danach, wie sehr wir unser Leben auf die Vermeidung von Gefahren und die Suche nach Problemen und Kranheiten, oder auf Gesundheit, Freude und Spass ausrichten sollen, bevor wir letztendlich alle sterben.

SPONTANHEILUNG

Definition: Tumorrückgang >50% während >4 Wochen
Vorkommen: ~0.00001%
Salutogenese unbekannt

THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN

Schulmedizinisch:
– Chemotherapie
– Hormontherapie
– Strahlentherapie

Komplementäre Therapien mit nachgewiesenem Effekt [1]

– Avemar (Nahrungsergänzungsmittel)
v. a. bei Tumoren im Verdauungstrakt (Mund, Rachen, Brust, Magen und Darm). Die wichtigste Wirkung ist die geringere Metastasierung. Besseres Blutbild bei Strahlen- und Chemotherapie. Verzögerung von Rückfällen, v. a. bei Darmkrebs.

– Cannabis bzw. Cannabinoide
zur Behandlung von NW und zur Steigerung des Appetits. Antikonvulsiv, appetittanregend, antiemetisch und schmerzlindernd, invitro auch anticancerogen.

– Camellia sinensis, Grüntee (anklicken für mehr Infos).
Zahlreiche positive Effekte, enthält weit mehr Radikalfänger als Ascorbinsäure. Nachweislich anticancerogen. Sollte in den täglichen Speiseplan aufgenommen werden.

– Huang Qi, Astragali, radix (siehe im nächsten Abschnitt ‚TCM‘)

– Mel, Honig.
Dosis tägl. bis zu 50 g. Wundheilung, Halsschmerzen, usw. V. a. bei Chemoterapie mit Neutropenie (bis zu 40% Verbesserung), bei Strahlentherapie mit Schleimhautentzündungen (als Interna und Externa).

– Indol-3-Carbinol
ist in fast allen Kohlarten enthalten: Broccoli, Weisskohl, Blumenkoh, Rosenkohl und wirkt antikancerogen. Es neutralisiert die tumorfördernde Wirkung von Östrogen und cancerogene Toxine, die beim Braten und Grillieren entstehen. V. a. bei Darmkrebs und Ovarienkarzinomen kann es die Lebenserwartung erhöhen.

– Lycopin
findet sich in Tomaten, einigen Rüeblisorten und Hagebutten. Prävention, Überlebenszeit erhöhen und Tumor Rückbildung fördern, usw. Höchste Wirksamkeit als Vielstoffkomplex reifer, gekochter Tomaten.

– Polyphenole
sind in hohen Mengen enthalten in: Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, blauen Trauben, Ziwebeln, Grünkohl, Äpfeln, Aprikosen, Paprika, grünen Oliven, Sojabohnen, Grüntee und Rotwein. Bei Früchten, Beeren und Gemüsen sind die Anteile in den Schalen äusseren Schichten weitaus am höchsten, Frischware enthält wesentlich mehr Antioxidanzien, Beeren müssen also auch komplett verspeist werden, Beerensaft reicht nicht. Polyphenole schützen vor freien Radikalen, hemmen den Wachstum von Viren und Bakterien, wirken vor allem im Verdauungstrakt antikancerogen, antiallergisch durchblutungsfödernd, antihepatotoxisch, antikonvulsiv und immunmodulatorisch.

– Propolis
Diese Sekret wird von den Bienen einerseits zur Tempereraturregulierung des Bienenstocks (Öffnung vor der Stadt/pro Polis), als Kittharz und zur Desinfektion von Fremdkörpern eingesetzt. Neueste Studien zeigen hervorragende Resultate, die westliche Medizin tut sich aber schwer damit, weil das Material nicht standardisiert werden kann… (welch‘ ein Hindernis?!). Es wird daher fast nur ausschliesslich für die Verhinderung von Schleimhautentzündungen bei einer Strahlentherapie im Hals/Kopfbereich eingesetzt.

– Selen
Tagesdosis bei Daueranwendung < 300 µg (Toxizität!). Selen ist ein wichtiger Katalysator bei vielen enzymischen Prozessen, und wirkt zusammen mit anderen Stoffen immunmodulierend, antixoidant, antiflammatorisch, cardioprotektiv, reguliert den Zelltod und unterstützt die Schwermetallausleitung, ausserdem ist es wichtig für die Bildung von natürlichen Killerzellen. Der Selenspiegel bei Tumorpatienten ist oft sehr niedrig. Steinpilze, Rinderfilets, Fisch, Nieren vom Rind oder Schwein, Eierteigwaren, Knoblauch und Bier :o) enthalten höhere Mengen Selen.

– Shiitake
Tagesdosis ca. 8 Pilze. Lentinan stimuliert die Produktion von Killerzellen, T-Helferzellen und Makrophagen. Shiitake enthält Plyphenole, B-Vitamine, Vitamin D, Kalium, Kalium, Zink, Eisen und Phosphor. Empfehlenswert bei Pankreas-, Brust-, Darm-, Magen- und Lungenkrebs, sowie bei Leukämie und Lymphomen.

– Vitamin D
Genese durch Photosynthese, im Winter ausgleichen mit: Lachs, Makrele, Thunfisch, Lebertran. Vitamin D wird im Körper zu Calcitriol, das die Zellentwicklung bzw. -reifung reguliert. Dickdarm-, Prostata- und Brustkrebs gehen häufig mit einem Vitamin D-Mangel einher. Anwendung v. a. präventiv. Cave: Nicht bei Knochenmetastasen, Hyperparathyreodismus, erhöhten Kalziumwerten, Myelomen, Nierensteinen oder anderen Nierenerkrankungen.

– Zink
Ist in Edamer, Truthan, Leber, Rindsfilet, bestimmten Fischen und Milchprodukten vorhanden. (Tägliche Dosis als Nahrungsergänzung: 10-15 mg) Zink ist eine wichtige Substanz für eine Vielzahl von Enzymen und der Superoxidbismutase. Damit indirekt Einfluss auf das Immunsystem, den Knochenbau, der Beseitigung von freien Radikalen, usw. Zink senkt ausserdem den Kupferspiegel im Blutserum, welcher einen Einfluss auf die Entstehung von Krebs hat. Breites Anwendungsgebiet: Le-Blut-Leere Zeichen (trockene Haut, trockenes Haar), Wundheilungsstörungen, Akne, Psoriasis, usw., Immunsystem stärken, bei gesteigertem Verbrauch: Vegetarier, Schwangere, Stillende und chronisch Kranke. Präventiv und adjuvant während der Krebstherapie.

THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN TCM

– Prävention und Tumorbekämpfung: Klassische Methoden nach TCM zur Harmonisierung von Yin und Yang, zum Aufbau des Qi’s und des Blutes, sowie zur Tumorbekämpfung.
– Nebenwirkungen der schulmedizinischen Methoden behandeln: Blutungen, Schmerzen, Übelkeit.
– Huang Qi als Einzelmittel: allgemeines Tonikum(Mi-Qi), zur Immunstärkung (Wei-Qi), Le-Metabolismus steigern, Interferonproduktion steigern, Ni-diuretisch, usw. Nachgewiesen canceroprotektiv (ev. wegen Selengehalt), cardioprotektiv, hepaprotektiv, immunstimulierend, stimuliert T-Zellenproduktion gegen Infektionen (wichtig bei Chemotherapie), verstärkte Wirkung der Chemotherapie mit Platin bei nichkleinzelligem Bronchialkarzinom. Der positive Effekt ist auch schulmedizinisch belegt.

– Linderung von Hauptnebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie, sowie postoperativen Beschwerden.

– Behandlung von Hauptkomplikationen bei Krebserkrankungen: Schmerzen, Fieber, Blutungen.

– Ganzheitliche Beratung zu Möglichkeiten und Gefahren im Lebensstil inkl. Ernährung, Qi-Gong, usw. nach Traditioneller Chinesischer Medizin.

QUELLEN & LINKS

[1] Alternative Krebstherapien von Prof. Dr. med. Karsten Münstedt und Petra Thienel. ISBN 978-3-426-64470-6

[2] Umfangreiche schweizerische Informationsplattform mit vielen Infobroschüren zum downloaden.
www.krebsliga.ch

[3] Vereinigung Schweizer Krebsregister
Erhebungen, Datenbanken und Statistiken
www.vskg.ch oder http://asrt.ch/nicer/

[4] Epidemiologisches Krebsregister Deutschland
www. gekid.de

[5] WHO-SIS WHO Statistical Information System
http://www.who.int/whosis/en/

[6] NHS The Nurses‘ Health Study http://www.channing.harvard.edu/nhs/
z. B. http://www.channing.harvard.edu/nhs/publications/allpubs.shtml
NHS 2005/12

[7] World Cancer Research Fund
http://www.wcrf.org/
http://www.wcrf.org/research/expert_report/expert_report.htm


Aug 11 2009

Osteoporose, Osteopenie

von Dr. Raphael Hochstrasser

*Osteoporose lässt sich primär als Yin-Mangel (es fehlt an Substanz) und sekundär häufig durch exzessive (Yang-) Aktivität (und Verbrennung/Verbrauch von Substanz) interpretieren. Typische Kombinationen sind also Yin-Leere-Feuer oder aufsteigendes Leber-Yang und Ni-Yin mit Le-Blut-Leere.

Die Chancen für den Wiederaufbau von Knochensubstanz sind gering, es bestehen aber gute Chancen, die Lage zu stabilisieren, indem der abbauende Faktor (Leere-Feuer, aufsteigendes-Yang, etc.) entschärft wird.

Die bedeutendsten AM zur Behandlung des Musters sind folglich Shu Di Huang und Gui Ban, symptomatisch könnten Gu Sui Ban und Xu Duan eingesetzt werden, um die *Knochendichte zu erhöhen.

*NOTABENE! Knochendichte ist nicht dasselbe wie Knochenfestigkeit! Siehe hierzu auch: Knochendichte / Knochenfestigkeit / Kalzium…