Reis(esser) Bericht Teil III -..-

von Raffa

12.07.2006

liebe freunde

da es nun selbst in der schweiz die zeit ist, die man lieber am wasser oder unter dem sonnenschirm verbringt,
als vor dem compi, bringe ich den teil III von ‚REISEnderREISesser‘ in stichworten. und auch weil ich irgend-
wie das gefuehl habe, dass in der schweiz alles fuer den schnellkonsum zubereitet werden muss… hier also in
stichworten ein paar interessante beobachtungen:
– nicht nur die politische farbe, selbst die erde hier ist meistens rot, demnach auch viele daraus gebaute gebauede und gegenstaende
– Bei Musik, sei es im Fernseher auf CDs oder wo auch immer, wird meist der gesangstext miteingeblendet, karaoke ueberall.
– die Hunde und auch andere Tiere habe ganz selten eine Leine oder Gehege. Die scheinen einfach beim Herrchen zu bleiben.
– Schuhe groesser als Gr. 43 gibt es hier nicht
– Sich auf offener Strasse zu kuessen ist aufsehenserregend. Am Samstagabend in der Bahnhofstrasse im Pyjama rumzulaufen hingegen nicht.
– Chinesen kennen Bob Marley nicht

Was uns ‚Whites“ immer wieder zum staunen bringt, ist die Verhaltensweise der Chinesen im oeffentlichen Raum. Hoeflichkeitsregeln
oder Taktgefuehl scheinen da schlichtweg nicht zu existieren. Es wird vorgedraengelt, weder gedankt noch gebittet, dafuer gespuckt und
gechodert wo’s grad sein muss, auch im Restaurant mit Spannteppich. Ganz anders aber unter Freunden und Bekannten. Da ist die
Foermlichkeit im Umgang stark ausgepraegt. Und meist wird der gute, alte Konfuzius als Rechtfertigung dafuer herangezogen. In Wahrheit geht es aber um einen praktischen Grund, naemlich dass durch die Foermlichkeit immer wieder Auswege geboten werden, in die man aus unangenehmen Situationen
fluechten kann. Gesicht bewahren eben. Um einen Kontrast zu geben, zitiere ich mich hier gleich mal selber:

die liebe norm
ist eine form

sie gibt dem
inhalt gestalt

mit foermichkeit
bringt mans weit

doch am ende hat mans schwer
aussen schoen, aber innen leer

Der Kommunismus scheint in vielen Lebensbereichen teil der Mentalitaet zu sein. Es gibt keine chinesischen Individualreisenden. Die sind
selbst hier genau so, wie wir sie in Europa erleben. Reisebus und Guide mit Faehnchen, alle fotografieren die selben Dinge aus der selben
Perspektive etc. Hab‘ ich mal mitgemacht. Und ich muss schon sagen, es war echt geil. One big family und so, ein soziales Erlebnis der besonderen
Art, endlich wieder mal das Schülerreise-Feeling… mit unseren Individualismus verpassen wir da einiges. Aber seit dem Einzug des Kapitalismus geht es auch in China
langsam in Richtung der anonymen Konsumwelt. Und deshalb, weil es hier vermutlich nicht mehr lange so bleiben wird, noch ein paar interessante Posten und was die hier so kosten…

1 busfahrt, egal wohin oder wie lange = 10 Rp., mit aircondition = 20 Rp.
1 DVD (orginalmaessiges Aussehen m. Cover, allem drum und dran) = CHF 1.20
1 Behandlung beim TCM-Doktor, Verschreibung, etc. vor 10 jahren: 5 Rp., heute: 90 Rp.
1 swiss swatch, typ ’skin‘, orginal = CHF 120 (wie bei uns)
1 rolex, superkrass (angeblich orginal, aber made in der naehe hier) = CHF 3.-
1 entspannungstag (24 h!) mit sauna, ganzkoerperpeeling, 2 h massage, essen, baedern, etc. = chf 10.-
1 lokale delikatesse: ’noodels over the bridge‘ mit wachtelei, reisnudeln, fleischlis, gemuese, etc. = 90 Rp.
1 extrem-edel-nachtessen (mit 1 bedienung pro person, etc.) fuer 9 personen inkl. 15 gerichten, etc. = CHF 46.-
1 uebernachtung in sauberem, grosszuegigem zimmer mit bad, blick auf den see, etc. doppelzimmer = CHF 5.-
1 uebernachtung in Luxushotel mit Blick auf den See und Zengarten, etc. = CHF 20
1 velo neu: CHF 35.-, Mountainbike: CHF 50.-, geklaut: CHF 10.-

also, ich hoffe da entsteht nun nicht allzusehr der eindruck, als ob ich hier nur am geniessen waere… wobei das so falsch auch nicht ist. jedenfalls bin ich vor allem fleissig am lernen. einige aertzte hier bieten echt nochmal, um was dazu zu lernen. und es tut einfach auch gut, mitzuerleben, welche Behandlungserfolge mit TCM moeglich sind. so ungefaehr ab diesem herbst kannst du, falls ein irgendein gebrechen oder leiden besteht, das dann selber mal in aarau ausprobieren…

sonst gibts nicht mehr viel zu erzahelen, ausser vielleicht, dass ich gerade die letzten stunden meiner Zwanziger geniesse, hehe. Eine kleine
Party dafuer, zusammen mit der Praxiseinweihung wird dann zu Hause noch geschmissen.

Bis bald Herbstwald! Das hoert sich schoen an, bin aber schon im August wieder im Kaeseland, und der August wird ja wohl noch Sommer sein dort, oder? Oder koennte das allenfalls noch jemand sicherstellen, bitte?

Gruss und Kuss
Raffa


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