Pin Yin – Ausprache, Betonung und Tastaturlayout für Akzente – Pīn Yīn

von Raffa

Einleitend…
Die Chinesischen Sprache verfügt über eine beschränkte Anzahl von Silben, ca. 500. Wörter können zwar auch als mehr als einer Silbe bestehen, dennoch sind die meisten Wörter dadurch immer noch mit mehreren Bedeutungen besetzt. So kommen z. B. der sehr häufig gesprochenen Silbe „Shi“ rund 50 verschiedene Bedeutungen zu. Immerhin gibt es für fast jede Bedeutung eine anderes Chinesisches Schriftzeichen. Und obwohl fünf verschiedene Silben-Betonungen eine weitere Differenzierungsmöglichkeit bieten würden, müssen sich selbst Chinesen zur besseren Verständigung oftmals durch das Aufzeichnen von Schriftzeichen mit den Fingern auf der Handfläche behelfen. Das ist nämlich noch nicht alles! Abgesehen von den einzelnen Silben, können auch Wörter aus mehreren Silben, so wie Sätze oder Satzteile, z. B. bei Fragen oder Befehlen, speziell betont werden. Und wie das ganze dann rauskommt, wenn es gesungen wird… tja, da verwundert es wenig, wenn der Chinesische Gesang in den einfältigen, westlichen Ohren manchmal etwas komisch anmutet ;o). Ich kann mir auch denken, dass ausgeprägte Sinn für die Betonungen in der Sprache mitunter ein Grund für die hohe Beliebtheit von Karoke in der fernöstlichen Kultur ist.

Pīn Yīn und Aussprache von Chinesisch:
Wenn wir Chinesisch mit den Buchstaben unseres arabischen Alphabetes schreiben wollen, können wir dies in der offiziellen Umlautschrift tun, dem sogenannten Pīn Yīn. Es existieren noch weitere Umlautschriften, dann wird z. B. aus „Qì“ ein „Chi“, „t’chi“ oder ein „Tschi“, doch davon rate ich ab, die Sache ist schon vielfältig und verwirrend genug. Chinesen verwenden ausschliesslich Pīn Yīn als Umlautschrift mit lateinischen Buchstaben. Da eine Tastatur mit 3000 Tasten für 3000 Zeichen etwas doof wäre, tippen auch Chinesen ihren Text per Pīn Yīn in Computer und Handys. Drum wird mittlerweile sogar in den Chinesischen Schulen Pīn Yīn noch vor den Chinesischen Schriftzeichen gelehrt und gelernt. Jetzt noch ein meeega hilfreicher Tipp für die wenigstens einigermassen treffende Aussprache von Chinesisch: Die offizielle Umlautschrift, Pīn Yīn, lehnt sich nicht an die deutsche, sondern an die englische Sprache an. Fēng Shŭi wird also z. B. nicht als „Fäng Schui“ ausgesprochen, sondern eher wie „Fong Schuäi“. Pīn Yīn also einfach so lesen, als wäre es Englisch, dann liegst Du schon mal viel näher an der richtigen Aussprache!

Die 5 Betonungen/Akzentuierungen
Und wenigstens zwischen den fünf Betonungen unterscheiden zu können, können auch der Pīn Yīn akzentuiert werden. Dann wird z. B. aus „Shi“ entweder „Shí“ (ansteigender Ton), „Shī“ (hoher, gleichbleibender Ton), „Shĭ“ (sinkend-steigender Ton), „Shì“ (absteigender Ton) oder „Shi“ (keine Betonung). Das „Fēng“ von Fēng Shŭi wird also als hohe, gleichbleibende Silbe ausgesprochen, etwa wie bei einem langen Gebet in der Kirche, oder ähnlich einem kurzen Gongklang: „Fongh!“. Bei „Shŭi“ geht der Ton zunächst rauf, dann wieder runter, etwa so: „Schuääii“, ähnlich dem Quacken einer Kröte. Aussprache von Fēng Shŭi anhören.

Hier im Blog verwende ich die Akzuentierung wenig, weil dadurch die Internetsuche eingeschränkt werden könnte. Z. B. unter dem Suchbegriff „Qi“, das korrekterweise eigentlich als „Qì“ geschrieben würde. Für Dokumente die gedruckt werden oder für andere seriöse Arbeiten macht die Akzentuierung jedoch Sinn.

Tastenbelegung für Akzente
Wer viel schreibt, wird Gefallen finden an meiner Tastaturlayout-Ergänzung für die Pīn Yīn Akzuentierung. Ich habe die vier Tasten rechts von der 8 damit besetzt, also: 90’^. Die sind sich auf dem Schweizer Tastaturlayout sehr einfach zu merken, da sie in der Regel mit )=´` beschriftet sind, was etwa ˘ˉ´` entspricht. Für ein ē wird z. B. gleichzeitig AltGr + 9 gedrückt, losgelassen und dann e gedrückt. Für ein ò wird AltGr+^ und dann o gedrückt, etc. Ich habe die Zeichen ăāáàěēéèĭīíìŏōóòŭūúùÁÀÍÌÓÒÚÙ hinterlegt. Damit sie angezeigt werden, muss die beutzte Schriftart diese Sonderzeichen enthalten, was bei gebräuchlichen Schriftarten wie Arial, Calibri, Times Roman, u. ä. normal ist.

Download und Installation des Sonderlayouts
Einfach diese Datei –>Keyboardlayout-Pinyin-Tonation downloaden und installieren. Nun kann in der Auswahl für das Tastaturlayout (meistens unten rechts im Systemtray als Tastatursymbol oder als DEU zu finden) das Layout „Deutsch (Schweiz) Custom-Tastatur“ gewählt werden und damit hat sich’s. Funktioniert unter Windows XP, Vista und Windows 8. Da ich’s auf das Deutsch (Schweizer-) Tastaturlayout zugeschneidert habe, kann ich nicht sagen, wie’s auf einem Deutschen (Deutschland) Tastaturlayout zu passen kommt.

Bitteschön!


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