Grenze zwischen symptomatischer und ganzheitlicher Behandlung.

von Raffa

Der Patient bittet die Pannenhilfe, ihm bei einem mehr oder weniger konkreten Problem (Symptom) aus der Patsche zu helfen.

Für uns Therapeuten (Pannenhelfer) stellt sich damit jeweils die Frage, wie weit wir über dieses konkrete Symptom hinaus den Patienten behandeln dürfen. Verlangt der Patient von uns ausdrücklich, dass wir ihm dabei helfen, sich ganzheitlich in den kosmischen Strukturen besser zurecht zu finden, stellt sich diese Frage nicht. Und grundsätzlich ist jede „Pannenhilfe“ ein neuer gemeinsamer Prozess mit dem Patienten. Doch wie weit dürfen wir uns anmassen, den richtigen Weg zu kennen und die Menschen, welche uns um Hilfe in einer spezifischen Angelegenheit (Panne/Symptom) bitten, auf diesen aufzugleisen?

In der TCM kennen wir verschiedene Denkmodelle, die uns bei der Orientierung bzw. Taxierung helfen; Ziel aller Bestrebungen ist die Harmonie in Referenz zu solchen Denkmodellen, wie etwa dem wu xing (5 Phasen). So ist es z. B. ein Leichtes, Dysharmonien der Zang Fu zu erkennen und auszugleichen. Doch dürfen wir tatsächlich bedenkenlos davon ausgehen, dass z. B. ein Feuer-Mensch, auch wenn er eine übermässig rote Zungenspitze aufweist, nicht einfach in dieser Ausprägung weiterleben soll? Selbst wenn er frühzeitig an einem Herzinfarkt sterben wird, können wir nicht sicher sein, dass es ihm in seiner Ausprägung mit etwas erhöhtem Herz- und vielleicht auch Freudenfeuer besser geht, als wenn wir ihn therapieren und seine wu xing wieder in den Ausgleich bringen.

Eine grundlegende Frage, die ich so schnell noch nicht beantworten werden kann. Ich bin gespannt auf Kommentare… :o)

In einer anderen Betrachtungsweise sehe ich uns Therapeuten als Informations-DJs. Vor noch nicht all zu langer Zeit war die Informationsbeschaffung bezüglich Gesundheitsförderung oder Krankheitsbekämpfung ein Hauptproblem für die Menschen. Heutzutage verhält es sich eher umgekehrt; die Flut der Informationen ist überwältigend und durch schlaues Marketing teilweise auch irreführend. Als Therapeuten können wir die individuell relevanten und empirischen Informationen selektieren bzw. optimalerweise gemeinsam mit dem Patienten erarbeiten.


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