Sep 15 2014

Was ist älter: Yoga oder CM…?

von Raffa

Keine Panik, nur Historie!

Yoga und Chinesische Medizin (CM), von den Anhängern beider Disziplinen wird gerne behauptet, es handle sich um die älteste Wissenschaft der Menschheit. Meiner Meinung nach ist das eindeutig… Meinungssache! Die Realität liegt nicht in den Fakten, sondern dahinter. So wird das Argumentarium der Yogis meist von einem Fund eines Steinsiegels aus dem Indus-Tal angeführt. Es wird auf 3’000 Jahre alt geschätzt und zeigt eine sitzenden Person, deren Fussflächen aneinanderliegen. Yoga? Na ja. Auf einer derart spekulativen Ebene dürften dann mindestens auch die bis auf 10’000 Jahre zurückdatierte Steinnadeln für Akupunktur und Chinesische Medizin ins Rennen gebracht werden. Und wie sieht es mit schriftlichen Nachweisen aus? Das Yì Jīng ist ein immerhin 3’100 Jahre altes Orakelbuch, mit welchem heute noch gerne in der täglichen CM-Praxis gearbeitet wird. Die Yogis kontern und ziehen die Rig Veda, 4’000 Jahre alt. Doch diese enthält genauso wenig Konkretes über Yoga, wie das Yì Jīng über CM. Die heutzutage hauptsächlich verbreitete Yogapraxis und die Asana-Stile gehen nämlich vor allem auf eine kleine Gruppe von indischen Lehrern aus dem 19. Jahrhundert zurück. Ebenso erhielt die CM, wie sie heute hauptsächlich praktiziert wird, erst in den 60er Jahren durch die Kulturrevolution ihre letzte wesentliche Formgebung. Doch abgesehen von dieser histerischen, ähm historischen Diskussion sind einige inhaltliche Überschneidungen der beiden Künste interessant und vielleicht sogar von therapeutischem Nutzen….

Besonders über spannenden Korrelate wie „Kundalini = Du-Mai & Nieren-Jīng“, „Mula-Banda = Nieren-Schale“, „Yīn = Tamas“, „Yáng = Rajas“ gibt’s mehr in meinem irgendwann (2017?) veröffentlichten Buch (Das Yīn der Medizin). Natürlich werden da auch die Wirkungen bestimmter Asanas auf CM-spezifische Funktionskreise erläutert.


Apr 6 2014

RANTES (CCL-5) – brisante Forschung

von Raffa

Ein Kollege aus meiner Doktorandengruppe befasste sich über Jahre mit Pathologien in den Kieferknochen-Hohlräumen. Diese werden auch als NICO (neuralgie induzierende cave/Hohlraum-bildende Osteonekrose) bezeichnet.

Bei Dr. Johann Lechners kürzlich veröffentlichter Forschungsarbeit steht RANTES (CCL-5) im Vordergrund, ein proinflammatorisches, chemotaktisches (auf Leukozyten und Granulozyten) Zytokin. RANTES könnte bei einigen latent-inflammatorischen Krankheiten (silent inflammation) eine wichtige Rolle spielen.

Die Sache ist aber – wie immer wenn etwas neues, brisantes erforscht wird – umstritten, was auch daran liegt, dass NICO mit konventionellen zahnärtzlichen Diagnosemitteln wie z. B. Röntgen nicht feststellbar sind. Lechner verwendet zur Diagnose u. a. ein eigens dafür entwickeltes Ultraschallgerät, sowie energetische Testverfahren. Bei einer positiven Diagnose werden die fett-degenerativen Kieferhohlräume ausgeräumt und schliesslich lassen sich im Labor hohe RANTES-Werte im entfernten Gewebe feststellen (Artikel im Int J Gen Med, Artikel im Eur J Int Med). Periphäre Bluttests scheinen hingegen nicht für das lokale Pathologiegeschehen wenig repräsentativ.

Neben einigen eher gewagten Hypothesen* scheint an diesem Knochen Fleisch bzw. fettdegeneratives Zellgewebe zu sein :o)
*(gewagte Hypothesen wie z. B.: „Schalter-Funktion“ von RANTES bei Krebs oder Multible Sklerose, da Krebs oder MS = silent inflammation, oder Adipositas bzw. Heisshunger da RANTES als Gegenspieler von Insulin bzw. Leptin fungiert)


Feb 13 2013

Unterschied zwischen Religion und Spiritualität

von Raffa

Es wird hier gemäss Wortbedeutung unterschieden:

Spiritualität: lat. spiritus = Hauch, Atem, Geist = „Geistigkeit“ (im Sinne von nicht-stofflichem Leben)
Religiösität: lat. relegere = Rückbindung = An- oder Wiederverbindung (mit Gott oder einer Lehre)

Wenn es um das Vermitteln und Verstehen metaphysischer Weisheiten geht, ist einerseits Vorsicht geboten – manch‘ ein spiritueller (=geistiger) Lehrer oder gar eine spirituelle Gemeinschaft neigt zu Religiösität im Sinne von Bindung an dessen Vertretern bzw. Lehre, Schriften, Meistern, Institutionen, etc.. Dabei wird unser Bedürfnis nach Anhaftung ausgenutzt und die Bindung an eine bestimmte Lehre als Hingabe des Schülers gegenüber der spirituellen Autorität eingefordert. Doch mit dem tief verankerten Trieb zur der Befreiung der Seele wird nicht die Bindung an die von Menschen geschaffen Religionen angestrebt, sondern Gott selbst. Ein Paradox: Die Religion kann helfen, spirituelle Praktiken einzuhalten, um sich von Anhaftungen zu befreien, wozu insbesondere die Religion selbst zählt. Das grosse Ganze, Dao, die Liebe, das Wesen des Universums oder Gott ist so allumfassend, dass die Wiederverbindung (religere) damit erst in völliger (engl. whole, Ganzheit, heilig) seelischer Freiheit möglich ist.

Aus diesem Grunde propagiere ich spirtituelle Autonomität als Grundrecht jedes Menschen. Soziale Gemeinschaften werden bis zu einer gewissen Grösse durch einen gemeinsamen spirituellen Fokus zwar sehr stark angetrieben, doch sobald eine kritische Grösse erreicht ist, entstehen Glaubensunterschiede mit fataler Konsequenz. Wenn jemand oder eine Gemeinschaft davon überzeugt ist, DIE Wahrheit zu kennen, ist das eine Grundlage zu Missverständnissen und der Anfang von Konflikten, Gewalt bis hin zu Kriegen. Wer überzeugt davon ist oder behauptet, etwas zu Wissen, was andere (noch) nicht wissen (Geheimnis, Sakrament), beansprucht einen Machtvorsprung für sich. So sehr ich mir für mehr Liebe, Gleichmut und Segen auf der Welt eine spirituellere Gesellschaft wünsche, erachte ich (und schon beginnt die Überzeugung und das Missverständnis ;o) eine sakuläre („geheimnis“- und dogmenfreie) Organisation der Gesellschaft (Politik) als Grudlage für die autonome Spiritualität bzw. die Möglichkeit für völlige, seelischer Freiheit und persönlicher Liebe zu Gott.


Jul 1 2011

Shen-Störungen

von Raffa

Westliche Differenzierungen

Internalisierende Störungen = Depression, Angst, etc.
Externalisierende Störungen = Verhaltensstörung, ADS, etc.

Neurose: Psychische (nicht organische), schwere oder nicht kontrollierbare Verhaltensstörung (Tiefenpsychologisch: ausgelöst durch einen ungelösten inneren Konflikt)
Psychose: Schwere, psychische Erkrankung oder Störung mit keinem oder wenig lebensgeschichtlichem Kontext, meist Realitätsverlust (DD Schizophrenie!)
Schizophrenie: Eine chronische Form der psychotischen Störung mit starker sozialer Beeinträchtigung, wobei Ursache und Wirkung aufgrund der vielfältigen Ausprägung der Krankheit nicht klar zu differenzieren sind.

 

Differenzierung nach CM

Die Differenzierung nach Wu Xing ist äusserst populär und auf der akademischen und philosophischen Seite spannend. Klinisch weitaus effektiver ist die Differenzierung der vier Shen-Störungen:

blockiertes Shen (Le-und He-Qi-Stagnation Basis): Mentale Blockaden, unterdrückte Emotionen, ev. Einschlafschwierigkeiten, depressive Verstimmungen begleitet von Wut, Frustration, Antriebsschwierigkeiten, etc.

ruheloses Shen (He-Feuer oder aufsteigendes Le-Yang, ev. Xue-Xu Basis): Rastlosigkeit, Fahrigkeit, Impulsivität, Nervosität, Ruhelosigkeit, gestörter Schlaf (Träume, Gedanken).

geschwächtes Shen (Mi-& He-Qi-Leere Basis): Geistige Müdigkeit oder Leere, kognitives oder mentales Unvermögen, wie z. B. Erinnerungs- und Konzentrationsschwierigkeiten.

benebeltes Shen (Feuchte, Schleim, Mi-T&T-Dysfunktion, ev. verschleimte Sinnes- & Herzöffnungen Basis): Benommenheit, benebelte oder getrübte Sinneswahrnehmung, unklare oder verschwommene Gedanken, ev. mentale Verlangsamung oder Trägheit bis hin zu starker geistiger Beeinträchtigung.


Mrz 3 2011

Zwei Sätze über den Sinn der Palliativmedizin

von Raffa

„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“ Cicely Saunders

„Nur wenn ein Arzt oder Therapeut den Wert seiner Anteilnahme spürt, auch wenn er medizinisch-therapeutisch nicht mehr heilen und helfen kann, ist er zum Begleiten fähig. Sieht er den Wert des Begleitens nicht, dann wird er sich früher oder später von diesen Kranken abwenden, da er seine eigene Hilflosigkeit nicht erträgt.“ Paul Pass



Feb 24 2011

Redewendungen und Chinesische Medizin

von Raffa

Es ist wohl kein Zufall, dass viele volkstümliche Redewendungen, Redensarten und gebräuchliche Metaphern gut mit dem Verständnis der Chinesischen Medizin einhergehen. Hier habe ich einige gesammelt und erläutert:

Angst, die in den Knochen sitzt
Die Knochen gehören dem Funktionskreis (nachfolgend: FK) Niere an, dem u.a. auch die Emotion Angst zugeordnet wird.

Weiche Knie kriegen
Die Knie gehören dem FK Nieren an, dem u.a. auch die Tugend Durchhaltevermögen und die Emotion Angst zugeordnet werden.

Auf die Zähne beissen
Die Zähne zählen zum FK Nieren mit der Tugend Durchhaltewillen

Eine Laus, die über die Leber kriecht
Wut wird dem FK Leber zugeordnet

Sauer sein
Nicht nur was das Gemüt betrifft, auch bei der Ernährung zählt diese Geschmacksrichtung zum FK Leber

Frischen Wind in eine Sache bringen
Der Wandlungsphase Holz/Leber gehören auch Entwicklung, Bewegung und eben Wind an.

Auf dem Magen liegen
Nahrung ist eine Form von Qi, die von der Mitte (Magen/Milz) zu für den Körper brauchbarem Qi umgewandelt, und nach unten gebracht werden muss. Ähnlich einer Nahrungsstagnation kann es auch zu einer Stagnation von Gedanken oder Sorgen kommen, wenn diese nicht richtig verdaut werden. Zudem werden Sorgen, als pathogene Emotion, dem FK Milz zugeordnet.

Die Galle hochkommen
Die Gallenblasenleitbahn zeichnet sich durch eine ausgeprägte Qi-Richtung nach oben aus. Die Leber, bzw. der FK Leber hat die Aufgabe das Qi und die Emotionen gleichmässig und geschmeidig im Organismus verteilen. Bei Dysfunktion staut sich auch der Gallensaft, der dann nicht mehr geschmeidig und regelmässig, sondern schub- oder explosionsartig und sogar bis nach oben stösst.

Das Herz brechen
Das Herz beherbergt hauptsächlich den Geist und ist neben der Leber auch für die Emotionen, insbesondere für die Freude zuständig; diese Erkenntnis hat mensch übrigens auch in der modernen Neurokardiologie gemacht, hier ein spannender Artikel dazu.

Die Nase voll haben
Die Nase gehört zu den FKen Lunge und Dickdarm, die untere und obere grosse Öffnung des Körpers. Wird mehr aufgesaugt (Lunge) als losgelassen (Dickdarm), kann dies das ‚Fass’ zum überlaufen bringen. Der Endpunkt der Dickdarmleitbahn befindet sich an den Nasenflügeln.

Nicht genug Luft haben
Besteht im Umfeld nicht genug Platz, kann sich dies auch durch ein Bedrängnis im inneren Raum bemerkbar machen, typischerweise wird das mit einer Handgestikulation in die Nähe der Schlüsselbeine signalisiert, dort wo sich der Lungenquellpunkt befindet.

Einen dicken Hals kriegen
Ähnlicher Mechanismus wie bei den zwei vorangehenden Redewendungen, wenn es eher Richtung ‚Seinem Ärger Luft machen geht’, kann zusätzlich ein Bezug auf die Schilddrüse interpretiert werden, welche ein Teil des FKes Leber darstellt, welchem wiederum für die Emotion Wut zuständig ist.

An die Nieren gehen
Die Nieren beherbergen die dichteste Form von Qi, das sogenannte Jing, geht es zur Neige, stirbt mensch. Nach exzessivem Lebensstil, schweren Krankheiten, extremen Schockerlebnissen oder tiefschürfenden emotionalen Erlebnissen ist häufig ein schwerer Jing- bzw. Essenzmangeln zu beobachten.

Das Herz in die Hose rutschen
Das Herz (Feuer) und die Nieren (Wasser) bilden die horizontale Achse des Geistes, in der Verlängerung bildet sie Naturlich [sic!] die Verbindung zu Himmel und Erde, Wachsamkeit und Schlaf, etc. Erleidet der fidele Geist einen Schlag, rutscht er nach unten, der Mut (Feuer) verlässt einem, u. U. macht mensch sogar in die Hose (Wasser)

Feuer unterm Hintern machen
Als Symptombeschreibung z. B. bei Mangel von Antriebsfeuer; unter Betrachtung der selben physiologischen Grundlage wie bei vorangehendem Punkt fehlt hier die Kraft des Feuers, welches von unten nach oben steigt. Zudem sind die Nieren für die unteren Extremitäten, Beine, Knie und auch die unteren Öffnungen inkl. Anus und Blase (vor Angst in die Hose machen…) zuständig.

Etwas auf Herz und Nieren prüfen
…ist ein weiterer interessanter Vers, der es wohl nicht ganz zufällig ins heilige Script (Bibel) schaffte. Zwischen Feuer und Wasser bzw. Himmel und Erde lebt der Mensch denkt, eine Trinität, die sich in der Bibel Dreifaltigkeit nennt.

Herz auf der Zunge tragen
Das hat in der CM eine hohe klinische Relevanz, denn ‚das Herz manifestiert sich in der Zunge’, Symptome wie etwa Aphasie, neurotisches Lippenlecken, delirisches Gerede oder das Torrettsyndrom werden im Zusammenhang mit dem FK Herz interpretiert und therapiert.


Jan 20 2011

Das Herz als Sitz des Shen und die Sicht der westlichen Wissenschaft

von Raffa

Spätestens seit der schottische Anatom Charles Bell (1774-1842) zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Nervensystems entdeckt und beschrieben hat, findet aus wissenschaftlicher Sicht die Verarbeitung von Emotionen im Gehirn, und nicht im Herzen statt.

In der ZangFu-Lehre der Chinesischen Medizin heisst es: „Das Herz beherbergt das Shen“, womit unter anderem auch gemeint ist, dass ein Teil der psychischen und emotionalen Prozesse im Herzen stattfinden.

Diese Idee mag uns ziemlich verstaubt erscheinen, doch nun kommt auch die moderne Forschungen langsam dahinter, was die alten Chinesen schon vor Jahrtausenden wussten. Der Neurokardiologe Dr. J. Andrew vom HeartMath Institute in Boulder Creek, Colorado forscht über die Autonomie und Intelligenz des Herzen. Dass das Herz im Embryo drei Wochen vor der Entstehung von Gehirn und Rückenmark zu schlagen beginnt, ist schon länger bekannt. Doch jüngste neurokardiologische Untersuchungen belegen weiter, dass das Herz eine erhebliche Autonomie aufweist, und mit dem Gehirn kommuniziert, wobei mehr Informationen vom Herz zum Gehirn fliessen, als umgekehrt. Die vom Herz ausgesendeten Signale beeinflussen die Wahrnehmung, Emotionen und Denkleistung. Umgekehrt erhält das Herz Informationen über den Gesundheitszustand des gesamten Körpers, welche es in seinem Netzwerk verschiedener gehirnähnlicher Zellen verarbeitet, mit denen es sich sogar von der Befehlsgewalt des Gehirns ausklinken kann. Es schüttet Neurotransmitter und Hormone aus und sendet elektrische Impulse ans ganze Nervensystem. Eine direkte Verbindung besteht z. B. zur Amygdala des limbischen Systemes, wo die Verarbeitung von Emotionen gesteuert wird.

Das Herz produziert eine 5000 mal stärkere magnetische Strahlung als das Gehirn. Mit einer Leistung von 2.4 Watt in Form von elektromagnetischen Wellen durchdringt es nicht nur den ganzen Körper (vgl. EKG), sondern kann auch in einem Umfeld von ca. 3 Metern gemessen werden. Mittels elektrotechnischen Geräten kann die Kommunikation solcher Magnetfelder zwischen Menschen übrigens auch unter westlich-konventionell-physikalischen Massstäben nachgewiesen werden. Abgesehen davon entspricht dieses Feld in etwa dem Emotional- und Mentalkörper, wie er in den Veden den emotionalen, rationalen und intuitiven Gedanken zugeschrieben wird.

Prof. Gary Schwartz, Psychologe der University of Arizona, untersucht Menschen nach Herztransplantationen und hat bereits in über 70 Fällen Fähigkeiten, Erinnerungen oder Emotionen bei den Empfängern festgestellt, die offensichtlich von den Spendern stammen. In einem besonders spektakulären Fall litt ein achtjähriges Mädchen nach erfolgreicher und ansonsten komplikationsfreier Herztransplantation unter heftigen, immer ähnlichen Alpträumen. Prof. Schwartz identifizierte das neue Herz als deren Quelle, worauf Psychiater Informationen über den Tod des Spendermädchens, das ermordet wurde, gewinnen konnten. Letztlich wurde deren Mörder auf Grund der Angaben der Empfängerin identifiziert und gefasst!

Quellen und weitere Infos:

  • http://drgaryschwartz.com
  • http://www.ras-training.de/neu/publikationen/hi_forsch_ber_lesepr.htm
  • Schubotz RI (Hrsg) (2008) Other minds. Die Gedanken und Gefühle Anderer. Paderborn: Mentis
  • Schulz W (2008), Hirn und Herz in antik-chinesischer Sichtweise.
  • Wollschäger M (Hrsg) Hirn Herz Seele Schmerz. Psychotherapie zwischen Neurowissenschaften und Geisteswissenschaften, Tübingen: Dgtv-Verlag
  • Wellendorf E (1993) Mit dem Herzen eines anderen leben? Die seelischen Folgen der Organtransplantation. Zürich: Kreuz-Verlag

  • Sep 13 2010

    Komplementärer Ansatz zur Suchtbefreiung

    von Raffa

    Aus der Sicht der TCM entsteht die Sucht durch ein inneres physisches oder psychisches Ungleichgewicht. Suchtmittel übernehmen dabei nicht unbedingt die Rolle der Auslöser, verstärken aber meist das Abhängigkeitsmuster.

    Wenn auch nicht etymologisch, lässt sich der Begriff „Sucht“ zumindest semantisch mit „suchen“ vergleichen. Wir alle arbeiten permanent daran, uns im Gleichgewicht zu halten, sei es beispielsweise bezüglich Ruhe und Bewegung, Wärme und Kälte, Ferien und Arbeit oder Geben und Nehmen. Besteht ein grösseres Ungleichgewicht, drängt unser Inneres geradezu nach der, notabene, Suche zum Ausgleich. Ist das Ungleichgewicht dem Bewusstsein verborgen, fällt es selbst oder gerade eben Menschen mit grossem Aktionspotential schwer, die Notwendigkeit der Aufarbeitung zu erkennen. Dies kann dazu führen, dass Suchtmittel durch ihren kurzfristig verbessernden oder ablenkenden Effekt vom eigentlichen Problem, als einzige wirksame Lösung wahrgenommen werden.

    Mit der Chinesischen Medizin können wir einerseits der betroffenen Person solche Mechanismen darlegen und sie dazu motivieren, am längerfristigen Lösungsweg zu arbeiten, andererseits, können wir sie auf energetischer, mentaler und physischer Ebene dabei unterstützen wieder ins Gleichgewicht zu finden und das bestehende Abhängigkeitsmuster zu durchbrechen.

    Die Massnahmen zur Suchtbefreiung mit TCM sind also z. B. :

    – Darlegung des Suchtmechanismus

    – Besprechung von Massnahmen zur physischen Entkoppelung (als 1. Schritt)

    – Besprechung der zu Grunde liegenden Hauptursache und von Massnahmen zu deren Bewältigung

    – Direkte Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit.

    – Direkte Bekämpfung von Beschwerden

    – Bekämpfung von Nebenwirkungen der Suchtmittel (Toxine, Haltungsschaden…)

    – Minderung der Entzugserscheinungen

    – Stärkung der Willenskraft und des Durchhaltevermögens


    Apr 11 2010

    Positive Psychologie

    von Raffa

    Immer noch zu oft berichten Patienten über schlechte Erfahrungen und Schwächung durch psychologische und vor allem psychiatrische Behandlungen. Ich erachte die hartnäckige Suche von Lösungsansätzen auf der Seite der Probleme und Pathologie als Crux der zeitgenössischen Psychologie. Wäre es nicht effizienter und motivierender, die Energie, den Fokus und die Aktivitäten mehrheitlich auf die positive Seite zu legen? Ein Schritt in diese Richtung macht Martin Seligman mit der

    Positiven Psychologie,
    welcher 6 Tugenden und 24 Charakterstärken zugeordnet werden:

    1. Weisheit und Wissen
    Kreativität, Urteilsvermögen, Liebe zum Lernen, Weisheit

    2. Mut
    Tapferkeit, Ausdauer, Authentizität, Enthusiasmus

    3. Menschlichkeit
    Bindungsfähigkeit, Freundlichkeit, soziale Intelligenz

    4. Gerechtigkeit
    Teamwork, Fairness, Führungsvermögen

    5. Mässigung
    Vergebensbereitschaft, Bescheidenheit, Vorsicht, Selbstregulation

    6. Transzendenz
    Sinn für das Schöne, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Spiritualität

    Selbstverständlich ist es mit dem Auflisten alleine nicht getan, aber zur Orientierung, und keinesfalls als Massstab, scheinen diese Werte aber schon mal recht brauchbar. Ganz abgesehen davon fragt sich auch ein wenig, in wie weit der Seligman bei den fünf sogenannten konfuzianischen Tugenden (s. Auflistung unten) abgekuckt hat. Dessen Urheber, Kǒng Fū Zǐ, kam mit dieser Ideen jedenfalls schon etwas früher, nämlich irgendwann zwischen 551 und 479 v. u. Z.

    Rén 仁
    Menschlichkeit
    benevolence
    Yì 义
    Gerechtigkeit
    righteousness
    Lǐ 礼
    Anständigkeit
    propriety
    Zhì 智
    Weisheit
    wisdom
    Xìn 信
    Treue
    fidelity

    Apr 3 2010

    Grenze zwischen symptomatischer und ganzheitlicher Behandlung.

    von Raffa

    Der Patient bittet die Pannenhilfe, ihm bei einem mehr oder weniger konkreten Problem (Symptom) aus der Patsche zu helfen.

    Für uns Therapeuten (Pannenhelfer) stellt sich damit jeweils die Frage, wie weit wir über dieses konkrete Symptom hinaus den Patienten behandeln dürfen. Verlangt der Patient von uns ausdrücklich, dass wir ihm dabei helfen, sich ganzheitlich in den kosmischen Strukturen besser zurecht zu finden, stellt sich diese Frage nicht. Und grundsätzlich ist jede „Pannenhilfe“ ein neuer gemeinsamer Prozess mit dem Patienten. Doch wie weit dürfen wir uns anmassen, den richtigen Weg zu kennen und die Menschen, welche uns um Hilfe in einer spezifischen Angelegenheit (Panne/Symptom) bitten, auf diesen aufzugleisen?

    In der TCM kennen wir verschiedene Denkmodelle, die uns bei der Orientierung bzw. Taxierung helfen; Ziel aller Bestrebungen ist die Harmonie in Referenz zu solchen Denkmodellen, wie etwa dem wu xing (5 Phasen). So ist es z. B. ein Leichtes, Dysharmonien der Zang Fu zu erkennen und auszugleichen. Doch dürfen wir tatsächlich bedenkenlos davon ausgehen, dass z. B. ein Feuer-Mensch, auch wenn er eine übermässig rote Zungenspitze aufweist, nicht einfach in dieser Ausprägung weiterleben soll? Selbst wenn er frühzeitig an einem Herzinfarkt sterben wird, können wir nicht sicher sein, dass es ihm in seiner Ausprägung mit etwas erhöhtem Herz- und vielleicht auch Freudenfeuer besser geht, als wenn wir ihn therapieren und seine wu xing wieder in den Ausgleich bringen.

    Eine grundlegende Frage, die ich so schnell noch nicht beantworten werden kann. Ich bin gespannt auf Kommentare… :o)

    In einer anderen Betrachtungsweise sehe ich uns Therapeuten als Informations-DJs. Vor noch nicht all zu langer Zeit war die Informationsbeschaffung bezüglich Gesundheitsförderung oder Krankheitsbekämpfung ein Hauptproblem für die Menschen. Heutzutage verhält es sich eher umgekehrt; die Flut der Informationen ist überwältigend und durch schlaues Marketing teilweise auch irreführend. Als Therapeuten können wir die individuell relevanten und empirischen Informationen selektieren bzw. optimalerweise gemeinsam mit dem Patienten erarbeiten.


    Dez 24 2009

    Schwere Zeiten sind gute Zeiten

    von Raffa

    Je dunkler es draussen ist, desto besser erkennen wir unser inneres Licht.

    Wenn das Leben am dunkelsten erscheint, kann das göttliche (oder kosmische oder natürliche) Licht wieder zu uns kommen. Schwere Zeiten sind gute Zeiten.

    Depressionen, Niedergeschlagenheit oder wenn das Schicksal voll zuschlägt, dann bieten sich uns Möglichkeiten, weiterzukommen. Wände, die uns im Wege stehen, sind in Wahrheit Stufen, auf die wir aufsteigen aufsteigen können. Ob Schicksal, Natur, unser höheres Selbst oder der liebe Gott, irgend etwas sorgt dafür, dass wir immer wieder mit Aufgaben gefüttert werden, wenn ‚es‘ das Gefühl hat, wir seien dazu bereit. So können wir Stufe um Stufe erklimmen.

    Also dürfen wir stolz sein, wenn der liebe Gott denkt, wir seien wieder so weit, um solch schwere Aufgaben zu meistern :o). Die Grundlage zu neuen Einsichtichten sind häufig Unklarheit, Unsicherheit oder sogar Verwirrung.  Wenn wir uns von alten Denkmuster lösen, können leichter neue entstehen. Ebenso sind depressive Verstimmungen, Traurigkeit oder Überdruss Prozesse, um uns emotional zu spülen und leeren. Dann kann das Gefäss wieder mit frischem Inhalt gefüllt werden :o)

    Tränen reinigen und spülen die subtilen und emotionalen Herz- und Perikard-Energiebahnen. Weinen ist gelegentlich sehr gut, so wie z. B. eine Reinigung im Haus auch. Und natürlich gibt es eine Grenze, zuviel Putzen und Schruppen schadet den Dingen ebenso wie dem Menschen :o) Es gibt auch eine wunderbare Alternative:  Singen reinigt und aktiviert die subtilen Herz- und Perikardleitbahnen, vor allem fröhliches und meditatives Mantrasingen !

    Und anstelle so lange zu warten, bis die Zeiten wieder sehr dunkel werden, um göttliches Licht zu sehen, können wir auch meditieren, innere Stille schaffen, die Lichter und Aktivitäten in uns zur Ruhe bringen und das Göttliche in und um uns wahrnehmen.


    Okt 5 2009

    Lächeln und Lachen :o)

    von Raffa

    Wenn unsere Mundwinkel nach oben zeigen, bilden sie eine Empfangsschale (wie ein Parabolspiegel) für Energien von oben. Natürlich geht das auch umgekehrt, wenn mensch gerne Energie von unten empfangen möchte…

    Wie beim Hufeisen, können wir nicht nur gute Energie und Glück von oben für uns selber, sondern auch für unsere Mitmenschen und die Erde empfangen. Wenn wir jemandem zulächeln, bringen wir ihm dadurch Glück.

    Lächeln und Lachen kann mensch üben, es ist ganz einfach, mensch braucht nur die Mundwinkel zu heben, und wenn man offen ist und sein will, kommt der Rest von alleine.

    Richtiges Lachen mit intensiver Betätigung der Atmungsmuskulatur, insbesondere des Zwerchfells, ist zudem eine effektive Massage der damit verbundenen Organe (also fast allen) und des Solarplexus. Diese lockernde Massage von Innen heraus, hat äusserst vielfältige positive und salutogene Wirkungen!

    Aus der Sicht der TCM sind verschiedene Leitbahnen involviert beim Lachen: Dickdarm (Mund), Leber (Rumpf und innerer Verlauf im Gesicht), Niere (Rumpf), Ren und Milz (Flanken) und besonders stark in den Mundwinkeln (Ma4) die Magenleitbahn. Am stärksten werden Organe mit unmittelbarem Anschluss ans Zwerchfell, also Lunge, aber auch Leber und Milz, massiert. Daher wirkt Lachen besonders gut bei Lu- und Le-Qi-Stagnation oder Le-attackiert-Mi Mustern. Auch weil durch die rhythmischen Kontraktionen das Leber-Qi und, rein mechanisch, die Drüsen (Gb, Pankreaks) zum Fliessen gebracht werden. Die Verbindung der mechanischen Pumpbewegung des Zwerchfells bis zum Luftaustoss des Mundes hat natürlich auch einen Herzaspekt (He öffnet sich im Mund). Ebenso wie Singen oder andere lautgebende Aktivitäten, wird das He-Qi beim Lachen stark bewegt, die „subtilen Herzkanäle“ werden von blockierenden Emotionen befreit.


    Aug 20 2009

    Blutspenden und TCM

    von Raffa

    1. Gesundheitliche Aspekte für Blutspenderinnen aus der Sicht der TCM
    Für bestimmte Menschen können Blutspenden ohne negative oder sogar mit positiven gesundheitlichen Folgen sein, Dies sind Menschen mit übermässiger Korpulenz, Füllemustern, Xue-Stase Muster auf Grund von Fülle, aufsteigendem Leber-Yang, Leber-Feuer oder Hitze-Muster mit deutlicher Fülle.
    Hingegen müssen Menschen mit Leere-Mustern, wenig Jing, Qi oder Xue, wenig Substanz oder Leere-Hitze-Mustern mit nachhaltigen gesundheitliche Schäden rechnen, wenn sie Blutspenden.
    Bei Unsicherheit, ob Sie ein Aderlass-Typ sind oder eher das Gegenteil, lassen Sie sich bitte von Ihrem Therapeut für Chinesische Medizin beraten ;o)

    2. Realitätsentfremdete Hysterie seitens Blutspendezentren.
    Obwohl sich weltweit über 2 Milliarden Menschen mit Akupunktur behandeln lassen und keine (*!!!) Fälle von Übertragung von Krankheiten durch Akupunktur bekannt sind, existiert eine realitätsentfremdete Hysterie seitens Blutspendezentren bei Akupunkturpatienten. Wer genau diese Hysterie fördert, ist bislang unbekannt, doch sie existiert. *(Jährlich sterben Tausende Menschen aufgrund Krankheitsübertragungen durch westlich-medizinische Massnahmen!). U. U. kann die Akupunkteurin mit folgender Bestätigung für den blutspendewilligen Patienten die Sitution ev. etwas vereinfachen:

    Bestätigung
    ———–
    Patientenname, -adresse:
    (ev.) Behandlungsgrund:

    Ich bestätige hiermit, dass die o.e. Patientin unter konsequenter Einhaltung der Richtlinien „Hygiene und Sicherheit für die Akupunktur“, SBO-TCM, Oktober 2003 behandelt wurde. Selbstverständlicher Teil davon sind beispielsweise allgemein hohe Hygienemassnahmen, korrekte Hände- und Hautdesinfektion, sowie die Verwendung von sterilen Einwegnadeln.

    Behandelnder TCM-Arzt:
    Ort, Datum:

    Information für den Patient: Dieses Dokument dient für Sie als Vereinfachung bei der Blustpende, da auf Grund fehlender Sachkenntnisse leider immer noch teilweise Bedenken seitens Blutspendezentren kursieren. Da aber der oder die Spendeärztin für die Sicherheit des Spenders und des gespendeten Blutes haftet, kann sie letzlich gemäss Vorschriften BSD SRK eigenständig über die Zulassung zur Blutspende entscheiden.


    Aug 19 2009

    Kalzium, Knochenfestigkeit und Kontroverses zu Mythen unserer Zeit

    von Raffa

    Leider herrscht in gewissen Kreisen immer noch der Fehlglaube, die Aufnahme von viel Kalzium durch Lebensmittel oder Nahrungsergänzungen sei gut für die Knochenfestigkeit. Obwohl die Werbung „Milch macht starke Knochen“ schon seit Jahren verboten ist, halten schlaue Marketingköpfe diesen Mythos durch ähnliche Aussagen aufrecht. „Wo Kalzium fehlt, muss Kalzium rein“ klingt ja logisch. Sogar Studien wurden gemacht(!), welche eine kurzzeitige positive Auswirkung auf die Knochendichte bei erhöhter Kalziumzzufuhr belegen. Längerfristig ist aber genau das Gegenteil der Fall, zahlreiche internationale Statistiken und Studien, u. a. der Harvard School of Public Health, belegen, dass die alleinige Zufuhr von Kalzium den Knochenabbau induzieren kann.

    Ausser für den Zweck, für den sie gedacht ist, zur Primärnahrung von Säuglingen, hilft Milch nicht, sondern schadet, unter anderem besonders den Knochen![1] Das weiss man schon seit Jahrzehnten, und langsam dringt diese Begebenheit glücklicherweise auch bis ins Bewusstsein westlicher Ärzte… aber denen fällt es immer noch schwer vom alten, einbetonierten Mythos „Ein Glas Milch pro Tag…“ abzulassen. Und wenn, dann wird drumrum argumentiert und relativiert, so was wie… wenn kein Kalzium ausgeschieden wird, könnte ein Mangel bestehen, also gehen wir auf sicher und greifen zur Kalizumgabe (was ja nachweislich die Knochen schädigt, mehr dazu im letzten Abschnitt). Nun wurde wie üblich eifrig nach einer weiteren bequemen, stofflichen Lösung gesucht und mit Vitamin D (vorübergehend…?) auch eine gefunden. Vitamin D zeichnet sich durch eine Vielzahl positiver Eigenschaften aus und lässt sich prima popularisieren und vermarkten; es wird sich in Spitälern und Apotheken schätzungsweise wohl ein Marktproduktzyklus lang als Wundermittel gegen Osteoporose und sonscht Allenchaibs verkaufen lassen.

    Einfach und bewährt: Vitamin D wird vom Körper selber produziert, wenn dieser regelmässig Sonnen tanken darf.

    Wobei wir gleich beim nächsten Mythos angelangt sind, jenem vom Hautkrebs und der Sonne. Das gefällt mir ganz besonders, weil ich das schon seit eh und je vermutet habe und eine gesunde Aversion gegen Sonnencrème hege ;o). Tatsächlich sterben verhältnissmässig sehr wenige Menschen an Hautkrebs, der effektiv durch übermässige Sonnenstrahlung verursacht wurde. In den USA sind es jährlich ca. 1200 Menschen [3], die an einem Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom sterben, auf der anderen Seite aber Hundertausende, die vorzeitig an *Osteoporose, welche wiederum vorallem auf Vitamin D-Mangel bzw. zu geringer Sonnenexposition zurückzuführen ist. Und dies ganz abgesehen von den weiteren lebenswichtigen Funktionen von Vitamin D. Und Melanome, die gefährlichsten der Hauskrebserkrankungen, treten häufiger an Stellen des Körpers auf, welche weniger dem Sonnenlicht exponiert werden. Büroangestellte leiden 4 x häufiger [4] daran, als Menschen, die im Freien arbeiten.  Hautkrebs hat in Ländern in Korrelation zur Verbreitung von Sonnencrèmes zugenommen, während die Hautkrebsrate z. B. in tropischen Ländern, im Oman oder in Algerien extrem tief sind! [7] Solange wohldosiert sonnengebadet wird, ist die Hysterie von wegen Hautkrebs wegen Sonnenstrahlen nicht nur übertrieben, sondern kreuzfalsch.

    Für die ewig-nach-EINEM-Wunderrezept-Suchenden sei hier noch gesagt, dass 1.)  Kalzium lebensnotwendig ist und ich nicht rate, darauf zu verzichten, die Zufuhr ist jedoch durch einen durchschnittlichen Speiseplan völlig ausreichend, auch ohne übermässige tierischen Eiweisskonsum (Fleisch, Milch…). Milch ist übrigens für Säuglinge, nicht für Erwachsene (welche Kuh trinkt schon Milch?), und würde, wenn schon, den kompletten Speiseplan ersetzen; Überernährung ist das Hauptproblem unserer Zeit! Nur drei von 13 Resumee, welche durch ein Team aus zwanzig international führenden Experten aus rund 8000 Studien über Ernährung extrahiert wurde, gelten unumstritten als höchst relevant für die Gesundheit: 1. Mässiger Salzkonsum (ca. 2 – 5 g / Tag), 2. Frische und unveränderte (natürliche) Nahrungsmittel, 3. Verdichtete Nahrungsmittel vermeiden. (Dicht bedeutet konzentriert, raffiniert, mit einer unnatürlich hohen Energiedichte eben. Also z. B. Kristallzucker, Weissmehl, Fertigmahlzeiten, aber auch Fruchtsäfte, usw.). 2.) Und ebensowenig empfehle ich, es mit der Sonne auf der Haut zu übertreiben. Die Haut ähnelt der Verdauung, auch sie scheidet Abfallstoffe aus und nimmt Lebensstoffe auf, auch sie leidet unter Stress (vgl. verdichtete Nahrungsmittel). Folglich sollte man sie weder ständig mit Sonnencrèmes***, noch anderen Sälbeli und Züügs, noch mit übermässiger Sonnenstrahlung belasten. Also nochmals, damit keine Missverständnisse aufkommen: Sonnenbrand ist ein Riesenstress für die Haut und damit ebenso krebsfördernd wie Sonnencrèmes [7] und der Aufenthalt in nicht biologischen Räumen [8,9]!

    Also, das Rezept lautet: Genug Sonne Tanken (langsam einbräunen, z. B. anfangs Kleider, Schatten, während der Dämmerung raus und Mittags Siesta machen…), regelmässig und freudig bewegen, wenig chemische Substanzen immissionieren, dafür viel Natur und frische und bekömmliche Nahrungsmittel.

    Zurück zur *Osteporose („Porösität der Knochen“) und damit zu einem Begriff, der perse schon fehlleitet, wenn es um die Stärke der Knochen geht. Denn die Knochendichte entspricht nicht der Knochenfestigkeit. Für die Statik eines Gebildes zählt aber nicht nur die Masse, sondern vor allem auch der Aufbau und die Struktur. Natürlich kann rein technisch nur die Knochendichte und nicht die Festigkeit gemessen werden, und das wird auch getan und fälschlicherweise als Parameter für die Stärke der Knochen gewertet. Das der Zusammenhang aber nicht gegeben ist, zeigen Statistiken, bei welchen Knochenbrüche teilweise sogar weniger häufiger in Bevölkerungsgruppen mit vermehrter Osteoporose vorkommen!

    Die Erneuerungskapazität von Knochenzellen ist beschränkt und wird durch erhöhte Kalziumzufuhr verkürzt. Übermässige Kalziumaufnahme (hauptsächlich durch tierische Produkte, wie z. B. durch Milch, aber auch durch Nahrungsergänzungsmittel) wirkt sich langfristig negativ auf die Knochenfestigkeit aus! [6]

    [1] Link mit weiterführenden Infos zum Thema Knochenfestigkeit und Kalzium: www.4.waisays.com
    [2] Link mit weiterführenden Infos zum Thema Hautkrebs und Sonne: http://bertjensen.info/hautkrebs-durch-sonnenlicht-ein-mythos/
    [3] Michael F. Holick, Mark Jenkins: Schützendes Sonnenlicht, 2002.
    [4] Osterlind A, Tucker MA, Stone BJ, Jensen OM. The Danish case-control study of cutanceous malignant melanoma. II. Importance of UV-light exposure. Int J Cancer, 1988 Sep 15;42(3):316-24.
    [5] Orjan Hallberg / Olle Johansson: Cancer Trends During the 20th Century. Journal of Australian College of Nutritional & Environmental Medicine, Vol. 21. 1. 2002, 3-8.
    [6] John Robbins: Ernährung für ein neues Jahrtausend. 3. Aufl. 1997, Waldfeucht.
    [7] Garlan/Garland/Gorham: Could Sunscreams Increase Melanoma Risk?, in American Journal of Publick Health, Nr. 82, 4/1992, S. 614f. Zitiert nach Hobday: Sonnenlicht heilt, S. 69 f. [8] Die Melanom-Häufigkeit belief sich für Männer, die ihr Leben lang im Freiem arbeiteten, auf nur 17 Prozent gegenüber der von Büroangestellten. Bezogen auf PMR (proportional mortality ratios) Samuel Milham, Jr, and Eric Ossiader. Persönliche Mitteilung von Örjan Hallberg. Siehe auch http://www3.doh.wa.gov/occmort/ [9] V. Beral u.a.: Malignant Melanoma to Fluorescent Lighting at Work, Lancet, 2, 1982, S. 290 ff.-Zitiert nach Liebermann: Die heilende Kraft des Lichts, S. 194 f.
     

    ***Apro pos Schädlichkeit von Sonnencremes…
    Heute, also ein paar Jährchen nach der Veröffentlichung dieses Posts, ist die Schädlichkeit von Sonnencrèmes und anderen Kosmetika in aller Munde, ähm Häute, Lebern und Nieren. Hier nur ein paar links zu diesbezüglichen wissenschaftlichen Artikeln:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3084961/ (Sonnencreme und Vitamin D)
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17015167 (Sonnencreme und Antioxidantien)
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11702366 (Allgemeine Absorbation von Chemikalien durch Sonnencreme)
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15020197 (Herbizie durchdringen sonnenbecremelte Haut)


    Aug 18 2009

    Achillodynie oder Plantarfasziitis – Dehnübungen

    von Raffa

    Haupttherapie: Dehnübungen (8 Wochen 3 x täglich=deutliche Besserung bei 90% Patienten gegenüber Kontrollgruppe) d. Mn. gastrocnemius/soleus und Bandagen (Tapes). Zusätzlich: Pe7 & He8 (Fernpunkte), Ni4 (Bursa superior d. calcaneus), Ni7, Ni7–>Ni4 (subcutan parallel zur Achillessehne), KEINE Lokalpunkte (Hohes Risiko für Überreizungen). Kräuterpackung Nr. 15. Ashipunkte auf den Mn. gastrocenmius (um Bl57/58 & des M. soleus (medial vom Tibiarand tasten).

    Link zur Pro-Dehnübungsstudie in Deutsch (Link zur Originalpublikation, in english)

    Dehnübungen für die Mn. Gastrocnemicus, z. B. bei Achillodynie oder Plantarfasziitis

    DIE ÜBUNGEN

    1. Auf die Zehenspitzen stellen und 3 mal sehr langsam in die Hocke gehen und wieder strecken. Kurze Pause machen, umhergehen und die Übung 3 mal wiederholen .

    2. Mit den Zehenspitzen auf einen Treppensteig oder anderen Absatz stehen und mit den Händen gut am Geländer festhalten. Zunächst langsam und bewusst auf die Zehenspitzen stellen (Bild A), dann die Wadenmuskeln bewusst und ausgiebig entspannen, durch Verlagerung des Gewichtes Richtung Fersen (Bild B). Die Fersen sollten nun deutlich unter dem Niveau der Zehenspitzen liegen, wodurch eine passive Dehnung der hinteren Wadenmuskulatur entsteht. Diese Übung ebenfalls 3 mal wiederholen.

    mn-gastrocenmicus-dehnubung-1amn-gastrocenmicus-dehnubung-1bmn-gastrocenmicus-dehnubung-2amn-gastrocenmicus-dehnubung-2b

    Patienteninfoblatt: dehnubungen-fur-die-mn-gastrocenmicus


    Aug 17 2009

    Elektromagnetische Sonnenstrahlung und 2012

    von Raffa

    Brisanter Stoff :o)

    Ein Interview mit Dr. Broers über die Einwirkung der elektromagnetischen Sonnenstrahlung auf die Entwicklung der Menschheit und der Supergau im Jahr 2012 (pdf): Elektromagnetische Sonnenstrahlung – 2012 – Interview mit Dr. Broers


    Aug 17 2009

    Kultur, Entwicklung, Zukunft – Ein Interview

    von Raffa

    Interview anlässliche einer Vertiefungsarbeit meiner Nichte

    Frage (Aspekt Kultur):
    Worin unterscheidet sich die chinesische Kultur von der europäischen Kultur und welche Gründe spielen welche Rolle beim Erfolg der Chinesischen Heilkunst?

    Kultur ist ein Begriff mit weitreichender Bedeutung. Nicht nur die Ausdehnung der Bevölkerungsmasse und der Landesgrenzen, auch das Geschehnissreichtum der jüngsten Geschichte Chinas lässt klar werden, dass sich „die Kultur“ Chinas nicht so leicht zu etwas Benennbarem zusammenfassen lässt. Dennoch wiederspiegeln die Fragmente der politischen Achterbahnfahrt des letzten Jahrhunderts die heutige Mentalität. Die kommunistische Vergangenheit zeigt sich, im Vergleich zu unserem gelebten Individualismus, in etwas, dass ich als eine Art Flachheit bezeichnen würde. Eine Monotonität und Anpassungsfähigkeit, welche es den Chinesen erst überhaupt möglich macht, in einer derart hohen Bevölkerungsdichte nebeneinander zu existieren. Dies erklärt zugleich auch den Funktionalismus – von Aussen häufig zu unrecht als Pragmatismus verstanden – welchen uns die Chinesen vorleben. Sie können widerstandslos in Formen schlüpfen. Seien es z. B. Umgangsformen oder Hierarchien und Gepflogenheiten in Familien- oder Unternehmenstrukturen, sei es im Verkehr oder in der Edukation. Und da sind wir beim zweiten Punkt Deiner Frage angelangt. Vor den 60er Jahren, also vor der Kulturrevolution, wurde die Chinesische Medizin im Lehrer-Schüler-Verhältnis weitergegeben. Interessant dabei ist, dass in einer solchen persönlichen Lernsituation nicht nur Wissen, sondern auch intuitive Techniken und spirituelle Energie weitervererbt werden konnte. Der Hauptgrund der klinischen Effektivität der Chinesischen Medizin liegt aber vor allem darin, dass über Tausende von Jahren immer wieder getestet, verfeinert und verbessert wurde, ohne von den grundsätzlich funktionalen Methoden abzukommen. An erster Stelle steht die Funktionalität, danach kommt die Theorie, sozusagen als Aufhängung, um das praktisch gesammelte Wissen strukturiert anzulegen. Dies ist ein weiterer wesentlicher Unterschied zur Wissenschaft im Westen, wo die Grundlagenforschung als Speerspitze des Fortschritts fungiert. Der Wert der Chinesischen Medizin lässt sich von Aussen vielleicht erahnen, wenn man bedenkt, durch wieviele schlaue Mühlen dieser Wissenschatz über Tausende Jahre von Generation zu Generation verarbeitet wurde; immer wieder überprüft, verfeinert, erfasst, reorganisiert und weitervermittelt. So etwas wie das heutige Patenschutzrecht hätte diese Entwicklung verunmöglicht. Vielleicht ist das ein kleiner Augenöffner für uns, weil er dem bösgesagten Kommunismus einen fulminanten Vorteil zuspricht: Der gemeinsamen und frei zugänglichen medizinischen Entwicklung zum Wohle der Menschheit.

    Frage: (Aspekt Technik, Wirtschaft)
    Welche Entwicklungsschritte durchlief die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) bis zur heutigen Form und welche Techniken und Methoden kommen heute zur Anwendung?

    Angefangen hat es vor mindestens 5000 Jahren (siehe Ötzi). Akupunktur: Zu Beginn haben die Menschen vermutlich mit Knochen- und Steinsplittern an Punkten herumgedrückt und bemerkt, dass dies den Schmerz  anderer Stelle stillen kann oder den Heilprozess einer Krankheit beschleunigt. Arzneimitteltherapie: Der Übergang von Diätetik zur Arzneimitteltherapie ist auch heute noch fliessend, viele Chinesische Arzneimittel sind Nahrungsmittel bzw. umgekehrt. Vermutlich wurde zu Beginn, ähnlich wie bei Tieren*, die Wirkung bestimmter Nahrungsmittel auf den Gesundheitszustand unbewusst wahrgenommen und gesteuert. Nach und nach wurde bewusster differenziert und spezifische Erfahrungen konnten erfasst und weitergegeben werden. (*Es einige bekannte Beispiele von Tieren, die sich bei gesundheitlichen Problemen intuitiv von bestimmten Heilmitteln ernähren.) In einer späteren Phase, in der Zeit der ersten Kaiserdynastien, genossen Monarchen umsomehr Ansehen, je besser sie sich in den medizinischen Disziplinen verstanden. Halbe Heerschaften der besten Ärzte wurden vom jeweiligen Kaiser dazu engagiert, die höchste aller Künste weiter zu kultivieren. So bildet z. B. „das Werk des Innern vom Gelben Kaiser“ auch heute noch eines der wichtigsten Grundlagen für die tägliche Praxisarbeit: Huang Di Nei Jing, ein rund 2000 Jahre altes umfangreiches Werk über die Grundlagen und therapeutischen Massnahmen der Chinesischen Medizin. In der nachfolgenden Zeit verging kaum ein Jahrhundert ohne die Erscheinung eines weiteren grossen Werkes. Und es ist beachtenswert, dass es sich dabei um, auch für heutige Massstäbe, erstaunlich wissenschaftliche Arbeiten handelt, nicht nur in punkto Umfang, sondern auch was die Systematik, Reproduzierbarkeit und Nennung bestehender Literaturquellen anbelangt. Natürlich brachten die verschiedenen Epochen auch verschiedene grundlegende Philosophien und Betonungen der Lehren hervor, was aber dem gesamten Wissensschatz zu Gute kam, da er immer wieder unter neuen Aspekten beleuchtet und verfeinert wurde. Schliesslich, in den 60er Jahren, versuchte Mao ZeDong, Führer der Kulturrevolution und späterer Diktator, die Chinesische Medizin zunächst zu verbieten. Kurz darauf sackte aber das Gesundheitssystem Chinas zusammen, worauf er die erste Fakultät für Chinesische Medizin schuf, und damit das, was sich heute offiziell TCM nennt.

    Frage: (Aspekte Kultur, Identität/Sozilisation, Ethik)
    Weshalb spielt die Ernährung in der TCM eine so grosse Rolle und welche Zukunft kann man der TCM prognostizieren?

    Die primäre Therapieform der TCM ist die Anpassung der Lebensweise, um die pathogenen Faktoren zu vermeiden und um die gesundmachenden Faktoren zu fördern. Im alten China galt der Stand eines Mediziners umso höher, je feiner seine Massnahmen waren. Zuunterst auf der Liste standen Chirurgen, sozusagen die grobschlächtigen Metzger. Je feinstofflicher die Eingriffe, desto kleiner der Aufwand und die Nebenwirkungen, je höher der Zugriff in der Kaskade, desto mehr positiv beinflusste Anteile im Autoregulationssystem Mensch-Natur. Umgebungsgestaltung (Feng Shui) oder Ernährung sind natürliche Lebensfaktoren, die schon durch kleine Veränderungen zu hervorragenden Heilungseffekten führen können. Und genau darauf fusst die primäre therapeutische Strategie der chinesischen Medizin. Im Bezug auf die Ernährung hat Paracelsus mal ‚was schlaues dazu gesagt: ‚Lass die Nahrung Deine Arznei sein, nicht die Arznei Deine Nahrung“. Eine zeitlose Heilformel und herrvorragende Metapher zwischen dem heutigen Ost und West, Prosac und Grüntee.
    Die Prognose? Allem Anschein nach – und hier sind sich viele geniale Denker, virtuose Wissenschafter und esotherische Meister einig – steht der Menschheit ein epochaler Entwicklungsschritt in ein neues Zeitalter bevor. Da wäre z. B. die elektromagnetische Strahlung der Sonne, welche nachweislich schon seit jeher mit den Peaks der menschlichen Errungenschaften und Hochkulturen korreliert und Ende 2012 einen Supergau erwarten lässt. Dem selben Jahr, in dem der astronomisch 100% solide Mayakalender endet und Nostradamus, sowie weitere Propheten schon vor Dekaden ein neues Zeitalter heraufbeschwörten. Ich persönlich glaube an eine spirituelle Entwicklung der Menschheit, mit welcher die Chinesische Medizin in früheren Zeiten und vermutlich auch in dieser Zukunft problemlos einhergeht. Das rationale Zeitalter der fanatischen Mathematik- und Geldreligion nähert sich dem Ende, so hoffe ich… :o)


    Aug 12 2009

    KREBS

    von Raffa

    index:  KREBS, EINE NEUZEITERSCHEINUNG? | DEMOGRAFIE (SCHWEIZ)  |¦ URSACHEN VON KREBS | ÄUSSERE FAKTOREN | IATROGENE URSACHEN, SCHUL(D)MEDIZIN? ¦| KREBS IM VERSTÄNDNIS DER CM | FRÜHERKENNUNG JA ODER NEIN? |¦ THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN | THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN TCM ¦| QUELLEN & LINKS

    KREBS, EINE NEUZEITERSCHEINUNG?

    Nimmt die Zahl der Krebserkrankungen in der modernen Gesellschaft tatsächlich zu? Krebs ist sicherlich kein Neuzeitphänomen; auch in palänthologischen Knochenfunden konnte Krebstumore nachgewiesen werden. Und alleine weil sich mit der Entwicklung der Menschheit auch viele früher tödliche Infektionskranheiten besser in den Griff kriegen lassen, wird die Krebstodesursache statistisch steigen. Und dann darf man noch davon ausgehen, dass bei früheren Erhebungen ein Teil der unklaren Todesursachen aufs Konto von Krebs geht. Doch selbst wenn man all dies berücksichtigt, muss die Zunahme der Todesursache Krebs immer noch eindeutig von anderen Faktoren beinflusst sein.

    DEMOGRAFIE (SCHWEIZ)

    Morbidität: 35k , Mortalität: 15k

    URSACHEN VON KREBS[2]

    – Genetische Disposition (Veränderung in der Erbanlage) 10-20%
    – Äussere Faktoren (s. u.) 80-90%
    – Rauchen 30%
    – Ernährung (10-30%, gem. WHO: 12%, die Meinungen sind stark unterschiedlich. Die westliche Ernährungswissenschaft tut sich sehr schwer und verheddert sich in Kontroversen, Zahlen, BMI, Kalorien, Vitaminen, etc.

    Die Essenz aus einem 500seitigen Bericht vom World Cancer Research Found[7]. 21 Experten haben die Resultate von 7000 Studien minuziös nach Zusammenhängen zwischen Ernährung und den wichtigsten Krebsarten untersucht. Es konnte nur wenig Eindeutiges daraus geschlossen werden, was für TCMler keine Überraschung ist. Tut mir leid für diese banale Aussage, aber sehen wir der Tatsache doch einfach ins Auge: Die westliche Ernährungwissenschaft mit dem normativ-qualitativen Ansatz funktioniert schlicht und einfach nicht. Immerhin konnte sich das Expertenteam doch einigermassen auf 7 Ernährungstipps einigen, welche aber von innen, wie auch aussen hart dementiert werden.

    1. Körperfettmasse niedrig, aber auch nicht zu niedrig, halten.
    Als schlank gilt ein BMI zwischen 21 und 23. Darüber sind sich aber nicht alle Experten einig. Die geringste Sterblichkeitsrate liegt nämlich bei einem höheren BMI, bei Mannern ist es ca. 24, bei Frauen ca. 25.

    2. Begrenzte Einnahme von energiedichten Lebensmitteln.
    Besonders industriell verarbeitete und raffinierte Lebensmittel sind gefährlich. Beispiel: Für die Aufnahme von 250 Kalorien braucht es 1 Glas Apfelsaft (10 Sekunden), Apfelmus (1 Minute), Äpfel (mehrere Minuten)… dabei wird richtig Speichel gebildet, Hungersignale losgeschickt, etc. Effekt: Weniger Kalorien, bessere Verdauung, etc. Das ist aber nur eine indirekte Methode der Prävention (zum schlank bleiben) und wird wissenschaftlich nicht als krebsverhindernd anerkannt. Meiner Meinung nach ist es ein entscheidender Punkt, weil die Verdauung mit energiedichten Lebensmitteln gestresst und überfordert wird.

    3. Vor allem pflanzliche Nahrungsmittel einnehmen.
    Pflanzen aller Art, Gemüse, Obst, Getreide, Nüsse, etc. haben wesentliche Vorteile gegenüber tierischen Nahrungsmitteln. U. a. wegen dem hohen Wassergehalt, was schneller sättigt (–> indirekt also wieder das Schlankthema). Zudem geht es aber noch um die sekundäre Pflanzenstoffe, die häufig antioxidant wirken und damit freie Radikale abfangen. Auf der anderen Seite geht aus der Nurses‘ Health Study[6] hervor, dass Menschen mit mehr als 3 x täglich pflanzliche Kost zu sich nehmen, höhere Krebsraten aufweisen…

    4. Begrenzter (nicht mehr als 500 Gramm – da waren wohl viele amerikanische Experten dabei!?!) Verzehr von rotem Fleisch (Lamm, Rind, Schwein…).
    Das mit dem Fleisch ist ein ziemlich kontroverses Thema. Evolutionsgeschichtlich sind wir seit 4 M Jahren Fleischfresser, während den vorangehenden 40 M Jahren waren unsere Vorfahren jedoch Vegetarier. Na ja, das ist so eine Sache mit diesen evolutionären Argumenten, die kann man bis dorthin zurückdrehen, wo man sie gerade braucht… Der aufrechte Gang ist uns erst seit 6 M Jahren eigen; wäre es also nun besser zu kriechen?
    Einig sind sich die Experten lediglich beim gepökelten oder salzigen Fleisch, bei welchem man sich sehr eingeschränken sollte.

    5. Begrenzter Alkoholkonsum.
    Isoliert auf Krebs betrachtet gilt absolute Abstinenz. Ethanol ist cancerogen.. Gesamtheitlich betrachtet gibt es aber viele wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Alkoho in moderaten Mengen (1-2 Gläser/Tag) gute Prävention gegen viele Herzkreislauferkrankungen bietet.

    6. Nicht mehr als 6 Gramm Salz pro Tag (nicht kontrovers)

    7. Natürliche Lebensmittel sind künstlichen vorzuziehen.
    Die Vielstoffgemische natürlicher Lebensmittel können mit der westlichen Wissenschaft zum ganz grossen Teil nicht analysiert und verstanden werden. Die Isolation einzelner Substanzen, wie Vitamen hat den grossen Nachteil, dass man nichts hat von der Vielzahl der in natürlichen Lebensmittel enthaltenen Stoffe, von denen man nicht weiss, wie und für was sie funktionieren.

    ÄUSSERE FAKTOREN

    Einer der Hauptfaktoren, wahrscheinlich der wichtigste (50-80%) ist unbestritten Stress. Mit Stress sind nicht nur Zeit- oer Leistungsdruck gemeint, sondern auch überhäufte Sinneseindrücke, unnatürliche Umwelteinflüsse (Strahlen, Gifte, etc.), Diversität und Veränderungen der Nahrungsmittel, Nikotin, Alkohol, Medikamente, Sonnenstrahlung, disharmonische energetische Umgebungsfaktoren, usw.

    IATROGENE URSACHEN, SCHUL(D)MEDIZIN?

    Das Versagen der westlichen Medizin bei der Behandlung von Krebs sollte man nicht verurteilen. Die zunehmende Neigung zur Suche nach der Schuld bei andern ist meiner Meinung nach eines der übelsten Gesellschaftssymptome unserer Zeit. Und „die Medizin“ trägt nicht die Verantwortung für die Menschen. Leider wird das aber von vielen Praktizierenden so impliziert, sie versuchen ihren Patienten die Krankheiten „wegzunehmen“. Schliesslich trägt aber jeder Mensch die Verantwortung über sich selber, ein Naturgesezt, welches noch von keiner Instutution der Menschheitsgeschichte geändert wurden konnte. Unsere Aufgabe ist es folglich nur, unseren mündigen Patienten anzubieten, sie bei ihrer Prozessarbeit zu unterstützen.

    Im Gegensatz dazu sollten wir die Verantwortung für unsere medizinischen Handlungen tragen. Und gerade im Zusammenhang mit den Ursachen für Krebs ist der leichtfertige und oft verfrühte Einsatz von Antibiotika und Kortison sehr fragwürdig. Das Unterdrücken von Infektionskranheiten (um möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu sein) ist zu einer viel zu unbedachten Gewohnheit unserer Zeit geworden. Es ist eine altbekannte Tatsache, dass über 98% der an Krebs erkrankten Menschen während mindestens 10 Jahren vor dem Ausbruch der Krankheit keine Infektionskrankheiten mit Fieber mehr hatten. Die antroposophische Erklärung dazu: Infektionen sind die Aktivitäten und Entwicklungsprozesse von jungen, gesunden Menschen, auf der anderen Seite steht die Sklerose als Verlangsamung und Degeneration der Prozesse für das älter werden. Ich würde es so sagen: Ohne Fieber gibt’s keinen Frühlingsputz, und ich bin überzeugt, dass die intensiven Eingriffen mit Atombomben (Antibiotika) für den menschlichen Organismus grosse Belastungen sind, vor allem weil er in dieser schweren Phase (Krieg gegen Bakterien) einen zusätzlichen Feind erhält, der einfach alles Platt macht. Damit verpasst er die Möglichkeit den ursprünglichen Kampf zu führen, gewinnen und sich an ihm zu stärken. Wer Patientinnen mit rezidiver Cystitis behandelt, weiss wovon ich rede. Antibiotika ist bitterkalt, diese Kälte betoniert sich im Uterus erst recht ein, wenn dieser geschwächt ist. Es entsteht ein schwer zu durchbrechender Teufelskreis. Warum verursachen und verstärken wir ihn mit Antibiotika? Einerseits, weil es der westlichen Medizin an Erklärung und Verständis für diesen fatalen Mechanismus fehlt, andererseits aber auch aus Angst vor allfälligen Komplikationen, wie z. B. Pyelonephritis, und schliesslich weil ganz einfach die therapeutischen Mittel zur Entkopplung dieses Teufelkreislaufes fehlen. Das ist herbe Kritik an der westlichen Medizin, die sie meiner Meinung nach auch braucht, um ihre Allglaubensmacht aufzuweichen. Im Moment mag sie nämlich ihre Schwächen noch nicht einzugestehen, doch es würde sie wesentlich stärken. Schliesslich liefert TCM zwar auf höheren energetischen Ebenen Lösungen zur effektiven Krebsprävention und Behandlung, doch in hochakuten lebensbedrohlichen Situtionen ist die westliche Medizin nach wie vor das Nonplusultra mit Chemo-, Hormon- und Strahlentherapie. Und damit sind wir bei dem Punkt, wo wir die Stärken aller Methoden verbinden.

    KREBS IM VERSTÄNDNIS DER CM

    Bereits Hippokrates rätselte über das Phänomen der tödlichen Wucherungen, die anhand äußerer Symptome gedeutet wurden. Krebsgeschwulste erzeugen manchmal sichtbare, gestaute Venen, die in ihren Ausläufern an einen Krebs erinnern. Deshalb taufte vermutlich der griechische Hippokrates (um 400 v. Chr.) die Krankheit Karkinos bzw. Krebs. Er und später auch Galenos (um 150 n. Chr) vermuteten einen engen Zusammenhang zwischen der seelischen Verfassung und dem Auftreten von Krebs; sie stellten fest, dass melancholische Frauen häufiger erkrankten als temperamentvolle.

    Krebszellen sind bösartige (invasive) Zellwucherungen, die sich zu einem Tumor formatieren und den Platz von gesundem Gewebe einnehmen. Tumore bilden eigene Blutgefässe zur Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff, haben aber – im Gegensatz zu normalen Zellen – keine Lebzeitbegrenzung.

    Alchemistisches Verständnis: Krebszellen kommunizieren nicht mehr mit dem Organismus, sie sind „taubstumm“ und beginnen ihr eigenes Ding durchzuziehen. Dasselbe, wie wir Menschen auf der Erde. Wir zerstören die Verbindung zu dem Organismus, dem wir entstammen, und der uns erlaubt zu existieren. Es geht also um die Fähigkeit der Kommunikation.

    Die meisten bekannten Ursachen lassen sich in einem ganzheitlichen Verständnis als Stress zusammenfassen. Sei es nun Verdauungsstress durch künstliche oder verdichtete Nahrung [2], durch aufgestautes Bewegungspotential (s. u. Le-Qi-Stagnation) oder langfristige emotionale oder seelische Belastungen. Dabei sind die Faktoren aber nach westlich-normativ beschränktem Verständnis als solches nicht festmachbar. So kann z. B. gesunde Ernährung ebenso zu einem Stressfaktor werden, weil sich jemand zu akribisch einen Stress daraus macht, dass überall Gift oder negative Energie drin sein könnte (was es aber einfach hat; kein yin ohne yang…), dass es laktoveganhyperglutenfreibasischkatabolgesegnetsalzarmbioohnenegativenschwinungenundundundund… wäre also in einem solchen Fall der Stressfaktor.

    Ein grosser Teil der Therapie mit CM fällt auf die Nebenwirkungen der Strahlen- bzw. Chemotherapie (s. a. Therapeutische Massnahmen). Im Verständnis der CM schädigt die Chemotherapie Qi und Blut, was die Polyneuropathien erklärt, während die Strahlentherapie hauptsächlich das Yin und Jing schädigt.

    FRÜHERKENNUNG JA ODER NEIN?

    Die präventive Mammographie ist stark in Kritik geraten, da sie durch den Stress (der Untersuchung und falscher Befunde) vermutlich mehr Schaden anrichtet, als sie durch Früherkennung verhindert. Dennoch ist die Früherkennung von Tumoren sehr wichtig, weil wir dann möglichst früh mit Gegenmassnahmen beginnen können. Einerseits natürlich mit der Harmonisierung von Yin und Yang, ev. sogar auch mit Operationen, wie z. B. bei Endometriumskarzinom oder Gebärmutterchleimhautkrebs wo die Heilungsrate bei über 80% liegt. Natürlich stellt sich an dieser Stelle die grundsätzliche Frage danach, wie sehr wir unser Leben auf die Vermeidung von Gefahren und die Suche nach Problemen und Kranheiten, oder auf Gesundheit, Freude und Spass ausrichten sollen, bevor wir letztendlich alle sterben.

    SPONTANHEILUNG

    Definition: Tumorrückgang >50% während >4 Wochen
    Vorkommen: ~0.00001%
    Salutogenese unbekannt

    THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN

    Schulmedizinisch:
    – Chemotherapie
    – Hormontherapie
    – Strahlentherapie

    Komplementäre Therapien mit nachgewiesenem Effekt [1]

    – Avemar (Nahrungsergänzungsmittel)
    v. a. bei Tumoren im Verdauungstrakt (Mund, Rachen, Brust, Magen und Darm). Die wichtigste Wirkung ist die geringere Metastasierung. Besseres Blutbild bei Strahlen- und Chemotherapie. Verzögerung von Rückfällen, v. a. bei Darmkrebs.

    – Cannabis bzw. Cannabinoide
    zur Behandlung von NW und zur Steigerung des Appetits. Antikonvulsiv, appetittanregend, antiemetisch und schmerzlindernd, invitro auch anticancerogen.

    – Camellia sinensis, Grüntee (anklicken für mehr Infos).
    Zahlreiche positive Effekte, enthält weit mehr Radikalfänger als Ascorbinsäure. Nachweislich anticancerogen. Sollte in den täglichen Speiseplan aufgenommen werden.

    – Huang Qi, Astragali, radix (siehe im nächsten Abschnitt ‚TCM‘)

    – Mel, Honig.
    Dosis tägl. bis zu 50 g. Wundheilung, Halsschmerzen, usw. V. a. bei Chemoterapie mit Neutropenie (bis zu 40% Verbesserung), bei Strahlentherapie mit Schleimhautentzündungen (als Interna und Externa).

    – Indol-3-Carbinol
    ist in fast allen Kohlarten enthalten: Broccoli, Weisskohl, Blumenkoh, Rosenkohl und wirkt antikancerogen. Es neutralisiert die tumorfördernde Wirkung von Östrogen und cancerogene Toxine, die beim Braten und Grillieren entstehen. V. a. bei Darmkrebs und Ovarienkarzinomen kann es die Lebenserwartung erhöhen.

    – Lycopin
    findet sich in Tomaten, einigen Rüeblisorten und Hagebutten. Prävention, Überlebenszeit erhöhen und Tumor Rückbildung fördern, usw. Höchste Wirksamkeit als Vielstoffkomplex reifer, gekochter Tomaten.

    – Polyphenole
    sind in hohen Mengen enthalten in: Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, blauen Trauben, Ziwebeln, Grünkohl, Äpfeln, Aprikosen, Paprika, grünen Oliven, Sojabohnen, Grüntee und Rotwein. Bei Früchten, Beeren und Gemüsen sind die Anteile in den Schalen äusseren Schichten weitaus am höchsten, Frischware enthält wesentlich mehr Antioxidanzien, Beeren müssen also auch komplett verspeist werden, Beerensaft reicht nicht. Polyphenole schützen vor freien Radikalen, hemmen den Wachstum von Viren und Bakterien, wirken vor allem im Verdauungstrakt antikancerogen, antiallergisch durchblutungsfödernd, antihepatotoxisch, antikonvulsiv und immunmodulatorisch.

    – Propolis
    Diese Sekret wird von den Bienen einerseits zur Tempereraturregulierung des Bienenstocks (Öffnung vor der Stadt/pro Polis), als Kittharz und zur Desinfektion von Fremdkörpern eingesetzt. Neueste Studien zeigen hervorragende Resultate, die westliche Medizin tut sich aber schwer damit, weil das Material nicht standardisiert werden kann… (welch‘ ein Hindernis?!). Es wird daher fast nur ausschliesslich für die Verhinderung von Schleimhautentzündungen bei einer Strahlentherapie im Hals/Kopfbereich eingesetzt.

    – Selen
    Tagesdosis bei Daueranwendung < 300 µg (Toxizität!). Selen ist ein wichtiger Katalysator bei vielen enzymischen Prozessen, und wirkt zusammen mit anderen Stoffen immunmodulierend, antixoidant, antiflammatorisch, cardioprotektiv, reguliert den Zelltod und unterstützt die Schwermetallausleitung, ausserdem ist es wichtig für die Bildung von natürlichen Killerzellen. Der Selenspiegel bei Tumorpatienten ist oft sehr niedrig. Steinpilze, Rinderfilets, Fisch, Nieren vom Rind oder Schwein, Eierteigwaren, Knoblauch und Bier :o) enthalten höhere Mengen Selen.

    – Shiitake
    Tagesdosis ca. 8 Pilze. Lentinan stimuliert die Produktion von Killerzellen, T-Helferzellen und Makrophagen. Shiitake enthält Plyphenole, B-Vitamine, Vitamin D, Kalium, Kalium, Zink, Eisen und Phosphor. Empfehlenswert bei Pankreas-, Brust-, Darm-, Magen- und Lungenkrebs, sowie bei Leukämie und Lymphomen.

    – Vitamin D
    Genese durch Photosynthese, im Winter ausgleichen mit: Lachs, Makrele, Thunfisch, Lebertran. Vitamin D wird im Körper zu Calcitriol, das die Zellentwicklung bzw. -reifung reguliert. Dickdarm-, Prostata- und Brustkrebs gehen häufig mit einem Vitamin D-Mangel einher. Anwendung v. a. präventiv. Cave: Nicht bei Knochenmetastasen, Hyperparathyreodismus, erhöhten Kalziumwerten, Myelomen, Nierensteinen oder anderen Nierenerkrankungen.

    – Zink
    Ist in Edamer, Truthan, Leber, Rindsfilet, bestimmten Fischen und Milchprodukten vorhanden. (Tägliche Dosis als Nahrungsergänzung: 10-15 mg) Zink ist eine wichtige Substanz für eine Vielzahl von Enzymen und der Superoxidbismutase. Damit indirekt Einfluss auf das Immunsystem, den Knochenbau, der Beseitigung von freien Radikalen, usw. Zink senkt ausserdem den Kupferspiegel im Blutserum, welcher einen Einfluss auf die Entstehung von Krebs hat. Breites Anwendungsgebiet: Le-Blut-Leere Zeichen (trockene Haut, trockenes Haar), Wundheilungsstörungen, Akne, Psoriasis, usw., Immunsystem stärken, bei gesteigertem Verbrauch: Vegetarier, Schwangere, Stillende und chronisch Kranke. Präventiv und adjuvant während der Krebstherapie.

    THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN TCM

    – Prävention und Tumorbekämpfung: Klassische Methoden nach TCM zur Harmonisierung von Yin und Yang, zum Aufbau des Qi’s und des Blutes, sowie zur Tumorbekämpfung.
    – Nebenwirkungen der schulmedizinischen Methoden behandeln: Blutungen, Schmerzen, Übelkeit.
    – Huang Qi als Einzelmittel: allgemeines Tonikum(Mi-Qi), zur Immunstärkung (Wei-Qi), Le-Metabolismus steigern, Interferonproduktion steigern, Ni-diuretisch, usw. Nachgewiesen canceroprotektiv (ev. wegen Selengehalt), cardioprotektiv, hepaprotektiv, immunstimulierend, stimuliert T-Zellenproduktion gegen Infektionen (wichtig bei Chemotherapie), verstärkte Wirkung der Chemotherapie mit Platin bei nichkleinzelligem Bronchialkarzinom. Der positive Effekt ist auch schulmedizinisch belegt.

    – Linderung von Hauptnebenwirkungen von Strahlen- und Chemotherapie, sowie postoperativen Beschwerden.

    – Behandlung von Hauptkomplikationen bei Krebserkrankungen: Schmerzen, Fieber, Blutungen.

    – Ganzheitliche Beratung zu Möglichkeiten und Gefahren im Lebensstil inkl. Ernährung, Qi-Gong, usw. nach Traditioneller Chinesischer Medizin.

    QUELLEN & LINKS

    [1] Alternative Krebstherapien von Prof. Dr. med. Karsten Münstedt und Petra Thienel. ISBN 978-3-426-64470-6

    [2] Umfangreiche schweizerische Informationsplattform mit vielen Infobroschüren zum downloaden.
    www.krebsliga.ch

    [3] Vereinigung Schweizer Krebsregister
    Erhebungen, Datenbanken und Statistiken
    www.vskg.ch oder http://asrt.ch/nicer/

    [4] Epidemiologisches Krebsregister Deutschland
    www. gekid.de

    [5] WHO-SIS WHO Statistical Information System
    http://www.who.int/whosis/en/

    [6] NHS The Nurses‘ Health Study http://www.channing.harvard.edu/nhs/
    z. B. http://www.channing.harvard.edu/nhs/publications/allpubs.shtml
    NHS 2005/12

    [7] World Cancer Research Fund
    http://www.wcrf.org/
    http://www.wcrf.org/research/expert_report/expert_report.htm


    Mai 21 2009

    Dynamik und Rhythmik – NeoTCM

    von Raffa

    Dynamik = Sympathikus = Belastungsphase = Yang
    Rhythmik = Parasympathikus = Erholungsphase = Yin

    Dynamik wird über das Le-Xue  kompensiert, bei Überforderung hat dies Le-Qi-Stagnationen zur Folge. V. a. wenn der Sympathikus aktiviert, die potentielle Aktionsenergie aber nicht in physische Aktivität umgesetzt wird.
    Rhythmik hilft der Leber bei ihrer Arbeit Qi und Xue gleichmässig im Körper zu verteilen, sie wird entlastet und das Le-Xue kann sich aufbauen. Die Le-Qi-F&A-Fnkt. wird unterstützt.


    Mai 21 2009

    Liebe oder Mitleid

    von Raffa

    Wenn wir versuchen, uns in das Leid eines anderen einzufühlen und dabei selbst Leid zu empfinden, handelt es sich um Mitleid. Vielleicht können wir dabei das Leid des anderen etwas lindern?  ‚Geteiltes Leid ist halbes Leid‘ sollte nicht zu wörtlich genommen werden, könnte aber immerhin so ausgelegt werden, dass es uns einfacher fällt, die Begebenheiten positiv zu bewerten, wenn andere ebenfalls davon betroffen sind. Denn Mitleid vermehrt die Summe des gesamten gefühlten Leides dieser Erde. Zudem wird/werden das/die Opfer in in seiner/ihrer leidvollen Position gestärkt oder vielleicht sogar dazu gedrängt.

    Überlege selbst, bei wem Du lieber Trost finden würdest: Bei jemandem, der sich mitreissen lässt und selbst in Trauer fällt, oder bei jemandem derbei sich selbst bleibt und Dir Verständnis und Liebe gibt?

    Viel einfacher, besser und hilfreicher ist es also, Liebe zu fühlen und zu geben. Es gibt zwar viele Möglichkeiten, aber keinen wirklichen Grund, Leid zu fühlen. Wenn wir genug stark sind, können wir selbst entscheiden, ob wir uns gut oder schlecht fühlen. Indem wir uns gut fühlen, helfen wir auch unseren Mitmenschen und können ehrliche und selbstlose Liebe geben. Die Summe des Wohlbefindens und der Liebe auf unserer Erde wird dadurch vermehrt.


    Sep 18 2008

    Träume

    von Raffa

    Alle Darsteller = ICH

    Allen Figuren und Elemente eines Traumes werden vom Träumenden selbst produziert, folglich sind sie ein Teil des Träumenden, sei es ein Aspekt seiner Persönlichkeit, ein Empfinden, eine Idee, usw. Ausserdem könnte es aber in spirituellen Träumen auch sein, dass man tatsächlich auf Wesen oder Umgebungen von „Aussen“ trifft.

    .

    Träume = Überlebenstraining für reale Situationen?

    Ein finnisches Forscherteam (Leitung: Antti Revonsuo, Uni Turku) glaubt, dass Bedrohungsszenarien im Traum ein Relikt aus der Steinzeit seien. Ein Training, um in bedrohlichen Situationen rasch und passend reagieren zu können.

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    Klassische Psychoanalyse – Zusammenfassung

    Klinische Relevanz: Die Traumdeutung spielt in der psychoanalytischen Therapie eine Hauptrolle, sei als Wegbereiter zum Unterbewusstsein, als Ouvertüre, Finale oder Statusindikator bei einer Prozessarbeit, für die Vergangenheitsarbeit, sowie für die Zukunftsorientierung.

    Mechanismus: Der Traumerreger entstammt  dem Unterbewusstsein, und mischt sich mit Anteilen vom Bewusstsein und Tageserlebnissen zum Traum. Die Traumzensur [1] verursacht beim Träumer latente Trauminhalte [2], die es zu entschlüsseln gilt.

    [1] Die Traumzensur behütet den Träumer vor dem Aufwachen durch zu intensiv erlebte Traumszenen.
    [2] Latente Trauminhalte manifestieren unterbewusste seelischer Vorgänge, welche durch die Traumzensur auf folgende Arten entstellt werden:
    – Zusammenfassung verschiedner Assoziationen zu einem Traumereignis
    – Eigentlich relevante Inhalte werden als nebensächlich dargestellt
    – Essenzielles wie Arterhaltung, Sexualität, Leben, Tod, etc. wird symbolisch dargestellt (empirisch eine sehr häufige Entstellung)
    – Projektion von Trauminhalten zu Bildern, einer Art Film mit aktiver oder passiver Rolle des Träumers.

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    Klassische Psychoanalyse – Orginaltext von Sigmund Freud

    (aus: Selbstdarstellung, Psychoanalyse, 1925
    IV. Die Technik der Psychoanalyse: Traumdeutung)

    (…)Wenn man die latenten Traum­gedanken, die man aus der Analyse des Traumes erfahren hat, untersucht, findet man einen unter ihnen, der sich von den anderen, verständigen und dem Träumer wohlbekannten, scharf abhebt. Diese anderen sind Reste des Wachlebens (Tagesreste); in dem vereinzelten aber erkennt man eine oft sehr anstößige Wunschregung, die dem Wachleben des Träumers fremd ist, die er dementsprechend auch verwundert oder entrüstet verleugnet. Diese Regung ist der eigentliche Traumbildner, sie hat die Energie für die Produk­tion des Traumes aufgebracht und sich der Tagesreste als Material bedient; der so entstandene Traum stellt eine Befriedigungssituation für sie vor, ist ihre Wunscherfüllung. Dieser Vorgang wäre nicht möglich geworden, wenn nicht etwas in der Natur des Schlafzustandes ihn begünstigt hätte. Die psychische Voraussetzung des Schlafens ist die Einstellung des Ichs auf den Schlafwunsch und die Abziehung der Besetzungen von allen Interessen des Lebens; da gleichzeitig die Zugänge zur Motilität gesperrt werden, kann das Ich auch den Aufwand herabsetzen, mit dem es sonst die Verdrängungen aufrechthält. Diesen nächtlichen Nachlaß der Verdrängung macht sich die unbewußte Regung zunutze, um mit dem Traum zum Bewußtsein vorzu­dringen. Der Verdrängungswiderstand des Ichs ist aber auch im Schlafe nicht aufgehoben, sondern bloß herabgesetzt worden. Ein Rest von ihm ist als Traumzensur verblieben und verbietet nun der unbewußten Wunschregung, sich in den Formen zu äußern, die ihr eigentlich angemessen wären. Infolge der Strenge der Traumzensur müssen sich die latenten Traumgedanken Abänderungen und Abschwächungen gefallen lassen, die den verpönten Sinn des Traumes unkenntlich machen. Dies ist die Erklärung der Traumentstellung, welcher der manifeste Traum seine auffälligsten Charaktere verdankt. Daher die Berechtigung des Satzes: der Traum sei die (verkappte) Erfüllung eines (verdrängten) Wunsches. Wir erkennen schon jetzt, daß der Traum gebaut ist wie ein neurotisches Symptom, er ist eine Kompromißbildung zwischen dem Anspruch einer verdrängten Triebregung und dem Widerstand einer zensurierenden Macht im Ich. Infolge der gleichen Genese ist er auch ebenso unverständlich wie das Symptom und in gleicher Weise der Deutung bedürftig.

    Die allgemeine Funktion des Träumens ist leicht aufzufinden. Es dient da­zu, um äußere oder innere Reize, welche zum Erwachen auffordern würden, durch eine Art von Beschwichtigung abzuwehren und so den Schlaf gegen Störung zu versichern. Der äußere Reiz wird abgewehrt, indem er umgedeu­tet und in irgendeine harmlose Situation verwoben wird; den inneren Reiz des Triebanspruchs läßt der Schläfer gewähren und gestattet ihm die Befrie­digung durch die Traumbildung, solange sich die latenten Traumgedanken der Bändigung durch die Zensur nicht entziehen. Droht aber diese Gefahr und wird der Traum allzu deutlich, so bricht der Schläfer den Traum ab und wacht erschreckt auf (Angsttraum). Dasselbe Versagen der Traumfunktion tritt ein, wenn der äußere Reiz so stark wird, daß er sich nicht mehr abweisen läßt (Wecktraum). Den Prozeß, welcher unter Mitwirkung der Traumzensur die latenten Gedanken in den manifesten Trauminhalt überführt, habe ich die Traumarbeit genannt. Er besteht in einer eigenartigen Behandlung des vorbewußten Gedankenmaterials, bei welcher dessen Bestandteile verdichtet, seine psychischen Akzente verschoben, das Ganze dann in visuelle Bilder um­gesetzt, dramatisiert, und durch eine mißverständliche sekundäre Bearbeitung ergänzt wird. Die Traumarbeit ist ein ausgezeichnetes Muster der Vorgänge in den tieferen, unbewußten Schichten des Seelenlebens, welche sich von den uns bekannten normalen Denkvorgängen erheblich unterscheiden. Sie bringt auch eine Anzahl archaischer Züge zum Vorschein, z. B. die Verwendung einer hier vorwiegend sexuellen Symbolik, die man dann auf anderen Gebieten geistiger Tätigkeit wiedergefunden hat.

    Indem sich die unbewußte Triebregung des Traumes mit einem Tagesrest, einem unerledigten Interesse des Wachlebens, in Verbindung setzt, verschafft sie dem von ihr gebildeten Traume einen zweifachen Wert für die analytische Arbeit. Der gedeutete Traum erweist sich ja einerseits als die Erfüllung eines verdrängten Wunsches, andererseits kann er die vorbewußte Denktätigkeit des Tages fortgesetzt und sich mit beliebigem Inhalt erfüllt haben, einem Vorsatz, einer Warnung, Überlegung und wiederum einer Wunscherfüllung Ausdruck geben. Die Analyse verwertet ihn nach beiden Richtungen, sowohl für die Kenntnis der bewußten wie der unbewußten Vor­gänge beim Analysierten. Auch zieht sie aus dem Umstände Vorteil, daß dem Traume der vergessene Stoff des Kindheitslebens zugänglich ist, so daß die infantile Amnesie zumeist im Anschluß an die Deutung von Träumen überwun­den wird. Der Traum leistet hier ein Stück von dem, was früher der Hypnose auferlegt war. Dagegen habe ich nie die mir oft zugeschriebene Behauptung aufgestellt, die Traumdeutung ergebe, daß alle Träume sexuellen Inhalt haben oder auf sexuelle Triebkräfte zurückgehen. Es ist leicht zu sehen, daß Hunger, Durst und Exkretionsdrang ebensogut Befriedigungsträume erzeu­gen wie irgendeine verdrängte sexuelle oder egoistische Regung. Bei kleinen Kindern stellt sich eine bequeme Probe auf die Richtigkeit unserer Traum­theorie zur Verfügung. Hier, wo die verschiedenen psychischen Systeme noch nicht scharf gesondert, die Verdrängungen noch nicht tiefer ausgebildet sind, erfährt man häufig von Träumen, die nichts anderes sind als unverhüllte Erfüllungen irgendwelcher vom Tage erübrigten Wunschregungen. Unter dem Einfluß imperativer Bedürfnisse können auch Erwachsene solche Träume vom infantilen Typus produzieren.[1]

    [1] Wenn man das so häufige Mißlingen der Traumfunktion berücksichtigt, kann man den Traum zutreffend charakterisieren als einen Versuch zur Wunscherfüllung. Unbestritten bleibt die alte Definition des Traumes durch Aristoteles als das Seelenleben während des Schlafes. Es ist nicht ohne Sinn, daß ich mein Buch nicht den Traum betitelt habe, sondern Die Traumdeutung.


    Jul 6 2008

    Bestellen und Befragen, Affirmationen

    von Raffa

    Das „Bestellen“, Wünschen, Beten und Befragen bei, von und in metakommunikative humane Netzwerke hinein, beim Universum oder bei Wesen anderer „Energiefelder“ oder bei seiner eigenen göttlichen Weisheit ist zum einen Übungssache, zum andern hilft auch das Verständnis der dabei  mitspielenden Gesetztmässigkeiten. Deren Kenntnis ist nicht unbedingt notwendig, viele „spirituelle“ Ratgeber, seien sie lebendig oder niedergeschrieben, befolgen auf jeweils ihre eigene Weise solche Gesetzmässigkeiten und wer sich daran hält, wird mit mehr oder weniger Erfolg belohnt. Wer diese Gesetzmässigkeiten aber versteht, wird sich schneller selbständig darin zurechtfinden.

    Ganz im Sinne des (hier frei formulierten) Sprichwortes: „Verschenke einen Fisch und ein Mensch kann sich einen Tag lang davon ernähren. Vermittle die Kunst des Angelns, und viele Menschen werden sich ein Leben lang davon ernähren können“. Warum es entscheidend ist, in dieser Frage kausal und nicht religiös zu vermitteln, wird hier beschrieben: Unterschied zwischen Religion und Spiritualität

    Um also auf der eher kausalen Seite zu bleiben: Es spielt keine Rolle, ob sich mit solchen Techniken tatsächlich „Energie“ ausserhalb dessen, was die gängige Vorstellung der konventionellen (newtonschen, descartschen) Physik zulässt, beinflussen lässt. Auch völlig sakulär betrachtet, kann man bzw. mensch mit diesen Praktiken seinen Fokus verstärken (Bestellen), und sein inneres Gefühl schulen und in Einklang mit sich selber bringen. Mensch kann üben, Entscheidungen und Antworten aus dem Inneren (bzw. dem universalem, göttlichen und allwissenden, jedem Menschen innewohnenden Teil) zu vestehen und befolgen.

    Affirmationen helfen dabei, Ziele und Wünsche im Fokus zu behalten. Jeder Mensch nimmt seine eigene Realität wahr, und gestaltet sie dadurch selber. Somit ist fast jede individuelle Realität möglich, besonders wenn das Handeln auf positive Absichten wie Liebe, Gesundheit und Zufriedenheit gerichtet ist. 

    Je dringlicher ein Wunsch formuliert wird, desto eher verschliessen wir uns den Alternativen („Diese eine Person soll mich lieben“ wird weniger gut funktionieren als: „ich bin bin bereit für eine Liebesbeziehung“). Je eher wir uns etwas von anderen Menschen erhoffen, als von uns selber, desto mehr kreuzen sich unsere Wünsche mit jenen anderer Menschen. (Jeder will, aber nicht alle können im Lotto gewinnen!). Daher ist es entscheidend, die Formulierungen Ich-bezogen und möglichst offen zu gestalten.

    Es gibt noch viele kleine Tricks, doch die schreibe ich vielleicht ein andermal hier auf… tja, da gebe ich nicht die ganze Kunst des Fischens weiter, ich weiss, doch jetzt habe ich gerade genug Laptop für heute. Und einige wichtige Ansätze zum Fischen habe ich wenigstens gegeben, und Neugierde erzeugt, oder? Wer unbedingt mehr darüber erfahren will, muss entweder warten oder es sich wünschen ;o) oder bei mir das Patientenmerkblatt „Affirmationstechnik“ anfordern.

    raffa 06.07.08


    Mai 30 2008

    Ein Passpartout – Güte und Liebe

    von Raffa

    Die Natur hat uns ein Leben als Individuum geschenkt. Und mit jedem Moment gehen wir ein Stück in den Kreislauf zurück, aus dem wir geboren wurden.

    Unter einem Gewand voller menschlicher Fehler tragen wir vollkommene Schönheit in uns.

    Es geht ganz leicht: Probleme sind Übungen, Unvollkommenheit ist Potential und Schmerzen sind wie ein Motor, welcher immer wieder dazu antreibt, uns selber zu vergeben und lieben.

    Genaugenommen gibt es gar nichts zu vergeben, in der unendlichen Güte der Natur ist alles okay, so wie es ist oder so, wie wir es tun. Doch das Unendliche ist für uns Menschen nicht erfassbar, und Vergebung ist eigentlich nur eine Form von Loslassen und Lieben, daher macht es Sinn, allen alles zu „vergeben“ und uneingeschränkt zu lieben, uns selber und allen anderen.

    Raffa, 30.05.08


    Mai 7 2008

    Am Sterbebett

    von Raffa

    Sterbebegleitung

    Das Tibetische Totenbuch von Sogyal Rinpoche (ISBN 978-3-596-169099-0) empfiehlt sich als umfassendes Werk zum Thema Sterben bzw. Sterbebegleitung. Hier werden einige Essenzen daraus vorgestellt: Manchmal hat es ein Sterbender schwer, loszulassen wenn seine Liebsten oder die ihn umgebenden Menschen noch nicht dazu bereit sind. Dann empfiehlt es sich, dem Sterbenden mit aufrichtiger Zärtlichkeit mitzuteilen: „Ich bin hier bei Dir, und ich liebe Dich. Du liegst im Sterben, aber das ist etwas ganz Natürliches; es geschieht jedem. Ich wünschte, Du könntest noch länger bei mir bleiben, aber ich möchte nicht, dass Du noch weiter leidest. Die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, war schön und intensiv, und ich werde sie immer zu schätzen wissen. Bitte halte jetzt nicht länger am Leben fest. Lass los! Ich gebe Dir von ganzem Herzen mein Einverständnis zu sterben. Du bist nicht allein, weder jetzt, noch in Zukunft. Du hast meine ganze Liebe.”

    Menschen sollten, wenn möglich, zu Hause sterben dürfen. Friedliches Sterben lässt sich am ehesten in einer vertrauten Umgebung erreichen. Wenn nicht anders möglich als in einem Spital, können persönliche Gegenstände wie inspirierende Bilder oder gegebenenfalls ein kleiner Schrein helfen, den Menschen darin zu bestärken, sein Sterben zu einem geheiligten Vorgang zu machen. Das Krankenhauspersonal kann gebeten werden, den Sterbenden nicht an Gerätschaften zu hängen, möglichst wenige und vor allem keine invasiven Eingriffe mehr zu tätigen, den Sterbenden in Frieden zu lassen. Ein friedlicher Tod ist ein unverzichtbares menschliches Grundrecht. Der Körper sollte nach dem Eintreten des Todes für eine Weile ungestört liegen gelassen werden.

    Phasen des Sterbenden

    Elisabeth Kübler-Ross hat auf dem Gebiet der Sterbebegleitung ausserordentliches geleistet. Ihre Arbeiten und praktischen Erkenntnisse auf diesem Gebiet bleiben unerreicht. Unter anderem unterschied sie die fünf Phasen des Sterbeprozesses. Sie verlaufen in unterschiedlicher Reihenfolge verlaufen und können sich wiederholen. Besonders die Empfehlungen für die therapeutische Haltung des Sterbebegleiters sind von äusserst yīn-igem Charakter:

    • Verleugnen (nicht ich)
      Therapeut: nicht massregeln
    • Wut und Neid (warum, warum ich?)
      Therapeut: Behutsamkeit (die Wut des Sterbenden richtet sich gegen ihn selbst)
    • Verhandeln (Zugeständnisse, Deals, Wunderheiler…)
      Therapeut: Bestärken, aber vor Illusionen bewahren
    • Depressionen (Traurigkeit, Das Spiel ist aus…)
      Therapeut: Trauer zulassen, Ängste und Sorgen zerstreuen
    • Akzeptanz (Es ist gut so…)
      Therapeut: Wünsche ernst nehmen, Angst vor dem Vergessen-werden nehmen, Anwesenheit und Nahestehender fördern, weiteres: siehe vorangehender Absatz ‚Sterbebegleitung‘.

    Weltenlichter wachsen im Ozean des Seins,

    Schatteninseln schwinden,

    Lebensflammen glühen heiss

    und tragen dich auf ihren Schwingen Heim.

    Quelle unbekannt


    Apr 11 2008

    Heilung – Definition

    von Raffa

    Ein gänzlich egoloser Therapeut kann die Welt heilen, ohne ein Wort zu sagen. Nur durch sein Dasein. Die volle freischwebende Aufmerksamkeit auf die Persönlichkeit und das Wesen der Klienten hilft mehr als alles andere. Die therapeutische Situation ist ein Spezialfall, wo es möglich ist, den Klienten als vollkommen zu sehen, wie er sich selbst als vollkommen sehen könnte. (218)

    Die Schlussfolgerungen aus der Quantenphysik münden in den Erkenntnissen, wonach alles mit allem verbunden, alles eins ist. Dies ist eine Provokation für unser Denken. Der Verstand wehrt sich. Doch die Erfahrung des Einsseins findet nicht im Denken statt, sondern auf der Herzebene. Der Verstand, wenn er aufhört, sich zu wehren, kann den Weg weisen, sich wieder darauf einzustimmen. Die Einheit kann erfahren werden, bevor der Verstand ausgebildet ist. (Bösch 2008:7 ISBN 978-3-0300-386-1)

    Böschs Darlegung kommt meiner Vorstellung sehr nahe. Der Zweck des Heilberufes liegt nicht darin, andere Menschen von Krankheit oder gar dem Tode zu befreien, sondern eher im Erarbeiten eines Verständnisses, welches die Menschen, die auf ihrer kosmischen Wanderung blockiert oder ratlos sind, wieder in den Fluss des Lebens bringt.